Wolfsbrunn (Oberviechtach)

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Wolfsbrunn (Oberviechtach)
Wolfsbrunn: Bereich Nunzenried auf einem
Kartenausschnitt aus Karte Landvermessung 1808-1864
PLZ/Ort:Wolfsbrunn, abgegangene Siedlung
bei Nunzenried
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-02-20T11:44:33+01:00.

Die ehemalige Siedlung Wolfsbrunn[1]ist eine Wüstung, die ursprünglich bei Nunzenried im heutigen Gemeindebereich von Oberviechtach lag[2].

Wüstungen im historischen Kontext

Wüstung, auch Ödung, Elende oder abgegangene Siedlung genannt, ist die Bezeichnung für eine aufgegebene Siedlung oder Wirtschaftsfläche, an die nur noch Urkunden, Flurnamen, Bodenfunde, Ruinen oder mündliche Überlieferungen erinnern. Auch Zerstörungen oder Verwüstungen während der Hussiteneinfälle oder des Dreißigjährigen Krieges können eine Ursache für Wüstungen sein. Daher sind auch die Jahreszahlen bei den angegebenen historischen Schreibformen zu beachten.

Die Hussiteneinfälle in die Oberpfalz ereigneten sich hauptsächlich in den 1420er und frühen 1430er Jahren, als Teil der Hussitenkriege (1419-1434), die nach der Verbrennung des Reformators Jan Hus 1415 in Böhmen ausbrachen. Der böhmische Reformator Jan Hus wurde am 6. Juli 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Als Ketzer verurteilt, starb er, weil er sich auf dem Konstanzer Konzil weigerte, seine gegen die Missstände der Kirche wie Ablasshandel und Kritik am Klerus gerichteten Aussagen zu widerrufen. Obwohl ihm freies Geleit zugesichert worden war, kam es zur Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) hatte verheerende Auswirkungen auf die Oberpfalz. Als Kernland der Kurpfalz und protestantisches Gebiet unter Friedrich V., dem Winterkönig, wurde die Region zum frühen Kriegsschauplatz und erlitt massive Bevölkerungsverluste sowie einen wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Lokalisierung der Wüstung Wolfsbrunn

Die Siedlung Wolfsbrunn lag bei Nunzenried. Das ergibt sich aus einer Urkunde des Klosters Schönthal aus dem Jahre 1380, in der von vnser halbew oͤd genant ze dem Wolfsprwnn pei Unczenreuth vor dem vorstl gelegen berichtet wird[3].

Geschichtliche Erwähnung

Eine Urkunde des Klosters Schönthal berichtet von einer halben Öd „genant ze dem Wolfsprwnn bei Vnnczenreuth vor dem Vorsstl gelegen“ und eine weitere von „Wolfsprün gelegen bey Nuesnrewt“ (Wolfsprunn, abgegangen, bei Nunzenried). Diesen Besitz hatte Wolfhart der Zenger „ze den Gensperg“ 1380 an Friedrich den Zenger zu Trausnitz verkauft. Friedrich der Zenger konnte aber seine Besitzrechte nicht antreten und wandte sich daher an das Landgericht Nabburg. Dies bestätigte ihm 1438 sein Recht auf die halbe Öd[4].

Historische Schreibform

  • um 1285: Wolfsprvnne [5]
  • 1326: Wolfpruͦnne
  • 1380: vnser halbew oͤd genant ze dem Wolfsprwnn pei Unczenreuth vor dem vorstl gelegen
  • 1438: die halb öde zu Wolfsprün gelegen bey Nuesnrewt

Namenerklärung

Der Siedlungsname besteht aus dem mittelhochdeutschen Grundwort prunne, also Brunnen oder Quelle. Als Bestimmungswort kommt der Personenname Wolf oder der Tiername wolf hinzu. Der Name des abgegangenen Siedlung Wolfsbrunn bedeutet an einer Quelle gelegene Siedlung des Wolf oder (Siedlung an der) Quelle, an der ein Wolf haust [6].

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wolfsbrunn In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz, abgerufen am 20. Februar 2026
  2. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Oberviechtach, S. 34
  3. Monumenta Boica, 26, 211
  4. Monumenta Boica, 26, 211, 409
  5. Wolfsbrunn In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  6. Wolfsbrunn In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
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