Schwandorf Marktplatz 18
| Schwandorf Marktplatz 18 | |
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| Datei:Schwandorf Marktplatz 18.jpg | |
| Adresse: | Marktplatz 18 92421 Schwandorf |

Ein im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammendes Gebäude, das in fünf Bauabschnitten grundsätzlich verändert wurde.
Geschichte
Im Jahr 1668 wird in den Kirchenrechnungen von Wackersdorf für Kronstetten ein Jahrtag aufgeführt. In diesem Zusammenhang nannte man Paulus Fuchs, einen Hutmacher, als Eigentümer dieses Hauses.
Dessen Schwiegersohn Leonhard Liebl verkauft 1702 das Haus an den aus Neustadt an der Waldnaab stammenden Georg Gleißner. 45 Jahre lang übte die Familie das Tuchmacherhandwerk aus, bis erneut ein Verkauf anstand.
Der Türmersohn Thomas Rauch, auch aus Neustadt an der Waldnaab, heiratete die hiesige Türmergehilfenwitwe Maria Regina Eckert. Beide eröffneten 1744 zunächst als Pächter dann als Eigentümer einen Kramerladen in dem Haus. Bis 1827 sollte der Laden innerhalb der Familie betrieben werden.
Anton Sölner aus der Weinbergstraße 4 nützte die Gelegenheit und übernahm Haus und Geschäft. Er sollte es fast 50 Jahre erfolgreich weiterführen. Aber es fand sich kein Nachfolger innerhalb der Familie und so stand der nächste Verkauf an.
Katharina Still, eine Jungfrau aus Neupistlwies übernahm 1873 das Anwesen. Auch sie führte zunächst das Geschäft weiter, dann hat sie sich offenbar gut verheiratetet. Anschließend liest man: „Privatier alda hier“.
Erst 1909 wurde von Max Prechtl wieder ein Geschäft in dem Gebäude eröffnet. Mit ihm zog auch eine neue bahnbrechende Technik mit ins Haus, die Elektrizität.
Am 28. November 1895 begann für Schwandorf in der heutigen Ettmannsdorfer Straße 40 ein neues Zeitalter, das Stromzeitalter. An diesem Tag ging probeweise die elektrische Beleuchtung am Bahnhof in Betrieb. An Weihnachten brannten die Straßenlampen in der Stadt und hauptsächlich waren bereits die Wirtshäuser an das Stromnetz angeschlossen. Am Karfreitag 1896 leuchtete vom Turm der Pfarrkirche St. Jakob erstmals ein Lichterkreuz.
Der Strommarkt entwickelte sich prächtig und das Installationsgeschäft Prechtl machte wohl gute Geschäfte. Denn 1917 wechselte der Betrieb in das deutlich größere Anwesen Marktplatz 21.
Bei dem Gebäude, dessen Kern aus dem 16. Jahrhundert stammt, handelt es sich im Grunde nach um drei Räume. Bei der Steuerbeschreibung 1804 wird berichtet: „ein erdgeschossiges gemauertes Haus, mit einem hölzernen Stadl“. Es war das Gebäude mit dem geringsten Steueraufkommen am Platz.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus um ein Stockwerk aufgestockt und es erhielt ein Walmdach. 1909 führte der neue Eigentümer eine Kernsanierung durch. Die Gewölbe im Erdgeschoß verschwanden, dabei wurde der deutsche Kamin gegen eine russische Röhre ersetzt. Die westliche Außenmauer errichtete man von Grund auf neu und zum Marktplatz hin erhielt das Gebäude einen Giebel. Im Inneren wurden die Räume neu konzeptioniert.
Persönlichkeiten
- Leonhard Liebl, Krämer und Ziegler, 1703 Stadtziegler, 1707 bis 1729 Mesner in Fronberg
- Thomas Rauch (geb. 23. April 1719, gest. 30. Dezember 1798) Musiker und Händler, zu seiner Hochzeit versammelten sich Musiker aus Neustadt an der Waldnaab, Cham und Hahnbach am Altar.
- Georg Josef Rauch (geb. 23. August 1751, gest. 8. April 1829) Priester und Krämer, er war Benediktiner Mönch in der Reichsabtei Elchingen und kam nach dessen Auflösung 1802 nach Schwandorf zurück.
- Johanna Past (geb. 9. Januar 1826, gest. 9. Dezember 1912) Privatiere und Spitalpfründnerin, stiftete aus dem Verkaufserlös ihres Hauses an die Röls´sche Frühmeßbenefiziumsstiftung 10.000 Mark zum Neubau des Benefiziums. Dafür sollen neun Messen jährlich für die Stifterin gelesen werden. Mit bischöflicher Erlaubnis wurden die Stiftsmessen inzwischen reduziert.
- Max Prechtl (geb. 8. April 1880, gest. 4. Oktober 1927) Elektrogeschäftsinhaber, gründet 1907 eine Kapelle, ab 1911 Stadtkapellmeister
- Hans Prechtl (geb. 28. März 1888, gest. 1963) Musikerzieher, übernimmt 1920 die Stadtkapelle von seinem Bruder. Die Stadtkapelle wird im 2. Weltkrieg aufgelöst. Danach gründet er eine eigene Kapelle.
Einzelnachweise
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