Schwandorf Marktplatz 25

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Schwandorf Marktplatz 25
Adresse:Marktplatz 25
92421 Schwandorf
Ansicht um 1910

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1538 und wurde 1970 kernsaniert.

Geschichte

Im Jahre 1568 wird als Rößlwirt ein Wolfgang Helbel genannt. In die Familie hat 1635 Christoph Maxenbacher aus Riegersburg in der Steiermark eingeheiratet. Dessen Sohn Jakob wechselte in das Haus Marktplatz 22, so konnte der Hirschenwirtssohn Peter Hildebrand das Nachbarhaus übernehmen.

Über 100 Jahre blieben dessen Nachkommen am Haus, bis Felix Steiner aus Parkstein die Gelegenheit zum Kauf nutzte.

1927 wurden sämtliche Nebengebäude an Stallungen, Stadl und Schuppen abgebrochen und an deren Stelle ein Saal errichtet. Seitdem war das weiße Rößl ein Volkshaus, das Stammlokal von Gewerkschaften, der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und ihrer Nebenorganisationen. 1933 wurde das Lokal von der Politik willkürlich geschlossen. Erst 1948 konnte wieder eine Gaststätte Einzug halten.

1964 eröffnen die Triumpf-Werke einen Zweigbetrieb im Weißen Rößl. Am 24. Oktober 1969 wurde der Neubau der Firma an der Industriestraße eingeweiht.

Die Gaststättentradition fand 1970 ein Ende und die Raiffeisenbank Schwandorf zog ins Haus. Danach wechselten sich ein Elektrogeschäft und ein Textilgeschäft ab. Zur Zeit sucht das Gebäude eine neue Nutzung.

Obwohl in den Gemäuern nun schon lange keine Taferne mehr ist, gehört es unverändert der Familie Steiner.

Architektur

Bei Bauarbeiten 1927 legten die Arbeiter ein Bogenfenster frei, das die Inschrift 1538 trug. Man nimmt daher an, dass es sich bei der Jahreszahl um das Baujahr handelt.

Als einziges Gebäude am Platz hatte es einen direkten Zugang vom Marktplatz aus in den Hauskeller. Dieser Eingang war nach oben hin mit einer schrägen hölzernen Tür abgeschlossen.

Der Hausflur in der Mitte des Hauses bot die Durchfahrt in den Hofraum und in die Scheune. Beim Umbau 1927 verschwand die Durchfahrt und der Hauseingang wurde an die nördliche Grundstücksgrenze verlegt.

Als weitere Besonderheit hat das Gebäude einen gewellten Giebel zum Marktplatz hin und einen Treppengiebel zur Westseite.

Die Raiffeisenbank führte 1970 eine Kernsanierung durch, so dass heute fast das gesamte Erdgeschoß vom Hauptgebäude ein Raum ist.

Persönlichkeiten

  • Felix Steiner (geb. 31. März 1782, gest. 2. Juni 1845), er hat bei seinem Taufpaten in Wien gewohnt und dort das Metzgerhandwerk erlernt. 1811 kauft er das Anwesen Rathausstraße 3 und eröffnet eine Metzgerei. Mit seinen aus Wien mitgebrachten Wurstrezepten – den Wienerwürsten – erarbeitete er sich ein Vermögen und konnte bereits 1819 das deutlich größere Gebäude am Marktplatz erwerben.
  • Katharina Steiner geb. Pettner (geb. 13. November 1787, gest. 27. Dezember 1855), sie hat am 18. Dezember 1820 Vierlinge geboren, alles Mädchen, die leider alle noch am Tag der Geburt verstorben sind.

Einzelnachweise