Pirkhof (Oberviechtach)

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Koordinaten: 49° 29' 16.80" N, 12° 27' 29.88" E

Pirkhof
Pirkhof (2024)
Höhe über dem Meeresspiegel:550 m
PLZ/Ort:92526 Pirkhof, Stadt Oberviechtach
Belag:Asphalt
Verkehrsbedeutung:Staatsstraße oder sehr gut ausgebaute Kreisstraße, Straße an und in Wohngebieten
Ortsvorwahl:09677
Q14545334   Pirkhof_(Oberviechtach)  Pirkhof (Oberviechtach)  4763040-1ODB_S00037794
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-06-24T19:48:04+02:00.
Lukahammer, Pirkhof (Ausschnitt Uraufnahme 1808-1864)

Pirkhof ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz.

Lage von Pirkhof

Pirkhof liegt rund vier Kilometer nordöstlich von Oberviechtach. Durch den Ort verläuft die von Bahnhof Lind bei Oberviechtach kommende Staatsstraße 2160, die weiter nach Moosbach führt. Pirkhof liegt auf der linken Seite der Murach. Der Ort Lukahammer schließt rechtsseitig nahtlos an [1].

Aus der Geschichte

Historische Schreibformen von Pirkhof

  • 1542: Pirkhoff [2]
  • 1581: Pürckhoff
  • 1606: Bürckhoff
  • 1782-1787: Pürckhof
  • 1831: Birkhof, Pirkhof, Dorf

Bedeutung des Ortsnamens Pirkhof

Ausgehend vom Grundwort hof (umschlossener Raum) und dem Bestimmungswort birke bedeutet der Name Pirkhof Hof bei einer Birke oder einem Birkenwald [3].

Beschreibung von Pirkhof und weiteren Ortschaften im Jahre 1581

Der Eintrag von 1581 beschreibt die landesherrliche Zugehörigkeit bestimmter Orte im Bereich des Amtes Murach. Die Text lautet: Muckhenthal der Hammer, item Pürckh, Stangenberg, Hindern Mittern vnnd Vordem Lanngau, Plechammer, Pürckhoff, Raickhenthal, Schönthann, Lindt, Herzoghoff, Nunzenriedt, Conradsriedt vnnd Eppenrieth an der Ascha seint ohne mitl mit der mannschafft vnnd aller obrigkheit meinem gdn. herm vnderworffen.[4][5].

Heute würde man sagen: Die Orte Muggenthal (beim Hammerwerk), Pirk, Stangenberg, Hinter-, Mitter- und Unterlangau, Plechhammer, Pirkhof, Rackenthal, Schönthan, Lind, Herzoghof, Nunzenried, Konatsried und (Ober- oder/und Unter-)eppenrieth an der Ascha sind unmittelbar mit ihren Einwohnern und allen Herrschafts- und Gerichtsrechten meinem gnädigen Herrn untertan.

Erläuterungen zum besseren Verständnis: Der mittelalterliche Begriff Mannschaft bedeutet hier nicht eine Gruppe von Menschen, sondern meint die Untertanen, also die Einwohner insgesamt. Der Begriff Mit aller Obrigkeit umfasst die obrigkeitlichen Rechte, wie die Niedergerichtsbarkeit, die Polizeigewalt, die Steuer- und Abgabenhoheit, Einforderung von Frondiensten und Verwaltungsrechte.

Pirkhof in der Herdstättenbeschreibung von 1762

Eine Herdstättenbeschreibung (auch Herdstättenverzeichnis) war im 17. und 18. Jahrhundert ein amtliches Verzeichnis der Haushalte eines Verwaltungsgebietes. Die "Herdstätte", also der Herd bzw. die Feuerstelle eines Hauses, galt als Einheit für Abgaben. Solche Verzeichnisse wurden häufig erstellt, um die Zahl der Anwesen, Hausbesitzer und steuerpflichtigen Untertanen zu erfassen.

Nach der Herdstättenbeschreibung von 1762 war das Amt Murach in vier Obmannschaften, Viertel genannt, eingeteilt: Obmannschaft Drittes Viertl genant Wildstein, Kühried, Pirk, Pirkhof, Mitternlangau, Obernlangau, Vordernlangau, Muggenthal, Rosenhof, Schönthan, Herzoghof, Wildeppenried und Rackenthal [6]. Die genannten Orte gehörten also verwaltungsmäßig zum Amt Murach.

Steuerdistrikte

1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Pirkhof mit den Ortschaften Pirkhof, Gartenried, Plechhammer, Gartenriedermühle, Kotzenhof, Lukahammer und Neumühle[7]. 1828 erfolgte eine Umbenennung der Steuerdistrikte in Steuergemeinden.

Gemeindebildung

Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. „Rural“ leitet sich vom Lateinischen für „auf dem Lande lebend“ ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.

1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Pirkhof bestehend aus den Ortschaften Pirkhof, Gartenriedermühle, Gartenried, Kotzenhof und Lukahammer[8]. Die Familienzahl der Gemeinde Pirkhof betrug zu diesem Zeitpunkt insgesamt 25 Familien, wobei mindestens 20 Familien für eine Gemeindebildung nötig waren. Die Gemeinde Pirkhof wurde im Jahr 1946 aufgelöst. Es erfolgte ein Anschluss der Orte Gartenried, Gartenriedermühle, Kotzenhof, Lukahammer und Pirkhof an die Gemeinde Wildeppenried.

Das Landratsamt schlug 1971 vor, aus den bisherigen Gemeinden Langau, Pullenried und Wildeppenried eine neue Gemeinde zu bilden. 1972 beantragten die Orte Gartenried, Lukahammer und Pirkhof die Ausgliederung aus der Gemeinde Wildeppenried. Sie wollten sich der Stadtgemeinde Oberviechtach anschließen, um einen Anschluss an Teunz oder Pullenried zu verhindern. Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Wildeppenried aufgelöst und dem Wunsch der Bürger folgend nach Oberviechtach eingemeindet[9].

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 76
  2. Pirkhof In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Pirkhof In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  4. Staatsarchiv Amberg, Pflegamt Murach, 19
  5. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 74
  6. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 78
  7. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 203
  8. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 206
  9. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 218
Straßennamen in der Stadt Oberviechtach

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Ehemalige Straßennamen in Oberviechtach: Adolf-Hitler-Straße | Hindenburgstraße

Ortsteile im Gemeindebereich Oberviechtach ohne Straßennamen: Antelsdorf | Bahnhof Lind | Bahnhof Niedermurach | Brandhäuser | Bruderbügerl | Brücklinghof | Dietersdorf | Eigelsberg | Fritzenhäusl | Forst | Gartenriedermühle | Gütting | Hannamühle | Herzoghof | Hof | Hornmühle | Johannisberg | Käfermühle | Knaumühle | Kotzenhof | Lind | Lukahammer | Mitterlangau | Neumühle | Niesaß | Nunzenried | Oberlangau | Obermurach | Pirk | Pirkhof | Plechhammer | Pullenried | Schieberberg | Schlüsselhof | Schönthan | Steinmühle | Tannermühle | Tressenried | Unterlangau | Weißbach | Werneröd | Wildeppenried | Zieglhäusl

Wüstungen im Gemeindebereich Oberviechtach: Ameshof | Eisberg | Falzhäusl | Geisruck | Greiner | Günzelsried | Haslöd | Johannesthal | Kühschlag | Lindhäusl | Michelsrieth | Perchtoltzreut | Stangenberg | Wasenheim | Wolfsbrunn | Wolfsgrub