Lind (Oberviechtach)
Koordinaten: 49° 27' 52.20" N, 12° 28' 1.20" E
| Lind (Oberviechtach) | |
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Lind (2024) | |
| PLZ/Ort: | 92526 Lind, Stadt Oberviechtach |



Lind ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf.
Lage von Lind
Lind liegt rund drei Kilometer östlich von Oberviechtach. Durch den Ort verläuft die Staatstraße 2160, die von der Straße Oberviechtach nach Schönsee kurz nach dem Bahnhof Lind abzweigt und nach Schneeberg führt[1].
Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg
An Lind vorbei führt der Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg, ein Radweg, der auf der ehemaligen Bahntrasse der Strecke von Nabburg über Oberviechtach, Bahnhof Lind nach Schönsee verläuft. Der Radweg ist gut 50 Kilometer lang.
Aus der Geschichte von Lind
Historische Schreibformen von Lind
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Bedeutung des Ortsnamens Lind
Ausgehend vom mittelhochdeutschen Grundwort linde (Linde als Baum) bedeutet der Ortsname(Siedlung am) Lindenwald[3].
Erste Nennungen von Lind im Jahre 1265
Eine frühe Nennung von Lind erfolgt im Jahre 1265, als Fridericus de Lintha, also Friederich von Lind, in einer Urkunde des Klosters zum Heiligen Kreuz in Regensburg erwähnt wird[4]. Gebhard und Diepold, Grafen von Ortenburg, vermachten dem Kloster Schwarzhofen Güter in Wilbersdorf (ehemaliger Altlandkreis Neunburg vorm Wald), die teilweise aus dem Besitz von Otto de Berhtoldeshouen stammten. Als Zeugen für die Übergabe sind Fridericus plebanus de Vihtach (= Pfarrer von Oberviechtach) und Friderich de Linta (= Friederich von Lind) genannt[5]. Ein Herzogsurbar, entstanden um 1285, beschreibt die wittelsbachischen Besitzungen „jenseits der Donau“ und nennt unter einer Vielzahl von Gütern Lint[6].
Steuerdistrikte
1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Nunzenried mit den Ortschaften Nunzenried, Eppenried, Konatsried, Lind, Schönthan, Tressenried, Käfermühle, Untereppenried, Bruderbügerl, Herzoghof, Hornmühle, „Oedsteinbach“, Werneröd und Ziegelhütte[7].
Gemeindebildung
Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. „Rural“ leitet sich vom Lateinischen für „auf dem Lande lebend“ ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.
1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Lind mit den Ortschaften Lind, Bruderbügerl, Hornmühle, Werneröd und Ziegelhütte [8]. Die Familienzahl der Gemeinde Lind betrug zu diesem Zeitpunkt insgesamt 18 Familien, wobei mindestens 20 Familien für eine Gemeindebildung nötig waren. Aus diesem Grund erfolgte im März 1830 der Anschluss der Gemeinde Schönthan mit Herzoghof an die Gemeinde Lind.
Die Gemeinde Lind wurde am 1. Januar 1972 in die Stadt Oberviechtach eingemeindet[9].
Einwohnerentwicklung von Lind
Einwohnerzahl von Lind:[10]
| Jahr | 1871 | 1925 | 1950 | 1970 | 1987 | 2019[11] |
| Einwohner | 97 | 88 | 90 | 55 | 77 | 68 |
Literatur
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Friedrich Hausmann, Archiv der Grafen zu Ortenburg. Urkunden der Familie und Grafschaft Ortenburg, Bd. 1: 1142-1400, Bayerische Archivinventare 42, Neustadt an der Aisch 1984
- Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, ISBN 978-3-9819712-3-1
Weblinks
- Lind In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Luftaufnahmen Oberviechtach und Gemeindeteile
- Luftaufnahmen von Lind
- Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 6540: Oberviechtach und Lind
Einzelnachweise
- ↑ Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 66, 67
- ↑ Lind In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Lind In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Lind In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Friedrich Hausmann, Archiv der Grafen zu Ortenburg. Urkunden der Familie und Grafschaft Ortenburg, Bd. 1: 1142-1400, Bayerische Archivinventare 42, S. 23 Nr. 58
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 33
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 202
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 206
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 213
- ↑ Einwohnerzahlen Lind 1871 bis 1987 laut Bavarikon
- ↑ Einwohnerzahl 2019 laut Homepage der Stadt Oberviechtach, abgerufen am 18. Februar 2026
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