Schwandorf Marktplatz 20

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Schwandorf Marktplatz 20
Adresse:Marktplatz 20
92421 Schwandorf
BLfD-ID:D-3-76-161-22
Q41420463
Aussehen vor 1910

Ein 1910 von Grund auf neu erbautes Haus.

Geschichte

Im Jahr 1668 wird in den Kirchenrechnungen von Wackersdorf für Kronstetten ein Jahrtag aufgeführt. In diesem Zusammenhang nannte man Sebastian Schwab, einen Schneider, als Eigentümer dieses Hauses. Dessen Kinder hatten offenbar kein Interesse an dem Objekt, denn nach seinem Tod wurde das Haus verkauft.

Mathias Weiß aus Furth im Wald wird 1680 neuer Eigentümer und als Mauerer und Leinweber bezeichnet.

1785 eröffnet hier der Metzger Georg Appl aus der Spitalstraße 6 eine zusätzliche Garküche.

Eine Garküche ist im Vergleich zu einem heutigen Imbiss ein Geschäft wo stets warme Speisen und auch Sitzgelegenheiten zum sofortigen Verzehr angeboten wurden. Getränke durften nicht ausgeschenkt werden. Wer trinken wollte mußte in eine Schankwirtschaft gehen, meist der Ausschank eines Kommunbrauers. Dort gab es allerdings keine Speisen. Wer damals essen und trinken wollte mußte eine Taverne aufsuchen. Bis 1826 wurde das Metzgerhandwerk in dem Gebäude ausgeübt, dann vertauschten die Eigentümer ihre Häuser und das Glaserhandwerk zog von der Bahnhofstraße 24 hierher.

Die Familie des Maximilian Schreiner, Glaser und später auch Zinngießer, sollten über drei Generationen ihr Handwerk hier ausüben. Die letzte Eigentümerin aus dem Familienzweig verkaufte das Anwesen an den Baumeister Josef Fröhler und verzog nach Cham.

Josef Fröhler errichtete einen Neubau und verkaufte das Haus an den aus München stammenden Josef Meiller. Dieser eröffnete noch 1910 ein Tapeziergeschäft und eine Möbelhandlung. Bis Ende der 1970er Jahre der Drogeriemarkt Schlecker die Geschäftsräume mietete.

Heute befinden sich hier Büroräume der Hypo-Vereinsbank.

Das Alter des ursprünglichen Gebäudes ist unbekannt. Es entspricht aber in seiner Bauart und inneren Raumaufteilung vieler anderer Gebäude am Platz. Es hatte an seiner Nordseite einen Rundbogen zum Platz und einen Flur, der zur Durchfahrt geeignet war. Die beiden Dachgeschosse und deren Fenster zum Marktplatz hin lassen auf die Lagerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse schließen. An der Westseite befand sich ein gemauerter Giebel. Bei der Steuerbeschreibung 1839 wird kein Stadl und kein Stall mehr erwähnt, dafür jedoch eine Werkstatt. Beim Bauantrag von 1890 wird die Vergrößerung eines bereits vorhandenen Ladens beantragt. Da der alte Laden die Durchfahrt schon so verengte, dass selbe wohl nur noch erschwert möglich war, ist nun keine Durchfahrt mehr möglich.

Beim Neubau 1910 bekam das Gebäude neben einen Erker auch einen Treppengiebel als neue Attribute. Der Laden nahm nun einen Großteil der Fläche im Erdgeschoß in Anspruch. Bereits 1921 wurde das Gebäude zur Pfleghofgasse hin erweitert und auf die Werkstatt ein zusätzliches Stockwerk aufgebaut. Mit Bauantrag von 1949 umfaßte der Laden das Erdgeschoß vollständig.

Das Gebäude steht auf der Liste der Denkmäler als „zweigeschossiger und verputzter Treppengiebelbau, Erker mit Steinrelief, 16. Jahrhundert, Giebel 18./19. Jahrhundert“. Die Benennung der Jahrhunderte entspricht nicht der Realität.

Kunst am Bau

spielende Kinder

Am Erker ist eine Steinplatte von 80 cm auf 50 cm angebracht. Es stellt spielende Kinder dar. Stifter ist Josef Meiller wohl 1911.

Persönlichkeiten

  • Werner Riedhammer (geb. 29. September 1929, gest. 30. Oktober 2015) Schneidermeister, Musiker, die von Hans Prechtl, Marktplatz 18, gegründete Kapelle tritt in den 1950er Jahren unter den Namen Prechtl/Riedhammer auf und wird 1953 ganz von Werner Riedhammer übernommen. Die Band produziert eine moderne Tanzmusik, die sich an amerikanischen Vorbildern orientiert. Auftritte in der ganzen Oberpfalz und darüber hinaus in Hof, München oder Wuppertal sind Beweis für die Beliebtheit der Kapelle, die sich 1970 auflöste.

Einzelnachweise