Lind (Oberviechtach)

Aus OberpfalzWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen





Koordinaten: 49° 27' 52.20" N, 12° 28' 1.20" E

Lind (Oberviechtach)
Lind (2024)
PLZ/Ort:92526 Lind, Stadt Oberviechtach
Q14552556   Lind_(Oberviechtach)  Lind (Oberviechtach)  1046853090ODB_S00037785
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-02-18T14:32:54+01:00.
Feuerwehrhaus in Lind (2018)
Bruder-Konrad-Kapelle (2018)
Landgasthof "Zur Taverne" (2018)

Lind ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf.

Lage von Lind

Lind liegt rund drei Kilometer östlich von Oberviechtach. Durch den Ort verläuft die Staatstraße 2160, die von der Straße Oberviechtach nach Schönsee kurz nach dem Bahnhof Lind abzweigt und nach Schneeberg führt[1].

Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg

An Lind vorbei führt der Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg, ein Radweg, der auf der ehemaligen Bahntrasse der Strecke von Nabburg über Oberviechtach, Bahnhof Lind nach Schönsee verläuft. Der Radweg ist gut 50 Kilometer lang.

Aus der Geschichte von Lind

Historische Schreibformen von Lind

  • 1265: Fridericus de Lintha [2]
  • 1285: Aput Lint (= bei Lind)
  • 1326: Lintt
  • 1396-1399: ein tavern zu Lint (= ein Wirtshaus in Lind)
  • 1494: Lint
  • 1532: Lindt
  • 1581: Lindt
  • 1630: Lindt
  • 1782-1787: Linth
  • 1796: Lind, Dorf

Bedeutung des Ortsnamens Lind

Ausgehend vom mittelhochdeutschen Grundwort linde (Linde als Baum) bedeutet der Ortsname(Siedlung am) Lindenwald[3].

Erste Nennungen von Lind im Jahre 1265

Eine frühe Nennung von Lind erfolgt im Jahre 1265, als Fridericus de Lintha, also Friederich von Lind, in einer Urkunde des Klosters zum Heiligen Kreuz in Regensburg erwähnt wird[4]. Gebhard und Diepold, Grafen von Ortenburg, vermachten dem Kloster Schwarzhofen Güter in Wilbersdorf (ehemaliger Altlandkreis Neunburg vorm Wald), die teilweise aus dem Besitz von Otto de Berhtoldeshouen stammten. Als Zeugen für die Übergabe sind Fridericus plebanus de Vihtach (= Pfarrer von Oberviechtach) und Friderich de Linta (= Friederich von Lind) genannt[5]. Ein Herzogsurbar, entstanden um 1285, beschreibt die wittelsbachischen Besitzungen „jenseits der Donau“ und nennt unter einer Vielzahl von Gütern Lint[6].

Steuerdistrikte

1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Nunzenried mit den Ortschaften Nunzenried, Eppenried, Konatsried, Lind, Schönthan, Tressenried, Käfermühle, Untereppenried, Bruderbügerl, Herzoghof, Hornmühle, „Oedsteinbach“, Werneröd und Ziegelhütte[7].

Gemeindebildung

Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. „Rural“ leitet sich vom Lateinischen für „auf dem Lande lebend“ ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.

1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Lind mit den Ortschaften Lind, Bruderbügerl, Hornmühle, Werneröd und Ziegelhütte [8]. Die Familienzahl der Gemeinde Lind betrug zu diesem Zeitpunkt insgesamt 18 Familien, wobei mindestens 20 Familien für eine Gemeindebildung nötig waren. Aus diesem Grund erfolgte im März 1830 der Anschluss der Gemeinde Schönthan mit Herzoghof an die Gemeinde Lind.

Die Gemeinde Lind wurde am 1. Januar 1972 in die Stadt Oberviechtach eingemeindet[9].

Einwohnerentwicklung von Lind

Einwohnerzahl von Lind:[10]

Jahr 1871 1925 1950 1970 1987 2019[11]
Einwohner 97 88 90 55 77 68

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 66, 67
  2. Lind In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Lind In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  4. Lind In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  5. Friedrich Hausmann, Archiv der Grafen zu Ortenburg. Urkunden der Familie und Grafschaft Ortenburg, Bd. 1: 1142-1400, Bayerische Archivinventare 42, S. 23 Nr. 58
  6. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 33
  7. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 202
  8. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 206
  9. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 213
  10. Einwohnerzahlen Lind 1871 bis 1987 laut Bavarikon
  11. Einwohnerzahl 2019 laut Homepage der Stadt Oberviechtach, abgerufen am 18. Februar 2026