Schwandorf Marktplatz 16
| Schwandorf Marktplatz 16 | |
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| Datei:Schwandorf Marktplatz 16.jpg | |
| Adresse: | Marktplatz 16 92421 Schwandorf |
| BLfD-ID: | DD-3-76-161-20 |



Der Pfarrhof St. Jakob, auf den gotischen Grundmauern und Kellergewölben eines Vorgängerbauwerks 1491 erbaut.
Geschichte
Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde 1491 eingeschossig mit einem dreigeschossigen Treppengiebel errichtet.
Bei den Bauuntersuchungen fand man keine Brandspuren, so ist anzunehmen, daß dieses Haus den großen Stadtbrand von 1504 wohl unbeschadet überstanden hat. Nach dem Bericht des Chronisten soll die Stadt bis auf fünf Häuser in Asche gelegt worden sein.
Die zweite Bauphase von 1569 brachte eine Vergrößerung des Gebäudes und den Einbau einer Rauchkuchel.
Um 1600 errichtet man eine Mauer rund um den Pfarrhof.
Im Jahre 1670 wurde das erste Dachgeschoß an der südlichen Traufseite zu einem vollen Stockwerk ausgebaut. Die gleichzeitig ausgeführte Vermauerung des Treppengiebels führte zur optischen Verschiebung der Fensterachsen in den beiden weiteren Dachgeschossen. Das inzwischen wieder freigelegte Dachgebälk im Pfarrsaal stammt aus dieser dritten Bauphase. Das Dach war damals mit Schindeln eingedeckt.
Der Ostgiebel des Hauses ist ein verputzter Fachwerkbau.
Im Zuge der Säkularisation wurde 1821 der Pfarrhof Enteignet und der Besitz an den Staat übertragen. Erst mit Notarvertrag von 1961 gingen das Eigentum und die Baulast wieder auf die Pfarrei zurück.
1962 wurden große Teile der Pfarrhofmauer sowie die Reste des öffentlichen Backofens an der Pfarrhofmauer abgebrochen und an deren Stelle ein Garagengebäude errichtet.
Von 1989 bis 1991 erfolgte die Restaurierung des Pfarrhofes. Er dient seitdem als Kindergarten und Pfarrheim.
Die Pfarrherren von St. Jakob sind seit 1306 namentlich belegt. Gleichzeitig erscheint Schwandorf als Sitz des Dekanats. Die Stadt wurde damit zum bedeutendsten Pfarrsitz auf dem Norgau. Ein Vergleich der Einkünfte der 35 Pfarreien des zweitgrößten Dekanats im Bistum Regensburg ergibt für das Jahr 1326, daß Schwandorf nach Amberg gemeinsam mit Vilshofen und Sulzbach das größte Einkommen im Dekanat hatte.
Der Pfarrer war der größte Landwirt in der Stadt. Ein bedeutender Teil der landwirtschaftlichen Flächen wurde für den Bau der Eisenbahnanlagen abgegeben. Der damalige Pfarrer hat auch mit verkaufsunwilligen Eigentümern Grundstücke getauscht um den Bahnbau voran zu bringen. Weitere beträchtliche Flächen wurden für die Errichtung der Wohnanlagen für die Arbeiter und Beamten der Bayerischen Braunkohlenindustrie abgegeben. Es entstand eine Siedlung nach dem Vorbild der Fuggerei in Augsburg. Auch das Grundstück auf dem heute das Krankenhaus St. Barbara steht, stammt aus Kirchenbesitz.
Die ehemaligen Stallungen sind nun in den Kindergarten mit einbezogen. Die übrigen landwirtschaftlichen Gebäude darunter der gemauerte Dechantenstadel, wurden im Jahre 1962 fast vollständig abgebrochen. Die Grundflächen sind heute Garten für die Kinder.
Persönlichkeiten
- Andreas König (geb. 26. Oktober 1805, gest. 6. März 1881) Pfarrer von St. Jakob von 1855 bis 1874, vorher in Burglengenfeld und Spitalbenefiziat in Schwandorf, ab 1859 Kammerer, ab 1859 Dekan, großzügiger Stifter
- Josef Becher (geb. 1. August 1821, gest. 23. September 1888) Pfarrer von St. Jakob von 1874 bis 1878, vorher Präfekt in Amberg und Eschenbach, ab 1878 in Mintraching
- Josef Kederer (geb. 12. Mai 1833, gest. 12. Dezember 1905) Pfarrer von St. Jakob von 1878 bis 1892, vorher in Regensburg St. Emmeram, Waldershof und Waldmünchen, ab 1881 Kammerer, Mitglieder der Kammer der Abgeordneten von 1887 bis 1892, ab 1892 Dekan, ab 1891 Domherr in Regensburg und ab 1892 Dompfarrer in Regensburg, die Stadt Schwandorf hat ihn 1891 zum Ehrenbürger ernannt[1]
- August Pöllinger (geb. 1. September 1841, gest. 2. April 1905) Pfarrer von St. Jakob von 1892 bis 1905, vorher in Regensburg St. Emmeram und Waldershof, ab 1898 Dekan, Distriktschulinspektor
- Heinrich Hellberg (geb. 16. August 1855, gest. 24. Dezember 1912) Pfarrer von St. Jakob von 1905 bis 1912, vorher in Amberg, Marktredwitz und Neunburg vorm Wald, ab 1910 Kammerer
- Josef Scherr (geb. 3. Juli 1868, gest. 3. Februar 1936) Pfarrer von St. Jakob von 1913 bis 1931, vorher in Treffelstein, Selb und Hausen, ab 1915 Dekan, ab 1931 Kommorant in Schwandorf und Benefiziat in Dreifaltigkeit in Amberg
- Aloyis Wild (geb. 18. Mai 1883, gest. 23. April 1972) Pfarrer von St. Jakob von 1931 bis 1960, vorher in Reinhausen und Bodenwöhr, ab 1934 Kammerer, ab 1935 Dekan, ab 1960 im Caritas Altenheim in Amberg, die Stadt Schwandorf hat ihn 1958 zum Ehrenbürger ernannt
- Isidor Haustein (geb. 15. Mai 1903, gest. 31. März 1963) Pfarrer von St. Jakob von 1960 bis 1963, vorher in Bodenwöhr, ab 1960 Dekan
Einzelnachweise
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