Antelsdorf (Oberviechtach)

Antelsdorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf.
Lage von Antelsdorf
Antelsdorf liegt rund 1,5 Kilometer westlich von Oberviechtach. Östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße B22. Von hier aus führt eine Gemeindeverbindungsstraße nach Dietersdorf und weiter nach Antelsdorf in Richtung Staatsstraße 2159, die von Oberviechtach kommend nach Niedermurach führt. Nur wenige Meter nordwestlich von Antelsdorf liegt der Ort Dietersdorf. Südöstlich von Antesldorf erhebt sich der 536 Meter hohe Mehlbügel [1].
Aus der Geschichte
Antelsdorf - Entstehung
Der Ort selber dürfte im 11. oder 12. Jahrhundert entstanden sein, was sich aus der Ortsendung „-dorf“ erschließen lässt. Eine Vielzahl weiterer „-dorf-Orte“ findet sich in der näheren Umgebung. In wenigen Metern Entfernung liegt Dietersdorf. Weitere Orte sind Nottersdorf, Rottendorf, Zankendorf, Voggendorf, Schömersdorf um nur einige zu nennen[2].
Historische Schreibformen von Antelsdorf
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Bedeutung des Ortsnamens Antelsdorf
Ausgehend vom Grundwort -dorf kommt als Bestimmungswort der mittelhochdeutsche Name Ainolt, bzw. der althochdeutsche Personenname Einolt in Frage. Der Name Antelsdorf bedeutet Siedlung (Dorf/Hof) des Ainolt [4].
Ainlesdorff im Amt Murach (1581)
Eine Beschreibung des Amtes Murach aus dem Jahre 1581 beschreibt Antelsdorf (Ainlesdorff) wie folgt: Ainlesdorff. Aldo seint zwen höffe meines gnedigsten herrens, der dritte Sazenhouerisch vnnd einer Pertolzhof., die hoche obrigkeit durchauß meines gdigsten herrn [5].
Herdstättenbeschreibung von 1762
Nach der Herdstättenbeschreibung aus dem Jahre 1762 war der Muracher Amtssitz in vier Obmannschaften eingeteilt. Zur zweiten Obmannschaft gehörten die Orte Antelsdorf, Voggendorf, Teunz, Oberteunz, Rottendorf, Hof, Fuchsberg, die Öde Grädlhof und Burkhardberg[6].
Hofmark Fuchsberg (1770)
Im Jahre 1770 unterstanden der Hofmark Fuchsberg insgesamt 63 Anwesen in unterschiedlichen Ortschaften im Pflegamt Murach. Eine dieser Ortschaften war Dietersdorf mit Antelsdorf[7]:
Dietersdorf und Antelsdorf
- 5 Anwesen: zwei ganze Höfe, drei halbe Höfe
Erläuterungen zum Verständnis: Hofgröße:
- Ganzer Hof (Mayrhof/Meierhof): Das größte Anwesen, ca. 40-90 Tagwerk Land, mit mehreren Pferden und Ochsen
- Halber Hof (Huber/Halbbauer): Etwa die Hälfte eines ganzen Hofes, ca. 30 Tagwerk, mit weniger Pferden und Ochsen
Bilder Antelsdorf
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Glockenturm in Antelsdorf (2013)
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Dietersdorf (links), Antelsdorf (rechts, 2017)
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Dietersdorf (unten), Antelsdorf (oben, 2020)
Pfarrbezirke um 1780
Antelsdorf gehörte um 1780 zur Pfarrei Niedermurach („Murach“). Weitere Pfarrorte der Parrei Niedermurach waren Pertolzhofen, Holmbrunn, Rottendorf, Enzelsberg, Voggendorf, Mantlarn, Zankendorf, Braunsried, Wagnern, Höflarn, Nottersdorf, Dietersdorf, Brücklinghof und Schlotthof [8].
Steuerdistrikte und Gemeindebildung
1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Niedermurach mit den Ortschaften Niedermurach, Antelsdorf, Dietersdorf, Holmbrunn und Schlotthof [9].
Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. „Rural“ leitet sich vom Lateinischen für „auf dem Lande lebend“ ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.
1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Hof mit den Ortschaften Antelsdorf, Dietersdorf und Brücklinghof [10]. Die Gemeinde Hof mit Antelsdorf wurde 1946 aufgelöst und nach Oberviechtach eingemeindet [11].
Literatur
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Erich Mathieu, Zur Geschichte der Stadt Oberviechtach, In: Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart, Verlag für Behörden und Wirtschaft, R. Alfred Hoeppner, Aßling und München 1970
- Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, ISBN 978-3-9819712-3-1
- Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg, Heckenstaller, Matricula
- Manfred Heim, Die Heckenstaller-Matrikel des Bistums Regensburg (1782 – 1787), Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg, Beiband 5, Regensburg 1992
Weblinks
- Antelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Antelsdorf in der Ortsdatenbank von Bavarikon
- Luftaufnahmen von Antelsdorf
- Luftaufnahmen Oberviechtach und Gemeindeteile
- Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 6540: Oberviechtach und Antelsdorf
Einzelnachweise
- ↑ Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 41, 42
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 11
- ↑ Antelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Antelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 73
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 78
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 110
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 65
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 202
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 205
- ↑ Erich Mathieu, Zur Geschichte der Stadt Oberviechtach, In: Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart, S. 72
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