Nunzenried (Oberviechtach)
Koordinaten: 49° 27' 19.44" N, 12° 26' 52.08" E
| Nunzenried (Oberviechtach) | |
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Nunzenried (2024) | |
| PLZ/Ort: | 92526 Nunzenried, Stadt Oberviechtach |
Nunzenried ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf.
Lage von Nunzenried
Nunzenried liegt etwa einen Kilometer südöstlich von Oberviechtach auf rund 610 Meter Höhe in 300 Meter Entfernung von der Bundesstraße B 22 von Weiden nach Cham. Der Ort ist über eine von Oberviechtach kommende Gemeindeverbindungsstraße zu erreichen. Eine weitere Zufahrt von der Bundesstraße B 22 aus führt durch Nunzenried nach Bahnhof Lind[1].
Aus der Geschichte von Nunzenried
Die erste Nennung der Rodungssiedlung Nunzenried erfolgte im Jahre 1285, als die Siedlung Nvͤttzenrivt im Herzogsurbar als Besitz von Herzog Ludwig II. von Oberbayern genannt wird[2].
Historische Schreibformen von Nunzenried
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Bedeutung des Ortsnamens Nunzenried
Ausgehend vom mittelhochdeutschen Grundwort riut (durch Roden urbar gemachtes Land) und dem Personennamen als Bestimmungswort Nuze bedeutet der Name Nunzenried Rodungssiedlung des Nuze[4].
Historische Beschreibung von Nunzenried
Die Beschreibung von Konatsried erfolgt aufgrund des Steuer- und Anlagenbuches des Pflegamts Murach von 1774[5].
- 1285: Unter „proprietates castri in Muhra“ (= Besitztümer der Muracher Burgherrn): „Nvettzenrivt“, 7 Höfe
- 1301: Unter „Haus ze Sneberch“: „Aber datz Notzenried sitzent sechs man vnd giltet LXVI emmer piers vnd VI swein, sol ie daz swein wert sein LXXX pfenn. XII mutt habern, XXX chaes, VI Schilling ayer, LX pfenning zins.“
- 1326: „Nuzzenriut“ 7 Höfe; „Nutzzenriut“ mit Abgaben (Bier, Schweine; vgl. das Jahr 1301)
- 1494: „Nutzenriet“ 7 Mannschaften
- 1581: „Nunzenriedt“ untersteht unmittelbar dem Amt
- 1622: „Nunzenrieth“ 11 Mannschaften
- 1630: 1 Tafern „oder hof“, 1 Hof, 6 Güter, 1 Gütl, 1 Söldengütl, 1 Sölde; 4 Inleute (davon 1 Hüter)
- 1780-87: „Unzenried“
12 Anw.: 1 je 1/32 (Wirt), 9 je 1/2, 2 je 1/4 Hoffuß insgesamt: 6 1/32 Gemeinde: Hüthaus. In Nunzenried gab es nach dieser Beschreibung insgesamt zwölf Anwesen. Diese Anwesen gliederten sich in verschiedene Hofgrößen auf. Das waren neun halbe Höfe, zwei Viertelhöfe und 1/32 Anwesen. Nach der Hofgröße richteten sich die Abgaben, also die Besteuerung.
Erläuterungen zum besseren Verständnis:
Hofgröße:
- Ganzer Hof (Mayrhof/Meierhof): Das größte Anwesen, ca. 40-90 Tagwerk Land, mit mehreren Pferden und Ochsen
- Halber Hof (Huber/Halbbauer): Etwa die Hälfte eines ganzen Hofes, ca. 30 Tagwerk, mit weniger Pferden und Ochsen
- Viertel-Hof (Lehen/Gütler): Ein Viertel der Größe eines vollen Hofes, ca. 15-20 Tagwerk, mit einem Pferd und einem Ochsen
- Achtel-Hof (Sölde/Söldner): Ein Achtel des vollen Hofes, ca. 5-10 Tagwerk Land, oft ohne Pferd, mit einer oder zwei Kühen
- Kleinere Einheiten: Darunter folgten noch Sechzehntel-Höfe (Leersölde, 1-3 Tagwerk) und Zweiunddreißigstel-Höfe (Häusler, Leerhäusler) ohne oder mit sehr wenig Grundbesitz
Alte Handelsstraße
Im Mittelalter führte ein Handelsweg aus dem Raum Regensburg kommend über Johannisberg und Nunzenried nach Böhmen [6][7].
Steuerdistrikte
1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Nunzenried mit den Ortschaften Nunzenried, Eppenried, Konatsried, Lind, Schönthan, Tressenried, Käfermühle, Untereppenried, Bruderbügerl, Herzoghof, Hornmühle, „Oedsteinbach“, Werneröd und Ziegelhütte[8].
Gemeindebildung
Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. „Rural“ leitet sich vom Lateinischen für „auf dem Lande lebend“ ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.
1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Nunzenried mit den Ortschaften Nunzenried, Käfermühle und Tressenried[9]. Die Familienzahl der Nachbargemeinde Konatsried betrug zu diesem Zeitpunkt 19 Familien, wobei mindestens 20 Familien für eine Gemeindebildung nötig waren. Aus diesem Grund erfolgte im März 1830 die Zusammenlegung der Gemeinde Konatsried mit der Gemeinde Nunzenried. 1858/59 gab es Unstimmigkeiten darüber, ob die damalige Einöde Johannisberg der Gemeinde Nunzenried oder dem Markt Oberviechtach zuzurechnen sei[10].
Die Gemeinde Nunzenried wurde 1946 aufgelöst und in die Stadt Oberviechtach eingemeindet[11].
Literatur
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, ISBN 978-3-9819712-3-1
- Georg Lang, Die historische Handelsstraße von Regensburg nach Böhmen im Raum Oberviechtach, In: Oberviechtacher Heimatkundliche Beiträge; 1 (1990), S. 16 – 30
Weblinks
- Nunzenried In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Luftaufnahmen Oberviechtach und Gemeindeteile
- Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 6540: Oberviechtach und Nunzenried
Einzelnachweise
- ↑ Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 62/63
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 31
- ↑ Nunzenried In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Nunzenried In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 165
- ↑ Altstraßen im Bereich der TK 25 6540 Oberviechtach/Gesamt Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich Oberviechtach und Johannisberg
- ↑ Georg Lang, Die historische Handelsstraße von Regensburg nach Böhmen im Raum Oberviechtach, In: Oberviechtacher Heimatkundliche Beiträge; 1 (1990), S. 16 – 30
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 202
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 206
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 214
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 214
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