Unterlangau (Oberviechtach)

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Koordinaten: 49° 30' 42.48" N, 12° 28' 29.64" E

Unterlangau
Unterlangau (2024)
Höhe über dem Meeresspiegel:600 m
PLZ/Ort:92526 Unterlangau, Stadt Oberviechtach
Ortsvorwahl:09671
Q6194575   Unterlangau  UnterlangauODB_S00037801
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-06-23T20:07:05+02:00.
Unterlangau (Bildmitte), Pullenried (oben), Goldlehrpfad (unten)
Unterlangau auf einer Karte der Pfarrei Pullenried (1793)

Unterlangau ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz.

Lage von Unterlangau

Unterlangau liegt rund sechs Kilometer nordöstlich von Oberviechtach auf einer Höhe von rund 600 Metern. Am Ort vorbei verläuft die Kreisstraße SAD 44, die vom Pullenried kommend zum Parkplatz am Goldlehrpfad und weiter nach Mitterlangau führt. [1].

Aus der Geschichte von Langau

Historische Schreibformen von Unterlangau

  • um 1285: villa Langenowe [2][3]
  • 1413: Nydern Langenaw
  • 1494: Waldung Vntter Langenaw
  • 1532: drey Langaw
  • 1581: Vorder Lanngau
  • 1606: Vorder Langaw
  • 1630: Vordern Langau
  • 1782 – 1787: Unterlangau

Bedeutung des Namens

Das mittelhochdeutsche Grundwort ouwe bedeutet von Wasser umflossenes Land, wasserreiches Wiesenland. Zur Unterscheidung von Ober- und Mitterlangau wird das mittelhochdeutsche Adjektiv nider verwendet was so viel bedeutet wie unter, niedrig, tief. Der Siedlungsname bedeutet (Siedlung) in der langgestreckten Aue [4].

Frühe Nennung

Die später zum Amt Murach gehörenden Orte Langau und Pullenried wurden erstmals 1285 urkundlich erwähnt. Damals erscheinen sie als villa Langenowe und villa Puelnrivt und unterstanden dem Amt Waidhaus. Im Urbar von 1326 werden beide Siedlungen jedoch nicht mehr aufgeführt [5]. Im Jahr 1318 wurde das sogenannte Goldwerk zu Langenau zusammen mit der Öde Walprechtreut für 60 Pfund Regensburger Pfennige an Konrad Paulsdorfer von Tännesberg verpfändet. Namensangaben aus dieser Zeit beziehen sich oftmals auf Wälder und Flurstücke.

Die heutigen Ortsteile Oberlangau, Mitterlangau und Unterlangau entstanden erst deutlich später und wurden im 16. Jahrhundert neu gegründet [6].

Historische Beschreibung von Unterlangau

  • 1494: Waldung Vntter Langenaw
  • 1581: Vorder Lanngau untersteht unmittelbar dem Amt
  • 1622: Vorderlangaw (...) dörfflein mit 6 mannschafften
  • 1630: Vordem Langau 3 Güter (1 Besitzer emigrierte nach Nürnberg), 1 Söldengütl, 2 kleine Häusl; 2 Inwohner
  • 1792: Voderlangau
  • 1810: Voder- oder Unterlangau [7].

Unterlangau hatte 1810 insgesamt 9 Anwesen mit folgender Hoffußgröße[8]: 3 halbe Höfe, 2 Viertelhöfe, 2 je 1/6 Höfe, ein 1/16 Hof, 1/32 Anwesen und ein geindliches Hüthaus.

Erläuterungen zum besseren Verständnis:

Hofgröße:

  • Ganzer Hof (Mayrhof/Meierhof): Das größte Anwesen, ca. 40-90 Tagwerk Land, mit mehreren Pferden und Ochsen
  • Halber Hof (Huber/Halbbauer): Etwa die Hälfte eines ganzen Hofes, ca. 30 Tagwerk, mit weniger Pferden und Ochsen
  • Viertel-Hof (Lehen/Gütler): Ein Viertel der Größe eines vollen Hofes, ca. 15-20 Tagwerk, mit einem Pferd und einem Ochsen
  • Achtel-Hof (Sölde/Söldner): Ein Achtel des vollen Hofes, ca. 5-10 Tagwerk Land, oft ohne Pferd, mit einer oder zwei Kühen
  • Kleinere Einheiten: Darunter folgten noch Sechzehntel-Höfe (Leersölde, 1-3 Tagwerk) und Zweiunddreißigstel-Höfe (Häusler, Leerhäusler) ohne oder mit sehr wenig Grundbesitz

Pfarreizugehörigkeit von Unterlangau um 1780

Joseph Heckenstaller verfasste in den Jahren 1780 bis 1787 eine Matrikel, also ein Verzeichnis von Pfarreien, die den einzelnen Dekanaten zugeordnet sind. Die Pfarrei Pullenried war dem Dekanat Nabburg zugeordnet und umfasste folgende Ortschaften: Pullenried mit Plechhammer, Neumühle, Unterlangau, Mitterlangau, Oberlangau, Stangenberg, Pirk und Haslöd (Haslöd ist nicht lokalisierbar) [9][10].

Steuerdistrikte

1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Pullenried mit den Ortschaften Pullenried, Pirk, Unterlangau, Hannamühle und Stangenberg[11]. 1828 erfolgte eine Umbenennung der Steuerdistrikte in Steuergemeinden.

Gemeindebildung

Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. "Rural" leitet sich vom Lateinischen für "auf dem Lande lebend" ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.

1818 war ursprünglich eine eigenständige Gemeinde Pirk geplant. Wegen der geringen Anzahl von 14 Familien "ordnete die Regierung des Regenkreises am 17. August 1818 eine Zusammenlegung mit Oberlangau an"[12]. Für eine Gemeindebildung waren mindestens 20 Familien nötig. Die Gemeinde Oberlangau mit insgesamt 30 Familien wurde 1830 in die Gemeinde Mitterlangau eingemeindet, die 23 Familien hatte. Das Landgericht Neunburg hatte als Gemeindenamen Oberlangau vorgeschlagen, Langau setzte sich aber durch. Die landgerichtliche Ruralgemeinde Langau bestand ab 1830 aus den Ortschaften Brandhäuser, Gütting, Mitterlangau, Oberlangau, Pirk, Tannermühle und Unterlangau [13].

Die Eingemeindung von Langau nach Oberviechtach

Im Zuge der Gebietsreform Anfang der 1970er-Jahre wurde zunächst ein Zusammenschluss der Gemeinden Langau, Pullenried und Wildeppenried diskutiert. Die Gemeinde Langau sprach sich zunächst für einen freiwilligen Anschluss an die Stadt Schönsee aus. Zu Beginn des Jahres 1972 beantragten jedoch die Gemeindeteile Pirk und Brandhäuser die Ausgliederung aus der Gemeinde Langau und die Eingliederung in die Stadt Oberviechtach. Im März desselben Jahres schloss sich auch die Ortschaft Unterlangau diesem Anliegen an.

Da Langau nach den damals geltenden Nahbereichsgrenzen dem Raum Schönsee zugeordnet war, lehnte die Regierung eine Eingliederung nach Oberviechtach zunächst ab. Als einzige Alternative blieb vorerst die weitere Selbstständigkeit der Gemeinde Langau bestehen. Die Orientierung nach Oberviechtach verstärkte sich jedoch zunehmend, insbesondere nachdem die Gemeinde Pullenried zum 1. Juli 1972 in die Stadt Oberviechtach eingegliedert worden war. Langau war traditionell durch die Pfarr-, Schul- und Kommunalorganisation eng mit Pullenried verbunden.

Schließlich wurde die Gemeinde Langau auf eigenen Wunsch zum 1. Juli 1976 in die Stadt Oberviechtach eingemeindet und ist seither Teil des Stadtgebiets[14].

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 93
  2. Unterlangau In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Belege ohne unterscheidenden Zusatz können auch die Nachbarorte Ober- und Mitterlangau (mit-)betreffen.
  4. Unterlangau In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  5. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 36
  6. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 36
  7. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 178
  8. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 178, Fußnote 130
  9. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 65
  10. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 178
  11. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 203
  12. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
  13. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
  14. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212, 213
Straßennamen in der Stadt Oberviechtach

Adolf-Kolping-Straße | Alfons-Goppel-Straße | Am Bahnhof | Am Bleichanger | Am Galgenberg | Am Hopfengarten | Am Sandradl | Am Schießanger | Am Schlosserfeld | Am Schützenheim | Am Steinforst | An der Allee | Bahnhofstraße | Bezirksamtstraße | Bürgermeister-Fuhrmann-Straße | Bürgermeister-Neuber-Straße | Bürgermeister-Roßmann-Straße | Bgm.-Spichtinger-Straße | Birkenweg | Bischofweg | Böhmerwaldstraße | Buchbergerstraße | Diepoldstraße | Dr.-Eisenbarth-Straße | Dr.-Mathieu-Straße | Dr.-Max-Schwarz-Platz | Dr.-Max-Schwarz-Straße | Dreifaltigkeit | Eigelsberger Straße | Erika-Odemer-Straße | Fabrikweg | Fichtenbühl | Gewerbepark | Hann. Mündener Straße | Hans-Lang-Straße | Hans-Schneeberger-Straße | Hintere Sailergasse | Im Gressergarten | Im Wiesengrund | Im Winkl | In den Siechenwiesen | Industriegebiet West | Industriestraße | Jahnstraße | Johannisweg | Kapellenweg | Kardinal-Bengsch-Straße | Karfreitaggasse | Kastlstraße | Klostergasse | Krankenhausstraße | Kreissiedlung | Marktgasse | Marktplatz | Martin-Luther-Straße | Muracher Straße | Mühlfeld | Mühlweg | Münchner Ring | Nabburger Straße | Nepomukstraße | Nunzenrieder Straße | Ortenburgstraße | Ostmarkstraße | Pater-Knellinger-Straße | Pfälzerweg | Pfarrer-von-Miller-Straße | Prälat-Sindersberger-Straße | Rapotohöhe | Raschauer Straße | Reiterstraße | Rot-Kreuz-Weg | Sailergasse | Schlesierstraße | Schmiedgasse | Schönseer Straße | Schützenring | Sankt-Wendelin-Straße | Sudetenstraße | Tannenweg | Taubenplatz | Teunzer Straße | Tressenrieder Straße | Turnerweg | Watzlikstraße | Weidenweg | Wolfgrubenweg | Zahlweingarten | Ziegelanger | Zum Bahnhof | Zwischen den Gassen

Ehemalige Straßennamen in Oberviechtach: Adolf-Hitler-Straße | Hindenburgstraße

Ortsteile im Gemeindebereich Oberviechtach ohne Straßennamen: Antelsdorf | Bahnhof Lind | Bahnhof Niedermurach | Brandhäuser | Bruderbügerl | Brücklinghof | Dietersdorf | Eigelsberg | Fritzenhäusl | Forst | Gartenriedermühle | Gütting | Hannamühle | Herzoghof | Hof | Hornmühle | Johannisberg | Käfermühle | Knaumühle | Kotzenhof | Lind | Lukahammer | Mitterlangau | Neumühle | Niesaß | Nunzenried | Oberlangau | Obermurach | Pirk | Pirkhof | Plechhammer | Pullenried | Schieberberg | Schlüsselhof | Schönthan | Steinmühle | Tannermühle | Tressenried | Unterlangau | Weißbach | Werneröd | Wildeppenried | Zieglhäusl

Wüstungen im Gemeindebereich Oberviechtach: Ameshof | Eisberg | Falzhäusl | Geisruck | Greiner | Günzelsried | Haslöd | Johannesthal | Kühschlag | Lindhäusl | Michelsrieth | Perchtoltzreut | Stangenberg | Wasenheim | Wolfsbrunn | Wolfsgrub