Greiner (Oberviechtach)
Koordinaten: 49° 30' 17.57" N, 12° 29' 1.93" E
| Greiner (Oberviechtach) | |
|---|---|
Greinerschleif, Kartenausschnitt Landvermessung (1808-1864) | |
| PLZ/Ort: | Greiner, abgegangene Siedlung an der Murach zwischen Tannermühle und Neumühle |

Die ehemalige Siedlung Greiner oder Greinerschleif [1]ist eine Wüstung, die im heutigen Gemeindegebiet von Oberviechtach liegt.
Lage der Wüstung Greiner
Greiner [2], auch als Greinerschleife bezeichnet, lag an der Murach zwischen der Tannermühle und der Neumühle. In der Karte der Uraufnahme von 1808‒1864 ist die Einöde eingetragen. Die Greinerschleif war eine historische Glasschleiferei, die die Wasserkraft der Murach nutzte.
Historische Schreibform
- 1863: Greiner [3]
- 1867: Greinerschleife … (Glasschleife)
- 1877: Greiner
- 1928: Greiner
Namenerklärung
Der Siedlungsname besteht aus dem Familiennamen Greiner. Als Bestimmungswort kommt Schleif hinzu. Der Name des abgegangenen Siedlung Greiner bedeutet beim Greiner.
Greinerschleif
Der Name „Greinerschleif“ kommt von der Waldung „Greiner“, die im Bereich Rackenthal, Schwand, dem Greiner, Langau und Pirkhof lag[4]. Zwischen der Herrschaft Winklarn/Schönsee und dem Amt Murach kam es immer wieder zu Streitigkeiten wegen des Grenzverlaufs, so auch im Jahre 1530 [5].
Im Jahr 1914 ist der Betrieb eines Schleif- und Polierwerks für Spiegelglas belegt [6]. Besitzer war damals Franz Troppmann. In der Greinerschleif verarbeitete man die von den Bahnhöfen Lind und Gaisthal angelieferten Glastafeln. Die trüben Glasplatten kamen auf Holztische, die durch Wasserkraft hin- und herbewegt wurden. Sie schliff man mit Quarzsand und beseitigte so Unebenheiten.
Die weiterverarbeiteten Glastafeln kamen zum großen Teil als Spiegel in den Verkauf. Der Hauptumschlagsplatz für solche Glasprodukte aus vielen Schleifen in der Oberpfalz lag im Raum Nürnberg. Von hier aus erfolgte der Versand in die ganze Welt. Rund 75 Prozent der Glasproduktion ging nach Übersee, überwiegend nach Amerika. Mit der beginnenden Glasproduktion in Amerika ging die Nachfrage nach den Produkten aus den oberpfälzer Glasschleifen zurück.
Die Greinerschleif brannte am 5. Dezember 1931 ab. Franz Troppmann baute das Schleif- und Polierwerk 1932 wieder auf [7].
Pfarreienzugehörigkeit im Jahre 1809
Falzhäusl gehörte 1809 zur Pfarrei Pullenried, die aus den folgenden Ortsteilen bestand [8]:
Pullenried, Brandhäuser, Falzhäusl, Greiner, Gütting, Hannamühle, Holzhäuser, Mitterlangau, Neumühle, Oberlangau, Ödreichersried, Pirk, Plechhammer, Stangenberg, Tannermühle, Unterlangau und Weißbach.
Literatur
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Königlich Bayerisches Statistisches Bureau, Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern, München 1904
Weblinks
- Greiner In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
Einzelnachweise
- ↑ Greiner In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz, abgerufen am 21. Februar 2026
- ↑ Königlich Bayerisches Statistisches Bureau, Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern, München 1904, S. 44
- ↑ Greiner In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 85, Fußnote 496
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 71
- ↑ Infotafel an der Greinerschleif
- ↑ Infotafel an der Greinerschleif
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 228
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