Ameshof (Oberviechtach)

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Koordinaten: 49° 28' 23.84" N, 12° 24' 36.00" E

Ameshof (Oberviechtach)
Flurname Ameisenhof bei Oberviechtach auf einem Kartenausschnitt auf Karte Landvermessung 1808-1864
PLZ/Ort:Ameshof, abgegangene Siedlung
nordwestlich von Oberviechtach
Q138510207
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-03-01T13:26:11+01:00.

Die ehemalige Siedlung Ameshof[1]ist eine Wüstung, die im heutigen Gemeindegebiet von Oberviechtach liegt.

Lage der Wüstung Ameshof

Ameshof, auch Almeshof bzw. Amelshof lag rund eineinhalb Kilometer nordwestlich von Oberviechtach. Anhand des in der Uraufnahme von 1808‒1864 eingetragenen Flurnamens Ameisenhof kann die Wüstung lokalisiert werden. An der Stelle entspringt ein unbenannter Bachlauf, der an Brücklinghof vorbeifließt und linksseitig in die Murach mündet. Die ehemalige Siedlung lag zwischen den heutigen Ortschaften Hof und Teunz, etwa 500 Meter nordöstlich von der Kreisstraße SAD 42.

Wüstungen im historischen Kontext

Wüstung, auch Ödung, Elende oder abgegangene Siedlung genannt, ist die Bezeichnung für eine aufgegebene Siedlung oder Wirtschaftsfläche, an die nur noch Urkunden, Flurnamen, Bodenfunde, Ruinen oder mündliche Überlieferungen erinnern. Auch Zerstörungen oder Verwüstungen während der Hussiteneinfälle oder des Dreißigjährigen Krieges können eine Ursache für Wüstungen sein. Daher sind auch die Jahreszahlen bei den angegebenen historischen Schreibformen zu beachten.

Die Hussiteneinfälle in die Oberpfalz ereigneten sich hauptsächlich in den 1420er und frühen 1430er Jahren, als Teil der Hussitenkriege (1419-1434), die nach der Verbrennung des Reformators Jan Hus 1415 in Böhmen ausbrachen. Der böhmische Reformator Jan Hus wurde am 6. Juli 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Als Ketzer verurteilt, starb er, weil er sich auf dem Konstanzer Konzil weigerte, seine gegen die Missstände der Kirche wie Ablasshandel und Kritik am Klerus gerichteten Aussagen zu widerrufen. Obwohl ihm freies Geleit zugesichert worden war, kam es zur Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) hatte verheerende Auswirkungen auf die Oberpfalz. Als Kernland der Kurpfalz und protestantisches Gebiet unter Friedrich V., dem Winterkönig, wurde die Region zum frühen Kriegsschauplatz und erlitt massive Bevölkerungsverluste sowie einen wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Historische Schreibform

  • 1396-1399: der Amans hof gelegen bey Vïchtach [2]
  • 1532: zwey ode gueter zum Ameshoff genannt
  • 1774: Öedlend Ameshof

Namenerklärung

Der Siedlungsname besteht aus dem mittelhochdeutschen Grundwort hof, also Besitz von Grundstücken und Gebäuden. Als Bestimmungswort kommt der mittelhochdeutsche Begriff amman hinzu, was auf Diener, Beamter, Verwalter hinweist. Es könnte auch der Personenname Amman sein. Der Name des abgegangenen Siedlung Ameshof bedeutet Hof eines Amtmannes oder Hof des Amman.

Aus der Geschichte

Das älteste Leuchtenberger Lehenbuch aus den Jahren 1396 bis 1399 nennt eine Reihe von Lehen, darunter auch folgenden Eintrag[3]: Merten Michelrewter hat aufgeben dem Hofmaister in trews hant den zehend uber den hof, der gehaissen ist der Amans hof gelegen bey Vichtach, und denselben zehend sol auf geben der Hofmaister Chunrad dem Michelrewter.

Musterungsbücher aus dem Jahre 1532 geben Aufschluss über Siedlungen und Wüstungen in der Region Oberviechtach. Sie berichten von zwey ode gueter zum Ameshoff genantt haben in ettlich paurn zum Hoff[4].

1774 findet sich ein weiterer Eintrag, in dem zu lesen ist: Unter den walzenden Stücken von Hof: Öedlend Ammeshof[5]. Der Eintrag "Unter den walzenden Stücken" bedeutet ein Grundstück unterhalb eines abfallenden Hanges.

Literatur

Weblinks

  • Ameshof In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz

Einzelnachweise

  1. Ameshof In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz, abgerufen am 1. März 2026
  2. Ameshof In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 44
  4. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 72
  5. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 159
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