Pirk (Oberviechtach)

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Koordinaten: 49° 31' 58.26" N, 12° 28' 9.05" E

Pirk
Pirk (2026)
Höhe über dem Meeresspiegel:655 m
PLZ/Ort:92526 Pirk, Stadt Oberviechtach
Höchstgeschwindigkeit:50
Belag:Asphalt
Verkehrsbedeutung:Straße an und in Wohngebieten, reine innerörtliche Erschließungsstraßen
Ortsvorwahl:09677
Q14912723   Pirk_(Oberviechtach)  Pirk (Oberviechtach)ODB_S00037793

Pirk ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz.

Lage von Pirk

Pirk liegt knappe neun Kilometer nordöstlich von Oberviechtach auf einer Höhe von rund 650 Metern[1] an der Gemeindeverbindungsstraße von Pullenried kommend, die weiter nach Oberlangau führt. Pirk ist rund 750 Meter von der Landkreisgrenze zum Nachbarlandkreis Neustadt an der Waldnaab entfernt.

Aus der Geschichte von Pirk

Historische Schreibformen von Pirk

  • um 1285: Pirch [2].
  • 1326: Purke
  • 1408: zwischen Trebeiß vnnd Pirk
  • 1532: Pirckht fasstend an den Stangenperg
  • 1581: Pürckh
  • 1606: von Gaißheimb gehn Pürckh
  • 1782 – 1787: Pürck
  • 1832: Pirk

Bedeutung des Namens Pirk

Der Ortsname Pirk kommt vom baierisch-mittelhochdeutschen Wort „pirkche“ (Birke). Der Siedlungsname bedeutet „(Siedlung bei einer markanten) Birke, (an einem) Birkenwald“ [3]

Beschreibung von Unter-, Mitter-, Oberlangau und Pirk 1581

Der Eintrag von 1581 beschreibt die landesherrliche Zugehörigkeit bestimmter Orte im Bereich des Amtes Murach. Die Text lautet: „Muckhenthal der Hammer, item Pürckh, Stangenberg, Hindern Mittern vnnd Vordem Lanngau, Plechammer, Pürckhoff, Raickhenthal, Schönthann, Lindt, Herzoghoff, Nunzenriedt, Conradsriedt vnnd Eppenrieth an der Ascha seint ohne mitl mit der mannschafft vnnd aller obrigkheit meinem gdn. herm vnderworffen.“[4][5]. Heute würde man sagen: „Die Orte Muggenthal (beim Hammerwerk), Pirk, Stangenberg, Hinter-, Mitter- und Unterlangau, Plechhammer, Pirkhof, Rackenthal, Schönthan, Lind, Herzoghof, Nunzenried, Konatsried und (Ober- oder/und Unter-)eppenrieth an der Ascha sind unmittelbar mit ihren Einwohnern und allen Herrschafts- und Gerichtsrechten meinem gnädigen Herrn untertan.“

Erläuterungen zum besseren Verständnis: Der mittelalterliche Begriff „Mannschaft“ bedeutet hier nicht eine Gruppe von Menschen, sondern meint die Untertanen, also die Einwohner insgesamt. Der Begriff „Mit aller Obrigkeit“ umfasst die obrigkeitlichen Rechte, wie die Niedergerichtsbarkeit, die Polizeigewalt, die Steuer- und Abgabenhoheit, Einforderung von Frondiensten und Verwaltungsrechte.

Herdstättenbeschreibung von 1762

Eine Herdstättenbeschreibung (auch Herdstättenverzeichnis) war im 17. und 18. Jahrhundert ein amtliches Verzeichnis der Haushalte eines Verwaltungsgebietes. Die „Herdstätte“, also der Herd bzw. die Feuerstelle eines Hauses, galt als Einheit für Abgaben. Solche Verzeichnisse wurden häufig erstellt, um die Zahl der Anwesen, Hausbesitzer und steuerpflichtigen Untertanen zu erfassen. Nach der Herdstättenbeschreibung von 1762 war das Amt Murach in vier Obmannschaften, Viertel genannt, eingeteilt: „Obmannschaft Drittes Viertl genant“ Wildstein, Kühried, Pirk, Pirkhof, „Mitternlangau, Obernlangau, Vordernlangau“, Muggenthal, Rosenhof, Schönthan, Herzoghof, Wildeppenried und Rackenthal [6].

Die genannten Orte gehörten also verwaltungsmäßig zum Amt Murach.

Pfarreizugehörigkeit von Pirk um 1780

Joseph Heckenstaller verfasste in den Jahren 1780 bis 1787 eine Matrikel, also ein Verzeichnis von Pfarreien, die den einzelnen Dekanaten zugeordnet sind. Die Pfarrei Pullenried war dem Dekanat Nabburg zugeordnet und umfasste folgende Ortschaften:

  • Pullenried mit Plechhammer, Neumühle, Unterlangau, Mitterlangau, Oberlangau, Stangenberg, Pirk und Haslöd (Haslöd ist nicht lokalisierbar) [7][8].

Steuerdistrikte

1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Pullenried mit den Ortschaften Pullenried, Pirk, Unterlangau, Hannamühle und Stangenberg[9]. 1828 erfolgte eine Umbenennung der Steuerdistrikte in Steuergemeinden. 1828 erfolgte eine Umbenennung der Steuerdistrikte in Steuergemeinden.

Gemeindebildung

Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. "Rural" leitet sich vom Lateinischen für "auf dem Lande lebend" ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.

1818 war ursprünglich eine eigenständige Gemeinde Pirk geplant. Wegen der geringen Anzahl von 14 Familien „ordnete die Regierung des Regenkreises am 17. August 1818 eine Zusammenlegung mit Oberlangau an“ [10]. Für eine Gemeindebildung waren mindestens 20 Familien nötig. Die Gemeinde Oberlangau mit insgesamt 30 Familien wurde 1830 in die Gemeinde Mitterlangau eingemeindet, die 23 Familien hatte. Das Landgericht Neunburg hatte als Gemeindenamen Oberlangau vorgeschlagen, Langau setzte sich aber durch. Die landgerichtliche Ruralgemeinde Langau bestand ab 1830 aus den Ortschaften Brandhäuser, Gütting, Mitterlangau, Oberlangau, Pirk, Tannermühle und Unterlangau [11].

Die Eingemeindung von Pirk nach Oberviechtach

Im Zuge der Gebietsreform Anfang der 1970er-Jahre wurde zunächst ein Zusammenschluss der Gemeinden Langau, Pullenried und Wildeppenried diskutiert. Die Gemeinde Langau sprach sich zunächst für einen freiwilligen Anschluss an die Stadt Schönsee aus. Zu Beginn des Jahres 1972 beantragten jedoch die Gemeindeteile Pirk und Brandhäuser die Ausgliederung aus der Gemeinde Langau und die Eingliederung in die Stadt Oberviechtach. Im März desselben Jahres schloss sich auch die Ortschaft Unterlangau diesem Anliegen an. Da Langau nach den damals geltenden Nahbereichsgrenzen dem Raum Schönsee zugeordnet war, lehnte die Regierung eine Eingliederung nach Oberviechtach zunächst ab. Als einzige Alternative blieb vorerst die weitere Selbstständigkeit der Gemeinde Langau bestehen. Die Orientierung nach Oberviechtach verstärkte sich jedoch zunehmend, insbesondere nachdem die Gemeinde Pullenried zum 1. Juli 1972 in die Stadt Oberviechtach eingegliedert worden war. Langau war traditionell durch die Pfarr-, Schul- und Kommunalorganisation eng mit Pullenried verbunden. Schließlich wurde die Gemeinde Langau und damit auch die Ortschaft Pirk auf eigenen Wunsch zum 1. Juli 1976 in die Stadt Oberviechtach eingemeindet und ist seither Teil des Stadtgebiets[12].

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 103
  2. ↑ Pirk In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. ↑ Pirk In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  4. ↑ Staatsarchiv Amberg, Pflegamt Murach, 19
  5. ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 74
  6. ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 78
  7. ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 65
  8. ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 178
  9. ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 203
  10. ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
  11. ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
  12. ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212, 213
Straßennamen in der Stadt Oberviechtach

Adolf-Kolping-Straße | Alfons-Goppel-Straße | Am Bahnhof | Am Bleichanger | Am Galgenberg | Am Hopfengarten | Am Sandradl | Am Schießanger | Am Schlosserfeld | Am Schützenheim | Am Steinforst | An der Allee | Bahnhofstraße | Bezirksamtstraße | Bürgermeister-Fuhrmann-Straße | Bürgermeister-Neuber-Straße | Bürgermeister-Roßmann-Straße | Bgm.-Spichtinger-Straße | Birkenweg | Bischofweg | Böhmerwaldstraße | Buchbergerstraße | Diepoldstraße | Dr.-Eisenbarth-Straße | Dr.-Mathieu-Straße | Dr.-Max-Schwarz-Platz | Dr.-Max-Schwarz-Straße | Dreifaltigkeit | Eigelsberger Straße | Erika-Odemer-Straße | Fabrikweg | Fichtenbühl | Gewerbepark | Hann. Mündener Straße | Hans-Lang-Straße | Hans-Schneeberger-Straße | Hintere Sailergasse | Im Gressergarten | Im Wiesengrund | Im Winkl | In den Siechenwiesen | Industriegebiet West | Industriestraße | Jahnstraße | Johannisweg | Kapellenweg | Kardinal-Bengsch-Straße | Karfreitaggasse | Kastlstraße | Klostergasse | Krankenhausstraße | Kreissiedlung | Marktgasse | Marktplatz | Marktweiherweg | Martin-Luther-Straße | Muracher Straße | Mühlfeld | Mühlweg | Münchner Ring | Nabburger Straße | Nepomukstraße | Nunzenrieder Straße | Ortenburgstraße | Ostmarkstraße | Pater-Knellinger-Straße | Pfälzerweg | Pfarrer-von-Miller-Straße | Prälat-Sindersberger-Straße | Rapotohöhe | Raschauer Straße | Reiterstraße | Rot-Kreuz-Weg | Sailergasse | Schlesierstraße | Schmiedgasse | Schönseer Straße | Schützenring | Sankt-Wendelin-Straße | Sudetenstraße | Tannenweg | Taubenplatz | Teunzer Straße | Tressenrieder Straße | Turnerweg | Watzlikstraße | Weidenweg | Wolfgrubenweg | Zahlweingarten | Ziegelanger | Zum Bahnhof | Zwischen den Gassen

Ehemalige Straßennamen in Oberviechtach: Adolf-Hitler-Straße | Hindenburgstraße

Ortsteile im Gemeindebereich Oberviechtach ohne Straßennamen: Antelsdorf | Bahnhof Lind | Bahnhof Niedermurach | Brandhäuser | Bruderbügerl | Brücklinghof | Dietersdorf | Eigelsberg | Fritzenhäusl | Forst | Gartenriedermühle | Gütting | Hannamühle | Herzoghof | Hof | Hornmühle | Johannisberg | Käfermühle | Knaumühle | Kotzenhof | Lind | Lukahammer | Mitterlangau | Neumühle | Niesaß | Nunzenried | Oberlangau | Obermurach | Pirk | Pirkhof | Plechhammer | Pullenried | Schieberberg | Schlüsselhof | Schönthan | Steinmühle | Tannermühle | Tressenried | Unterlangau | Weißbach | Werneröd | Wildeppenried | Zieglhäusl

Wüstungen im Gemeindebereich Oberviechtach: Ameshof | Eisberg | Falzhäusl | Geisruck | Greiner | Günzelsried | Haslöd | Johannesthal | Kühschlag | Lindhäusl | Michelsrieth | Perchtoltzreut | Stangenberg | Wasenheim | Wolfsbrunn | Wolfsgrub