Stangenberg (Oberviechtach)
Koordinaten: 49° 32' 39.12" N, 12° 28' 45.66" E
| Stangenberg (Oberviechtach) | |
|---|---|
Stangenberg bei Mitterlangau (2017) | |
| PLZ/Ort: | Stangenberg, abgegangene Siedlung nördlich von Mitterlangau |


Die ehemalige Siedlung Stangenberg[1]ist eine Wüstung, die im heutigen Gemeindegebiet von Oberviechtach liegt.
Lage der Wüstung Stangenberg
Stangenberg lag rund zweieinhalb Kilometer nordwestlich von Mitterlangau in einem Waldgebiet mit dem gleichnamigen Flurnamen Stangenberg. Die Siedlung befand sich an der Nordseite der 751 Meter hohen Erhebung. Diese ist heute der höchste Punkt im Gemeindebereich der Stadt Oberviechtach. An der Nordseite des Stangenberges grenzt die zum Landkreis Neustadt an der Waldnaab gehörende Gemeinde Eslarn an.
Historische Schreibform
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Namenerklärung
Der Siedlungsname besteht aus dem mittelhochdeutschen Grundwort përc, also Berg. Als Bestimmungswort kommt der stange hinzu. Der Name des abgegangenen Siedlung Stangenberg bedeutet (Siedlung auf dem) Berg, an dem die Bäume wie Stangen wachsen.
Aus der Geschichte
Gold- und Silberabbau
Im Quellgebiet der Murach, am Tröbesbach und am Goldbach bis zum Gebiet des Stangenberges befanden sich im Mittelalter eine größere Zahl von Schürfplätzen, an denen ab dem 14. Jahhundert nach Gold gegraben wurde. Am Stangenberg deutet heute noch der Flurname Silbergrube auf diese Tätigkeiten hin[3].
Ältester, belegter Goldbergbau in der Oberpfalz südlich des Stangenberges
In Gütting, einem Waldgebiet bei Unterlangau befindet sich der älteste urkundlich belegte Goldbergbau der Oberpfalz. Bereits 1318 wurde bei Gütting nachweislich Gold abgebaut.
Heute ist das Gebiet Teil des "Goldlehrpfads", der an mittelalterlichen Schürfgruben und Halden vorbeiführt. Bei Führungen besteht die Möglichkeiten zum Goldwaschen.
- Historischer Goldbergbau: Das Gebiet um Unterlangau, speziell im Wald "Gütting", war ein wichtiges Zentrum der Goldsuche. Zeugnisse sind der ehemalige Stollen "Güttingloch" und zahlreiche Abraumhalden.
- Goldlehrpfad & Erlebnisse: Der Gütting-Rundwanderweg (ca. 3,5 km) führt zu den historischen Fundstellen und goldführenden Bächen wie dem Forellenbach.
- Goldwaschen heute: Die Stadt Oberviechtach bietet geführte Wanderungen mit Goldwaschen an, bei denen Teilnehmer selbst Goldflitter (Goldflinserl) finden können.
- Museum: Das Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum in Oberviechtach zeigt eine Ausstellung zum Goldabbau in der Langau.
Stangenberg in Musterungsbücher aus dem Jahre 1532
Musterungsbücher aus dem Bereich margk Viechtach vnd auff dem landt doselbst [4] aus dem Jahre 1532 geben Aufschluss über die Besiedlungsstruktur zur damaligen Zeit. Dies betrifft sowohl neu angelegte Siedlungen als auch abgegangene Höfe. Zum Siedlungsbestand des Amts Murach gehörte neben einer Vielzahl anderer Orte auch Pirckht fasstend an den Stangenperg [5].
Beschreibung des Amtes Murach im Jahre 1581
In einer Aufstellung aller Märkte und Dörfer im Zuständigkeitsbereich des Amtes Murach aus dem Jahre 1581 findet sich auch die Siedlung Stangenberg:
Muckhenthal der hammer, item Pürckh, Stangenberg, Hindern Mittern vnnd Vordem Lanngau, Plechammer, Pürckhoff, Raickhenthal, Schönthann, Lindt, Herzoghoff, Nunzenriedt, Conradsriedt vnnd Eppenrieth an der Ascha seint ohne mitl mit der mannschafft vnnd aller obrigkheit meinem gdn. herm vnderworffen[6].
Historische Beschreibung von Stangenberg
- 1494: Waldung Stangen pergk
- 1560: Michl Schmausser (Schmauß) errichtet ein neu gueth am Stangen Perg (...) ann dem ort, vnnten am gemöß, do dj ödtlenndt Pirkh, am Stanngennperg, ann di Loe rürt
- 1581: Stangenber untersteht unmittelbar dem Amt
- 1622: Stangenberg. Ferner durch daß holz die Stangenloe genant vnd dem berg hinauff, ist ein einschichtiger hoff, deßen velder an die Purckhtrenwizer greniz stoßend
- 1630: 1 Hof [7].
Steuerdistrikte
1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Pullenried mit den Ortschaften Pullenried, Pirk, Unterlangau, Hannamühle und Stangenberg[8]. 1828 erfolgte eine Umbenennung der Steuerdistrikte in Steuergemeinden.
Gemeindebildung
Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. "Rural" leitet sich vom Lateinischen für "auf dem Lande lebend" ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.
1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Oberlangau mit den Ortschaften Oberlangau, Pirk und Stangenberg[9]. Die Familienzahl der Gemeinde Oberlangau betrug zu diesem Zeitpunkt 31 Familien, wobei mindestens 20 Familien für eine Gemeindebildung nötig waren. In der Siedlung Stangenberg lebte 1808 eine Familie.
Die Gemeinde Oberlangau wurde im März 1830 in die Gemeinde Mitterlangau eingemeindet. Später entstand die Gemeinde Langau mit Oberlangau, Mitterlangau, Unterlangau, Brandhäuser, Gütting, Pirk und Tannermühle. Stangenberg wird hier nicht mehr genannt [10].
Einwohnerentwicklung von Stangenberg
Einwohnerzahlen von Stangenberg:
| Jahr | 1867 [11] | 1871[12] | 1888 [13] |
| Einwohner | 16 | 3 | 8 |
Pfarreienzugehörigkeit im Jahre 1809
Stangenberg gehörte 1809 zur Pfarrei Pullenried, die aus den folgenden Ortsteilen bestand [14]:
Pullenried, Brandhäuser, Falzhäusl , Greiner, Gütting, Hannamühle, Holzhäuser, Mitterlangau, Neumühle, Oberlangau, Ödreichersried, Pirk, Plechhammer, Stangenberg, Tannermühle, Unterlangau und Weißbach.
Literatur
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Bavaria, Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern, mit einer Uebersichtskarte des diesseitigen Bayerns in 15 Blättern, 5,1, Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern, Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, München, 1867
- Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern: nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, Amtsgerichten und Gemeinden mit Nachweisung der Eigenschaft, der Pfarrei-, Schul-, Post-, Gerichts- und Amtszugehörigkeit jeder Ortschaft nebst Entfernungsangaben ; ferner mit Angabe der in den einzelnen Orten befindlichen Stellen, Behörden und Anstalten, sowie mit statistischen Nachweisen über Areal, Haushaltungen, Bevölkerung, Wohngebäude und Viehstand nach den Ergebnissen der neuesten Erhebungen, sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft, München 1888
Weblinks
- Stangenberg In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Wanderweg Stangenberg-Runde auf der Homepage der Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald
Einzelnachweise
- ↑ Stangenberg In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz, abgerufen am 21. Februar 2026
- ↑ Stangenberg In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Karte Stangenberg im BayernAtlas
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 71
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 72
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 74
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 175
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 203
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 206
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
- ↑ Bavaria, Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern, mit einer Uebersichtskarte des diesseitigen Bayerns in 15 Blättern, 5,1, Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern, Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, München, 1867, S. 724
- ↑ Einwohnerzahl Stangenberg 1871 laut Bavarikon
- ↑ Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern: nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, Amtsgerichten und Gemeinden mit Nachweisung der Eigenschaft, der Pfarrei-, Schul-, Post-, Gerichts- und Amtszugehörigkeit jeder Ortschaft nebst Entfernungsangaben ; ferner mit Angabe der in den einzelnen Orten befindlichen Stellen, Behörden und Anstalten, sowie mit statistischen Nachweisen über Areal, Haushaltungen, Bevölkerung, Wohngebäude und Viehstand nach den Ergebnissen der neuesten Erhebungen, sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft, München 1888, S. 848
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 228
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