Oberlangau (Oberviechtach)

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Koordinaten: 49° 32' 20.04" N, 12° 30' 1.44" E

Oberlangau
Oberlangau (2025)
Höhe über dem Meeresspiegel:662 m
PLZ/Ort:92526 Oberlangau, Stadt Oberviechtach
Höchstgeschwindigkeit:50
Belag:Asphalt
Verkehrsbedeutung:Straße an und in Wohngebieten, innerstädtische Vorfahrtstraßen mit Durchfahrtscharakter, Erschließungsweg
Ortsvorwahl:09671
Q14912812   Oberlangau  OberlangauODB_S00037791
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-06-24T12:59:10+02:00.
Josefikapelle in Oberlangau (2018)
Josefikapelle in Oberlangau (2018)

Oberlangau ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz.

Lage von Oberlangau

Oberlangau liegt rund zehn Kilometer nordöstlich von Oberviechtach auf einer Höhe von rund 660 Metern[1] an der Kreisstraße SAD 45, die weiter nach Eslarn führt. Oberlangau liegt einen knappen Kilometer von der Landkreisgrenze zum Nachbarlandkreis Neustadt an der Waldnaab entfernt.

Das heute als Langau bezeichnete Gebiet ist ein schmales, offenes, in Nord-Süd-Richtung verlaufendes Wiesental, das im Westen vom Stangenberg und im Osten vom Stückberg-Greiner-Massiv begrenzt wird. Die Ortschaften Unterlangau, Mitterlangau und Oberlangau bilden die drei Hauptsiedlungen. Etwa einen Kilometer östlich von Oberlangau entspringt die Murach aus mehreren Quellen. Sie fließt von Oberlangau aus durch Mitterlangau zur Greinerschleif, weiter nach Plechhammer und Lukahammer in Richtung Teunz. Die Murach mündet bei Zangenstein in den Fluss Schwarzach.

Aus der Geschichte von Oberlangau

Historische Schreibformen von Oberlangau

  • um 1285: villa Langenowe [2][3]
  • 1413: Obernlangenaw
  • 1444: OberLangaw
  • 1532: drey Langaw
  • 1563: die ganze dorfgmein der Obern Langaw
  • 1581: Hinder Lanngau
  • 1622: Hinderlangaw
  • 1782 – 1787: Oberlangau

Bedeutung des Namens Oberlangau

Das mittelhochdeutsche Grundwort ouwe bedeutet „von Wasser umflossenes Land, wasserreiches Wiesenland“. Zur Unterscheidung von Mitter- und Unterlangau wird das Adjektiv ober verwendet was so viel bedeutet wie "in der Landschaft höher gelegen". Der Siedlungsname bedeutet "(Siedlung) in der langgestreckten Aue" [4]

Frühe Nennung

Die später zum Amt Murach gehörenden Orte Langau und Pullenried wurden erstmals 1285 urkundlich erwähnt. Damals erscheinen sie als villa Langenowe und villa Puelnrivt und unterstanden dem Amt Waidhaus. Im Urbar von 1326 werden beide Siedlungen jedoch nicht mehr aufgeführt [5]. Im Jahr 1318 wurde das sogenannte Goldwerk zu Langenau zusammen mit der Öde Walprechtreut für 60 Pfund Regensburger Pfennige an Konrad Paulsdorfer von Tännesberg verpfändet. Namensangaben aus dieser Zeit beziehen sich oftmals auf Wälder und Flurstücke. Die heutigen Ortsteile Unterlangau, Mitterlangau und Oberlangau entstanden erst deutlich später und wurden im 16. Jahrhundert neu gegründet [6].

Beschreibung von Unter-, Mitter- und Oberlangau 1581

Der Eintrag von 1581 beschreibt die landesherrliche Zugehörigkeit bestimmter Orte im Bereich des Amtes Murach. Die Text lautet: Muckhenthal der Hammer, item Pürckh, Stangenberg, Hindern Mittern vnnd Vordem Lanngau, Plechammer, Pürckhoff, Raickhenthal, Schönthann, Lindt, Herzoghoff, Nunzenriedt, Conradsriedt vnnd Eppenrieth an der Ascha seint ohne mitl mit der mannschafft vnnd aller obrigkheit meinem gdn. herm vnderworffen.[7][8].

Heute würde man sagen: Die Orte Muggenthal (beim Hammerwerk), Pirk, Stangenberg, Hinter-, Mitter- und Unterlangau, Plechhammer, Pirkhof, Rackenthal, Schönthan, Lind, Herzoghof, Nunzenried, Konatsried und (Ober- oder/und Unter-)eppenrieth an der Ascha sind unmittelbar mit ihren Einwohnern und allen Herrschafts- und Gerichtsrechten meinem gnädigen Herrn untertan.

Erläuterungen zum besseren Verständnis: Der mittelalterliche Begriff "Mannschaft" bedeutet hier nicht eine Gruppe von Menschen, sondern meint die Untertanen, also die Einwohner insgesamt. Der Begriff "Mit aller Obrigkeit" umfasst die obrigkeitlichen Rechte, wie die Niedergerichtsbarkeit, die Polizeigewalt, die Steuer- und Abgabenhoheit, Einforderung von Frondiensten und Verwaltungsrechte.

Herdstättenbeschreibung von 1762

Eine Herdstättenbeschreibung (auch Herdstättenverzeichnis) war im 17. und 18. Jahrhundert ein amtliches Verzeichnis der Haushalte eines Verwaltungsgebietes. Die "Herdstätte", also der Herd bzw. die Feuerstelle eines Hauses, galt als Einheit für Abgaben. Solche Verzeichnisse wurden häufig erstellt, um die Zahl der Anwesen, Hausbesitzer und steuerpflichtigen Untertanen zu erfassen. Nach der Herdstättenbeschreibung von 1762 war das Amt Murach in vier Obmannschaften, Viertel genannt, eingeteilt: Obmannschaft Drittes Viertl genant Wildstein, Kühried, Pirk, Pirkhof, Mitternlangau, Obernlangau, Vordernlangau, Muggenthal, Rosenhof, Schönthan, Herzoghof, Wildeppenried und Rackenthal [9].

Die genannten Orte gehörten also verwaltungsmäßig zum Amt Murach.

Pfarreizugehörigkeit von Mitterlangau um 1780

Joseph Heckenstaller verfasste in den Jahren 1780 bis 1787 eine Matrikel, also ein Verzeichnis von Pfarreien, die den einzelnen Dekanaten zugeordnet sind. Die Pfarrei Pullenried war dem Dekanat Nabburg zugeordnet und umfasste folgende Ortschaften: Pullenried mit Plechhammer, Neumühle, Unterlangau, Mitterlangau, Oberlangau, Stangenberg, Pirk und Haslöd (Haslöd ist nicht lokalisierbar) [10][11].

Steuerdistrikte

1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Oberlangau mit den Ortschaften Unterlangau, Mitterlangau und Oberlangau[12]. 1828 erfolgte eine Umbenennung der Steuerdistrikte in Steuergemeinden.

Gemeindebildung

Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. "Rural" leitet sich vom Lateinischen für "auf dem Lande lebend" ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.

1818 war ursprünglich eine eigenständige Gemeinde Pirk geplant. Wegen der geringen Anzahl von 14 Familien "ordnete die Regierung des Regenkreises am 17. August 1818 eine Zusammenlegung mit Oberlangau an" [13]. Für eine Gemeindebildung waren mindestens 20 Familien nötig. Die Gemeinde Oberlangau mit insgesamt 30 Familien wurde 1830 in die Gemeinde Mitterlangau eingemeindet, die 23 Familien hatte. Das Landgericht Neunburg hatte als Gemeindenamen Oberlangau vorgeschlagen, Langau setzte sich aber durch. Die landgerichtliche Ruralgemeinde Langau bestand ab 1830 aus den Ortschaften Brandhäuser, Gütting, Mitterlangau, Oberlangau, Pirk, Tannermühle und Unterlangau [14].

Die Eingemeindung von Langau nach Oberviechtach

Im Zuge der Gebietsreform Anfang der 1970er-Jahre wurde zunächst ein Zusammenschluss der Gemeinden Langau, Pullenried und Wildeppenried diskutiert. Die Gemeinde Langau sprach sich zunächst für einen freiwilligen Anschluss an die Stadt Schönsee aus. Zu Beginn des Jahres 1972 beantragten jedoch die Gemeindeteile Pirk und Brandhäuser die Ausgliederung aus der Gemeinde Langau und die Eingliederung in die Stadt Oberviechtach. Im März desselben Jahres schloss sich auch die Ortschaft Unterlangau diesem Anliegen an.

Da Langau nach den damals geltenden Nahbereichsgrenzen dem Raum Schönsee zugeordnet war, lehnte die Regierung eine Eingliederung nach Oberviechtach zunächst ab. Als einzige Alternative blieb vorerst die weitere Selbstständigkeit der Gemeinde Langau bestehen. Die Orientierung nach Oberviechtach verstärkte sich jedoch zunehmend, insbesondere nachdem die Gemeinde Pullenried zum 1. Juli 1972 in die Stadt Oberviechtach eingegliedert worden war. Langau war traditionell durch die Pfarr-, Schul- und Kommunalorganisation eng mit Pullenried verbunden.

Schließlich wurde die Gemeinde Langau auf eigenen Wunsch zum 1. Juli 1976 in die Stadt Oberviechtach eingemeindet und ist seither Teil des Stadtgebiets[15].

Kapellenbauverein Oberlangau

Der Kapellenbauverein wurde gegründet, um den Bau der Dorfkapelle in Oberlangau zu verwirklichen. Die Idee entstand bereits Mitte der 1980er Jahre. Die Josefikapelle wurde schließlich 1988 errichtet und ist seitdem ein zentraler Treffpunkt des Dorfes. Der Verein kümmert sich bis heute um Erhalt, Pflege und das religiöse sowie kulturelle Leben rund um die Kapelle.

Der Verein ist deutlich mehr als nur ein "Bauverein". Er beteiligt sich regelmäßig an Gemeinschaftsprojekten und organisiert Veranstaltungen organisiert. Dazu gehören unter anderem das Patroziniumsfeiern der Josefikapelle, das Johannisfeuer, die Pflege der Kapellenanlage und Dorfverschönerungsmaßnahmen und Gemeinschaftsprojekte.

In den letzten Jahren hat der Verein mehrere Projekte umgesetzt. So wurde 2023 die Dorfkapelle saniert und unter anderem mit einer neuen Schließanlage ausgestattet. 2024 entstand an einem alten Dorfbrunnen ein Kneipp- und Kinderspielbereich. Das Projekt wurde maßgeblich vom Kapellenbauverein getragen und gilt als neues Zentrum für Begegnungen im Ort.

Oberlangau ist ein sehr kleiner Ortsteil mit nur rund 70 Einwohnern. Gerade deshalb fällt auf, dass der Kapellenbauverein eine wichtige soziale Funktion im Dorf übernimmt und viele gemeinschaftliche Aktivitäten bündelt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 96, 97
  2. Oberlangau In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Belege ohne unterscheidenden Zusatz können auch die Nachbarorte Mitter- und Unterlangau (mit-)betreffen.
  4. Oberlangau In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  5. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 36
  6. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 36
  7. Staatsarchiv Amberg, Pflegamt Murach, 19
  8. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 74
  9. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 78
  10. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 65
  11. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 178
  12. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 202
  13. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
  14. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212
  15. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 212, 213
Straßennamen in der Stadt Oberviechtach

Adolf-Kolping-Straße | Alfons-Goppel-Straße | Am Bahnhof | Am Bleichanger | Am Galgenberg | Am Hopfengarten | Am Sandradl | Am Schießanger | Am Schlosserfeld | Am Schützenheim | Am Steinforst | An der Allee | Bahnhofstraße | Bezirksamtstraße | Bürgermeister-Fuhrmann-Straße | Bürgermeister-Neuber-Straße | Bürgermeister-Roßmann-Straße | Bgm.-Spichtinger-Straße | Birkenweg | Bischofweg | Böhmerwaldstraße | Buchbergerstraße | Diepoldstraße | Dr.-Eisenbarth-Straße | Dr.-Mathieu-Straße | Dr.-Max-Schwarz-Platz | Dr.-Max-Schwarz-Straße | Dreifaltigkeit | Eigelsberger Straße | Erika-Odemer-Straße | Fabrikweg | Fichtenbühl | Gewerbepark | Hann. Mündener Straße | Hans-Lang-Straße | Hans-Schneeberger-Straße | Hintere Sailergasse | Im Gressergarten | Im Wiesengrund | Im Winkl | In den Siechenwiesen | Industriegebiet West | Industriestraße | Jahnstraße | Johannisweg | Kapellenweg | Kardinal-Bengsch-Straße | Karfreitaggasse | Kastlstraße | Klostergasse | Krankenhausstraße | Kreissiedlung | Marktgasse | Marktplatz | Martin-Luther-Straße | Muracher Straße | Mühlfeld | Mühlweg | Münchner Ring | Nabburger Straße | Nepomukstraße | Nunzenrieder Straße | Ortenburgstraße | Ostmarkstraße | Pater-Knellinger-Straße | Pfälzerweg | Pfarrer-von-Miller-Straße | Prälat-Sindersberger-Straße | Rapotohöhe | Raschauer Straße | Reiterstraße | Rot-Kreuz-Weg | Sailergasse | Schlesierstraße | Schmiedgasse | Schönseer Straße | Schützenring | Sankt-Wendelin-Straße | Sudetenstraße | Tannenweg | Taubenplatz | Teunzer Straße | Tressenrieder Straße | Turnerweg | Watzlikstraße | Weidenweg | Wolfgrubenweg | Zahlweingarten | Ziegelanger | Zum Bahnhof | Zwischen den Gassen

Ehemalige Straßennamen in Oberviechtach: Adolf-Hitler-Straße | Hindenburgstraße

Ortsteile im Gemeindebereich Oberviechtach ohne Straßennamen: Antelsdorf | Bahnhof Lind | Bahnhof Niedermurach | Brandhäuser | Bruderbügerl | Brücklinghof | Dietersdorf | Eigelsberg | Fritzenhäusl | Forst | Gartenriedermühle | Gütting | Hannamühle | Herzoghof | Hof | Hornmühle | Johannisberg | Käfermühle | Knaumühle | Kotzenhof | Lind | Lukahammer | Mitterlangau | Neumühle | Niesaß | Nunzenried | Oberlangau | Obermurach | Pirk | Pirkhof | Plechhammer | Pullenried | Schieberberg | Schlüsselhof | Schönthan | Steinmühle | Tannermühle | Tressenried | Unterlangau | Weißbach | Werneröd | Wildeppenried | Zieglhäusl

Wüstungen im Gemeindebereich Oberviechtach: Ameshof | Eisberg | Falzhäusl | Geisruck | Greiner | Günzelsried | Haslöd | Johannesthal | Kühschlag | Lindhäusl | Michelsrieth | Perchtoltzreut | Stangenberg | Wasenheim | Wolfsbrunn | Wolfsgrub