Schwandorf Marktplatz 6

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Schwandorf Marktplatz 6
Datei:Schwandorf Marktplatz 6.jpg
Adresse:Marktplatz 6
92421 Schwandorf
Aussehen vor 1909

Ein 1960 von Grund auf neu erbautes Haus.

Geschichte

Beim Tod von Johann Konrad Grau, 1713, kam es zu einer Realteilung des Hauses Marktplatz 5. Mitten durch das Gebäude, den Hofraum und Stadl sowie dem Felsenkeller zog man eine Grundstücksgrenze. Ein für den Schwandorfer Marktplatz bisher einmaliger Vorgang. Den nördlichen Teil erhielten die Tochter und der Schwiegersohn, heute Marktplatz 6, den südlichen Teil der Sohn ebenfalls Johann Konrad, heute Marktplatz 5.

Johann Peter Weigert, ein Bäcker aus Haslhof, führte den Betrieb des Schwiegervaters weiter. Nach zweimaliger weiblicher Erbfolge und den damit verbundenen Namenswechsel, von Schmid zu Deierl, wurde das Anwesen 1830 in fremde Hände verkauft.

Georg Straßer, ein schwandorfer Schustersohn, erwarb 1832 das Haus und führte die Bäckerei fort. 182 Jahre lang sollte das Anwesen im Besitz der Familie bleiben.

Im Liquidationsprotokoll 1839 schreibt der Beamte als Hausnamen “das Graubäckerhaus“ auf. Da es bei den Berufsbezeichnungen damals lediglich den Weißbäcker und den Schwarzbäcker gab, kann sich die Bezeichnung nur auf den ehemaligen Besitzer beziehen. Nach 126 Jahren war demnach Johann Konrad Grau im Volksmund noch präsent.

1909 brachte der Einbau eines Ladens eine Fassadenänderung. Aus den bisherigen zwei Fenstern im Erdgeschoß wurde ein Rundbogen mit Tür und Schaufenster. 1960 ersetzte man das Gebäude durch einen Neubau.

Derzeit befindet sich die Marien-Apotheke im Erdgeschoß.

Persönlichkeiten

  • Johann (Evangelist, nicht im Taufbuch eingetragen) Leonhard Weigert (geb. 27. Dezember 1777, gest. 28. Januar 1825). Priesterweihe am 29. August 1802, 18 Jahre Professor am Gymnasium zu Regensburg, Inspektor des Knabenseminars St. Paul; nachdem dieses 1809 abgebrannt war bemühte er sich um neue Räumlichkeiten, 3 Jahre Studiendirektor in Passau, ein halbes Jahr Pfarrer in Laaber
  • Josef Söllner (geb. 14. Juli 1870, gest. 13. Februar 1932) Bäckermeister, Obermeister der Bäckerinnung Schwandorf und Kreisvorsitzender des Oberpfälzer Kreisverbandes, Gewerberat, Vorsitzender des katholischen Kasinos, Mitbegründer und Vorsitzender des Zentrumwahlvereins, 3. Bürgermeister (Bay. Volkspartei), 2. Bürgermeister 1923 bis 1925

Einzelnachweise