Schwandorf Marktplatz 14

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Schwandorf Marktplatz 14
Adresse:Marktplatz 14
92421 Schwandorf
BLfD-ID:D-3-76-161-19
Q41420459
Aussehen 1884

Das Gebäude wurde 1910 auf den Kellergewölben des Vorgängerbaues neu errichtet.

Geschichte

Der älteste bekannte Eigentümer ist Nikolaus Hirzinger, Weber von Bubach, geboren in Büchelkühn, der hier 1727 eingeheiratet hat.

1739 erwirbt Josef Vitus Neukirchner das Anwesen und bringt das Schreinerhandwerk mit. Mehrere Generationen übten das Handwerk aus, bis 1819 der Hutmacher Felician Hesele das Gebäude erwarb.

1877 erstand der Hafner Johann Gebhardt aus Nittenau das Gebäude gleich neben dem Kirchturm. Dem war das Gebäude jedoch bald zu klein und er zog in die Vorstadt, heute Friedrich-Ebert-Straße 38.

1910 konnte die Röls´sche Frühmeßbenefiziumsstiftung das Anwesen kaufen. Mit großzügiger Unterstützung vieler Spender errichtete man einen Neubau für den Benefiziaten.

Heute wohnt kein Benefiziat mehr in dem Gebäude. Das barrierefreie Erdgeschoß übernahm die Pfarrei St. Jakob für pfarrliche Veranstaltungen und im Obergeschoß fand die Kolpingsfamilie Schwandorf eine Bleibe.

Das Grundstück hatte ursprünglich nur einen Zugang von Norden her. In etwa 2,5 Meter Entfernung von der heutigen Nordwand des Hauses stand die alte Friedhofsmauer. Zwischen der Friedhofmauer und der Hausmauer führte ein schmaler Weg zum Pfarrhof. Das Grundstück war nur über diesen Weg erschlossen und hatte keine Haustür zum Marktplatz. Das erdgeschossige Gebäude schloß mit einen Giebel zum Platz ab und besaß einen Zwerchhausgiebel an der Traufseite zum Friedhof. Im Bauplan von 1884 ist der Giebel zum Marktplatz hin mit Treppenstufen als Altbestand eingezeichnet. Hier handelt es sich um den ältesten nachweisbaren Treppengiebel am Marktplatz. Der Bauherr beantragte nun die Beseitigung der Treppen und die Aufstockung seines Hauses an der südlichen Traufseite.

1910 wurde das Gebäude abgebrochen und die neue Fassade um etwa einen Meter nach Osten zurückgesetzt. Begründet wurde diese Auflage vom Denkmalamt mit der besseren Sichtbarkeit des Kirchturms vom Marktplatz her. Im Gegenzug durfte die „Reiche“ (= mittelalterliche Brandschutzvorrichtung, sprich ein Abstand zwischen den Häusern – noch an einigen Gebäuden am Marktplatz zu sehen) überbaut und ein kleiner Eckerker errichtet werden.

Kunst am Bau

Hl. Josef mit Jesuskind

Beim Neubau 1912 erhielt das Gebäude an der Süd-West-Ecke eine kleine Mauernische und ein Podest. Hierauf stellte man eine Steinfigur - Hl. Josef mit Jesuskind. Bei der Gebäudesanierung 1977 bekam das Ensemble eine kupferne Haube mit Kugel und Wetterfahne zum Schutz der Figur. Auftraggeber war in beiden Fällen die Röls´sche Frühmeßbenefiziaten Stiftung, die es mit Spenden finanzierte.

Persönlichkeiten

  • Franz Förg (geb. 12. Dezember 1797, gest. 10. September 1878 in München) deutscher Jurist, Politiker und Komponist, Magistratsrat (1826 bis 1844), Bürgermeister von Donauwörth (1845 bis 1875), Mitglied der bayerischen Abgeordnetenkammer (1848 bis 1869). Die Stadt Donauwörth hat ihn mit der Benennung einer Straße geehrt.
  • Franz Johann Gebhardt (geb. 29. Januar 1895, gest. 17.2.1969 auf dem Westerbuchberg) Künstlername Franz Sales Gebhardt-Westerbuchberg, ein Maler in Chiemgau. Die Gemeinde Übersee am Chiemsee hat ihn mit der Benennung einer Straße geehrt.
  • Erwin Strempel (geb. 6. Oktober 1936, gest. 4. März 2020) Kaplan von St. Jakob, Stadtrat (CSU) von 1972 bis 1976, Pfarrer in Hohenburg von 1976 bis 2005, ab 2005 Kommorant in Amberg St. Georg

Einzelnachweise