Schwandorf Marktplatz 12
| Schwandorf Marktplatz 12 | |
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| Datei:Schwandorf Marktplatz 12.jpg | |
| Adresse: | Marktplatz 12 92421 Schwandorf |

Ein 1966 von Grund auf neu erbautes Haus.
Geschichte
Das ursprünglich um 1600 errichtete Gebäude, wird erstmals im Jahr 1701 mit dem Seiler Urban Wagner und seiner Braut Margarethe Hueber urkundlich greifbar. Da Urban aus der Breite Straße abstammt und seine Braut von Stadtamhof, haben sie es wohl käuflich erworben.
Mit ihm wird das Seilerhandwerk genannt, das bis 1965 in dem Haus ausgeübt wird.
Vier Generationen lang wurde das Anwesen innerhalb der Familie weiter vererbt, bis Josef Forster glaubte an einem anderen Standort bessere Geschäfte zu machen. Er verkaufte das Haus 1872 an Alois Beinzer aus Freistadt und erwarb mit dem Erlös das Anwesen Bahnhofstraße 18.
Schon zwei Generationen später erfolgte der nächste Verkauf.
Heute besitzt eine Immobilienfirma das Haus und es wird ausschließlich zu Wohnzwecken genützt.
Das Grundstück stößt direkt an den Pfarrgarten an und hatte daher von Osten her noch nie eine Zufahrt. Das Gebäude besaß zwei Besonderheiten: Während am Marktplatz so manches Haus um ein Fenster gegen das andere hervorspringt und sich so der Platz von Süden nach Norden verengt, fand der Vorsprung hier innerhalb der Fassade des Hauses statt. Ferner hatten alle Gebäude am Marktplatz einen Rundboden im Erdgeschoß am Haus, entweder als einfache Haustür oder als Durchfahrt. Hier besaß die Einfahrt einen gotisch anmutenden Spitzbogen.
Mit Baugesuch von 1907 begehrte der Eigentümer die Aufstockung des Nebengebäudes, welches zur ebenen Erde eine gewölbte Waschküche und gewölbte Nebenräume umfaßte. Dazu bekam das Haus eine Abortanlage und eine Altane im Hofraum. 1928 erhielt das Gebäude größere Schaufenster im Erdgeschoß.
Beim Abbruch des Gebäudes 1966 liest man in der Zeitung: „Im bisherigen Zustand war das alte über 300 Jahre alte Haus nicht mehr nutzbar. Auch eine Innenmodernisierung unter Erhaltung der alten Bausubstanz erschien nicht mehr zweckmäßig.“ [1] Das Landesamt für Denkmalpflege genehmigte daher den Neubau.
Dieser brachte eine Begradigung der Hausfront mit sich und als neuen Blickfang einen Erker über dem Hauseingang. Der Eingang ist so breit gebaut, daß er befahren werden kann und dient heute als Garage. Der Erker ist der Letzte von vier Stück, die bislang den Marktplatzfassaden hinzu gefügt wurden.
Unter dem Gebäude befindet sich ein Felsenkeller, der beim Neubau erhalten blieb.
Persönlichkeiten
- Hans Georg Wagner (geb. 20. September 1718) Seiler, Stadtrat
- Jakob Stefan Wagner (geb. 26. Dezember 1745, gest. 2. Dezember 1811) Seiler, 1800 consul extra
- Georg Jacob Wagner (geb. 16. Juli 1794, gest. 22. Januar 1855) 1829 bis 1855 Röls Frühmessbenefiziat
- Andreas Wagner (geb. 30. Dezember 1791, gest. 13. September 1846) Seilermeister, Stadtrat
- Josef Forster (geb. 20. April 1815, gest. 18. März 1879) Seilermeister, Handelsmann, Bürgermeister von 1870 bis 1879
- Margarethe Lindauer geb. Forster (geb. 15. März 1870, gest. 4. Januar 1936) Braumeisterwitwe, Hebamme bis 1931
- Siegfried Steiniger (geb. 27. April 1922, gest. 3. November 2005) Rechtsanwalt, Stadtrat (Unabhängige Wähler) von 1966 bis 1978, Mitglied des Kreistages von 1972 bis 1978, seit 1980 Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, 1982 Träger der goldenen Gauehrennadel mit Kranz und Brillanten des ADACs, seit 1987 Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, 1. Vorsitzender des ADAC Nord-Bayern von 1969 bis 1996, er hatte wesentlichen Anteil an der Errichtung von Notruftelefone entlang der Bundesstraßen. [2] [3].
Einzelnachweise
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