Schwandorf Marktplatz 5
| Schwandorf Marktplatz 5 | |
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| Datei:Schwandorf Marktplatz 5.jpg | |
| Adresse: | Marktplatz 5 92421 Schwandorf |


Ein in drei Bauabschnitten neu erbautes Haus. Der westliche – zum Marktplatz hingewandte – Gebäudeteil entstand 1968.
Geschichte
Als ältester Besitzer läßt sich 1664 Johann Konrad Grau feststellen. Die Familie ist jedoch schon viel länger in Schwandorf ansässig. Bereits 1577 zeichnet ein Michael Grau als Ratsherr.
1679 war das Kirchlein auf dem Kreuzberg, heute eine Wallfahrtskirche, vollendet. Eine Steinplatte an der Wand unter der Kanzel enthielt die Namen der ersten Förderer des frommen Werkes: darunter Hans Grau, Bäcker. Auch 1693 bei der Konsekration der Kapuzinerklosterkirche St. Magdalena war Johann Konrad Grau als Ratsherr anwesend.
Beim Tod von Johann Konrad kam es zu einer Realteilung des Hauses. Mitten durch das Gebäude, den Hofraum und Stadl sowie dem Felsenkeller zog man eine Grundstücksgrenze. Ein für den Schwandorfer Marktplatz bisher einmaliger Vorgang. Den nördlichen Teil erhielten die Tochter und der Schwiegersohn, heute Marktplatz 6, den südlichen Teil der Sohn ebenfalls Johann Konrad. Die übrigen Geschwister heirateten in andere Häuser ein.
Die beiden Gebäudeteile konnten nicht im Besitz der Familie gehalten werden.
1743 erwarb Anton Georg Berthold, ein Weißgerber, das Anwesen. Er ist Müllerssohn aus Stegen bei Klardorf und seine Mutter eine Bärenwirtstochter. Die Witwe Maria Barbara heiratete in zweiter Ehe einen jungen Weißgerber aus Furth im Wald, Gabriel Dimpfl. Dessen Abkömmlinge sollten schließlich den Betrieb fortführen.
Während die Nachkommen noch 1838, gemeinsam mit den übrigen Gerbern der Stadt, die Mühle in der Wöhrvorstadt ersteigern konnten, machten sich 20 Jahr später wirtschaftliche Problem breit. Zunächst ging der Mühlenanteil verloren, dann verkaufte man den Stadl und Hofraum an den Nachbarn Nachbarn Josef Schmidt. Seitdem hat das Anwesen keine Zufahrt mehr von der Spitzwegstraße aus. Zuletzt trennte man sich vom Haus.
1863 kaufte Georg Brunner aus Erbendorf, ein Gold- und Silberarbeiter, den Restbesitz. 20 Jahre später wechselte dieser in das deutlich größere Anwesen Marktplatz 3.
Josef Nachtigall, ein Konditor aus Deggendorf, nützte 1884 die Gelegenheit zur Übernahme. Mit ihm zog ein neuer Beruf ins Haus, der direkt in Konkurrenz zum Lebzeltner und zum Bäcker stand. So mancher Bäcker nannte sich nun auch Feinbäcker und der Konditor bot selbstverständlich Lebkuchen und Kerzen zum Kauf an.
Nach zwei Jahren kehrte Josef Nachtigall nach Deggendorf zurück und 1886 erwarb ein Neffe des Vorbesitzers, Josef Brunner Konditor aus Erbendorf, das Haus.
Dessen Nachfahren betreiben heute, hier nun in vierter Generation, eine Konditorei nebst Cafe.
Das Gebäude und die Einrichtung wurden immer wieder den veränderten Anforderungen des Gewerbes und dem Zeitgeschmack angepaßt. So inserierte man 1937 in der Zeitung: Nach Neueinrichtung der Ladenräume wurde das Geschäft wieder voll aufgenommen. Nach dem Krieg startete man mit einem Cafe im Hinterhaus. 1968 wurde der zum Marktplatz hin gewandte Teil des Gebäudes abgebrochen und ein Neubau erstellt. Im Erdgeschoß befinden sich nun der Laden und die Backstube. Im Obergeschoß das Cafe mit Ausblick über den Marktplatz. Zum 100jährigen Jubiläum gestaltete man den Laden neu und vier Jahre später den Gastraum. Schon im Jahre 2000 bekam der Laden wieder ein neues Aussehen. Und der Generationenwechsel 2020 brachte fischen Schwung und abermals neue Möbel ins Haus.
Persönlichkeiten
- Johann Konrad Grau (geb. 1634, gest. 16. August 1713) Bäcker, Stadtrat, 1682 Brothüter, 1698 Stadtfischmeister, Bürgermeister von 1708 bis 1713, Förderer des Baues der Kreuzbergkirche.
Einzelnachweise
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