Pirkhof (Oberviechtach)
Koordinaten: 49° 29' 16.80" N, 12° 27' 29.88" E
| Pirkhof | |
|---|---|
Pirkhof (2024) | |
| Höhe über dem Meeresspiegel: | 550 m |
| PLZ/Ort: | 92526 Pirkhof, Stadt Oberviechtach |
| Belag: | Asphalt |
| Verkehrsbedeutung: | Staatsstraße oder sehr gut ausgebaute Kreisstraße, Straße an und in Wohngebieten |
| Ortsvorwahl: | 09677 |

Pirkhof ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz.
Lage von Pirkhof
Pirkhof liegt rund vier Kilometer nordöstlich von Oberviechtach. Durch den Ort verläuft die von Bahnhof Lind bei Oberviechtach kommende Staatsstraße 2160, die weiter nach Moosbach führt. Pirkhof liegt auf der linken Seite der Murach. Der Ort Lukahammer schließt rechtsseitig nahtlos an [1].
Aus der Geschichte
Historische Schreibformen von Pirkhof
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Bedeutung des Ortsnamens Pirkhof
Ausgehend vom Grundwort hof (umschlossener Raum) und dem Bestimmungswort birke bedeutet der Name Pirkhof Hof bei einer Birke oder einem Birkenwald [3].
Beschreibung von Pirkhof und weiteren Ortschaften im Jahre 1581
Der Eintrag von 1581 beschreibt die landesherrliche Zugehörigkeit bestimmter Orte im Bereich des Amtes Murach. Die Text lautet: Muckhenthal der Hammer, item Pürckh, Stangenberg, Hindern Mittern vnnd Vordem Lanngau, Plechammer, Pürckhoff, Raickhenthal, Schönthann, Lindt, Herzoghoff, Nunzenriedt, Conradsriedt vnnd Eppenrieth an der Ascha seint ohne mitl mit der mannschafft vnnd aller obrigkheit meinem gdn. herm vnderworffen.[4][5].
Heute würde man sagen: Die Orte Muggenthal (beim Hammerwerk), Pirk, Stangenberg, Hinter-, Mitter- und Unterlangau, Plechhammer, Pirkhof, Rackenthal, Schönthan, Lind, Herzoghof, Nunzenried, Konatsried und (Ober- oder/und Unter-)eppenrieth an der Ascha sind unmittelbar mit ihren Einwohnern und allen Herrschafts- und Gerichtsrechten meinem gnädigen Herrn untertan.
Erläuterungen zum besseren Verständnis: Der mittelalterliche Begriff Mannschaft bedeutet hier nicht eine Gruppe von Menschen, sondern meint die Untertanen, also die Einwohner insgesamt. Der Begriff Mit aller Obrigkeit umfasst die obrigkeitlichen Rechte, wie die Niedergerichtsbarkeit, die Polizeigewalt, die Steuer- und Abgabenhoheit, Einforderung von Frondiensten und Verwaltungsrechte.
Pirkhof in der Herdstättenbeschreibung von 1762
Eine Herdstättenbeschreibung (auch Herdstättenverzeichnis) war im 17. und 18. Jahrhundert ein amtliches Verzeichnis der Haushalte eines Verwaltungsgebietes. Die "Herdstätte", also der Herd bzw. die Feuerstelle eines Hauses, galt als Einheit für Abgaben. Solche Verzeichnisse wurden häufig erstellt, um die Zahl der Anwesen, Hausbesitzer und steuerpflichtigen Untertanen zu erfassen.
Nach der Herdstättenbeschreibung von 1762 war das Amt Murach in vier Obmannschaften, Viertel genannt, eingeteilt: Obmannschaft Drittes Viertl genant Wildstein, Kühried, Pirk, Pirkhof, Mitternlangau, Obernlangau, Vordernlangau, Muggenthal, Rosenhof, Schönthan, Herzoghof, Wildeppenried und Rackenthal [6]. Die genannten Orte gehörten also verwaltungsmäßig zum Amt Murach.
Steuerdistrikte
1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Pirkhof mit den Ortschaften Pirkhof, Gartenried, Plechhammer, Gartenriedermühle, Kotzenhof, Lukahammer und Neumühle[7]. 1828 erfolgte eine Umbenennung der Steuerdistrikte in Steuergemeinden.
Gemeindebildung
Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. „Rural“ leitet sich vom Lateinischen für „auf dem Lande lebend“ ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.
1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Pirkhof bestehend aus den Ortschaften Pirkhof, Gartenriedermühle, Gartenried, Kotzenhof und Lukahammer[8]. Die Familienzahl der Gemeinde Pirkhof betrug zu diesem Zeitpunkt insgesamt 25 Familien, wobei mindestens 20 Familien für eine Gemeindebildung nötig waren. Die Gemeinde Pirkhof wurde im Jahr 1946 aufgelöst. Es erfolgte ein Anschluss der Orte Gartenried, Gartenriedermühle, Kotzenhof, Lukahammer und Pirkhof an die Gemeinde Wildeppenried.
Das Landratsamt schlug 1971 vor, aus den bisherigen Gemeinden Langau, Pullenried und Wildeppenried eine neue Gemeinde zu bilden. 1972 beantragten die Orte Gartenried, Lukahammer und Pirkhof die Ausgliederung aus der Gemeinde Wildeppenried. Sie wollten sich der Stadtgemeinde Oberviechtach anschließen, um einen Anschluss an Teunz oder Pullenried zu verhindern. Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Wildeppenried aufgelöst und dem Wunsch der Bürger folgend nach Oberviechtach eingemeindet[9].
Literatur
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Reinhard Heydenreuter, Wolfgang Pledl, Konrad Ackermann, Vom Abrändler zum Zehentgraf, Wörterbuch zur Landesgeschichte und Heimatforschung in Bayern, München 2010, 3. Auflage, ISBN 978-3-937200-65-1
- Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, ISBN 978-3-9819712-3-1
Weblinks
- Pirkhof In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Luftaufnahmen Pirkhof
- Luftaufnahmen Oberviechtach und Gemeindeteile
Einzelnachweise
- ↑ Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 76
- ↑ Pirkhof In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Pirkhof In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Staatsarchiv Amberg, Pflegamt Murach, 19
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 74
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 78
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 203
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 206
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 218
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