Mitterlangau (Oberviechtach)
Koordinaten: 49° 31' 18.84" N, 12° 29' 27.42" E
| Mitterlangau (Oberviechtach) | |
|---|---|
Mitterlangau (2025) | |
| Höhe über dem Meeresspiegel: | 584 m |
| PLZ/Ort: | 92526 Mitterlangau, Stadt Oberviechtach |
| Ortsvorwahl: | 09671 |




Mitterlangau ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz.
Lage von Mitterlangau
Mitterlangau liegt rund acht Kilometer nordöstlich von Oberviechtach auf einer Höhe von rund 590 Metern[1]. Der Siedlungsname Langau bedeutet (Siedlung) in der langgestreckten Aue [2]. Das heute als Langau bezeichnete Gebiet ist ein schmales, offenes, in Nord-Süd-Richtung verlaufendes Wiesental, das im Westen vom Stangenberg und im Osten vom Stückberg-Greiner-Massiv begrenzt wird. Die Ortschaften Unterlangau, Mitterlangau und Oberlangau bilden die drei Hauptsiedlungen. Etwa einen Kilometer östlich von Oberlangau entspringt die Murach aus mehreren Quellen. Sie fließt von Oberlangau aus durch Mitterlangau zur Greinerschleif, weiter nach Plechhammer und Lukahammer in Richtung Teunz. Die Murach mündet bei Zangenstein in den Fluss Schwarzach.
Aus der Geschichte von Mitterlangau
Historische Schreibformen von Mitterlangau
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Bedeutung des Namens Mitterlangau
Das mittelhochdeutsche Grundwort ouwe bedeutet „von Wasser umflossenes Land, wasserreiches Wiesenland“. Zur Unterscheidung von Ober- und Unterlangau wird das Adjektiv mitter verwendet was so viel bedeutet wie „in der Mitte befindlich“. Der Siedlungsname bedeutet „(Siedlung) in der langgestreckten Aue“ [5]
Frühe Nennung
Die später zum Amt Murach gehörenden Orte Langau und Pullenried wurden erstmals 1285 urkundlich erwähnt. Damals erscheinen sie als „villa Langenowe“ und „villa Puelnrivt“ und unterstanden dem Amt Waidhaus. Im Urbar von 1326 werden beide Siedlungen jedoch nicht mehr aufgeführt [6]. Im Jahr 1318 wurde das sogenannte Goldwerk zu Langenau zusammen mit der Öde Walprechtreut für 60 Pfund Regensburger Pfennige an Konrad Paulsdorfer von Tännesberg verpfändet. Namensangaben aus dieser Zeit beziehen sich oftmals auf Wälder und Flurstücke. Die heutigen Ortsteile Unterlangau, Mitterlangau und Oberlangau entstanden erst deutlich später und wurden im 16. Jahrhundert neu gegründet [7].
Beschreibung von Unter-, Mitter- und Oberlangau 1581
Der Eintrag von 1581 beschreibt die landesherrliche Zugehörigkeit bestimmter Orte im Bereich des Amtes Murach. Die Text lautet: Muckhenthal der Hammer, item Pürckh, Stangenberg, Hindern Mittern vnnd Vordem Lanngau, Plechammer, Pürckhoff, Raickhenthal, Schönthann, Lindt, Herzoghoff, Nunzenriedt, Conradsriedt vnnd Eppenrieth an der Ascha seint ohne mitl mit der mannschafft vnnd aller obrigkheit meinem gdn. herm vnderworffen.[8][9].
Heute würde man sagen: Die Orte Muckental (beim Hammerwerk), Pirk, Stangenberg, Hinter-, Mitter- und Unterlangau, Plechhammer, Pirkhof, Rackenthal, Schönthan, Lind, Herzoghof, Nunzenried, Konatsried und (Ober- oder/und Unter-)eppenrieth an der Ascha sind unmittelbar mit ihren Einwohnern und allen Herrschafts- und Gerichtsrechten meinem gnädigen Herrn untertan.
Erläuterungen zum besseren Verständnis: Der mittelalterliche Begriff Mannschaft bedeutet hier nicht eine Gruppe von Menschen, sondern meint die Untertanen, also die Einwohner insgesamt. Der Begriff Mit aller Obrigkeit umfasst die obrigkeitlichen Rechte, wie die Niedergerichtsbarkeit, die Polizeigewalt, die Steuer- und Abgabenhoheit, Einforderung von Frondiensten und Verwaltungsrechte.
Herdstättenbeschreibung von 1762
Eine Herdstättenbeschreibung (auch Herdstättenverzeichnis) war im 17. und 18. Jahrhundert ein amtliches Verzeichnis der Haushalte eines Verwaltungsgebietes. Die "Herdstätte", also der Herd bzw. die Feuerstelle eines Hauses, galt als Einheit für Abgaben. Solche Verzeichnisse wurden häufig erstellt, um die Zahl der Anwesen, Hausbesitzer und steuerpflichtigen Untertanen zu erfassen.
Nach der Herdstättenbeschreibung von 1762 war das Amt Murach in vier Obmannschaften, Viertel genannt, eingeteilt: Obmannschaft Drittes Viertl genant Wildstein, Kühried, Pirk, Pirkhof, Mitternlangau, Obernlangau, Vordernlangau, Muggenthal, Rosenhof, Schönthan, Herzoghof, Wildeppenried und Rackenthal [10]. Die genannten Orte gehörten also verwaltungsmäßig zum Amt Murach.
Pfarreizugehörigkeit von Mitterlangau um 1780
Joseph Heckenstaller verfasste in den Jahren 1780 bis 1787 eine Matrikel, also ein Verzeichnis von Pfarreien, die den einzelnen Dekanaten zugeordnet sind. Die Pfarrei Pullenried war dem Dekanat Nabburg zugeordnet und umfasste folgende Ortschaften: Pullenried mit Plechhammer, Neumühle, Unterlangau, Mitterlangau, Oberlangau, Stangenberg, Pirk und Haslöd (Haslöd ist nicht lokalisierbar) [11][12].
Steuerdistrikte
1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Oberlangau mit den Ortschaften Unterlangau, Mitterlangau und Oberlangau[13]. 1828 erfolgte eine Umbenennung der Steuerdistrikte in Steuergemeinden.
Gemeindebildung
Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. "Rural" leitet sich vom Lateinischen für "auf dem Lande lebend" ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.
1818 war ursprünglich eine eigenständige Gemeinde Pirk geplant. Wegen der geringen Anzahl von 14 Familien „ordnete die Regierung des Regenkreises am 17. August 1818 eine Zusammenlegung mit Oberlangau an“ [14]. Für eine Gemeindebildung waren mindestens 20 Familien nötig. Die Gemeinde Oberlangau mit insgesamt 30 Familien wurde 1830 in die Gemeinde Mitterlangau eingemeindet, die 23 Familien hatte. Das Landgericht Neunburg hatte als Gemeindenamen Oberlangau vorgeschlagen, Langau setzte sich aber durch. Die landgerichtliche Ruralgemeinde Langau bestand ab 1830 aus den Ortschaften Brandhäuser, Gütting, Mitterlangau, Oberlangau, Pirk, Tannermühle und Unterlangau [15].
Die Eingemeindung von Langau nach Oberviechtach
Im Zuge der Gebietsreform Anfang der 1970er-Jahre wurde zunächst ein Zusammenschluss der Gemeinden Langau, Pullenried und Wildeppenried diskutiert. Die Gemeinde Langau sprach sich zunächst für einen freiwilligen Anschluss an die Stadt Schönsee aus. Zu Beginn des Jahres 1972 beantragten jedoch die Gemeindeteile Pirk und Brandhäuser die Ausgliederung aus der Gemeinde Langau und die Eingliederung in die Stadt Oberviechtach. Im März desselben Jahres schloss sich auch die Ortschaft Unterlangau diesem Anliegen an.
Da Langau nach den damals geltenden Nahbereichsgrenzen dem Raum Schönsee zugeordnet war, lehnte die Regierung eine Eingliederung nach Oberviechtach zunächst ab. Als einzige Alternative blieb vorerst die weitere Selbstständigkeit der Gemeinde Langau bestehen. Die Orientierung nach Oberviechtach verstärkte sich jedoch zunehmend, insbesondere nachdem die Gemeinde Pullenried zum 1. Juli 1972 in die Stadt Oberviechtach eingegliedert worden war. Langau war traditionell durch die Pfarr-, Schul- und Kommunalorganisation eng mit Pullenried verbunden.
Schließlich wurde die Gemeinde Langau auf eigenen Wunsch zum 1. Juli 1976 in die Stadt Oberviechtach eingemeindet und ist seither Teil des Stadtgebiets[16].
Literatur
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Georg Hager, Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg, VII Bezirksamt Oberviechtach, München 1906
- Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, ISBN 978-3-9819712-3-1
Weblinks
- Luftaufnahmen Oberviechtach und Gemeindeteile
- Luftaufnahmen Mitterlangau
- Mitterlangau In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Unterlangau, Mitterlangau, Oberlangau im BayernAtlas
Einzelnachweise
- ↑ Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 94
- ↑ Mitterlangau In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Mitterlangau In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Belege ohne unterscheidenden Zusatz können auch die Nachbarorte Ober- und Unterlangau (mit-)betreffen.
- ↑ Mitterlangau In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 36
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 36
- ↑ Staatsarchiv Amberg, Pflegamt Murach, 19
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 74
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 78
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 65
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 178
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 202
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212, 213
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