Teunz

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Teunz
Teunz
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Teunz, Am Waldfrieden (2024)

Teunz liegt im nordöstlichen Landkreis Schwandorf. Der Ort ist Hauptsitz der gleichnamigen Gemeinde, die zur Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach mit den Mitgliedsgemeinden Gleiritsch, Niedermurach, Teunz und Winklarn gehört.

Lage

Teunz liegt im Tal der Fausnitz und der Murach auf 450 Meter Höhe. Westlich des Ortes führt die Bundesstraße B 22 (Weiden - Cham) vorbei.

Gemeindeteile von Teunz

Die Gemeinde Teunz hat insgesamt 21 Ortsteile. Daher gehören die nicht benannten Gemeindeteile Hermannsriedermühle, Tannenmühle und Zieglhäuser als eigenständige Ortsteile zur Gemeinde Teunz und sind unten in die Liste eingefügt. Auf eine Angabe von Siedlungstypen[1], wie in Wikipedia üblich, wird verzichtet, da seit 1987 keine Aktualisierung der Daten erfolgt und die Angaben daher veraltet bzw. teilweise überholt sind.

Gemeindeteile:

  • Burkhardsberg
  • Fuchsberg
  • Gutenfürst
  • Haidhof
  • Hebermühle
  • Hermannsried
  • Hermannsriedermühle
  • Höcherlmühle
  • Kühried
  • Kühriedermühle
  • Miesmühle
  • Ödmiesbach
  • Ödreichersried
  • Schömersdorf
  • Tannenmühle
  • Tannenschleife
  • Teunz
  • Weiherhäusl
  • Wildstein
  • Zeinried
  • Zieglhäuser

An die Gemeinde Teunz grenzen folgende Nachbargemeinden:

Aus der Geschichte von Teunz

Historische Schreibformen von Teunz

  • um 1265: Tinzer[2]
  • um 1326: Teinzen villa (= das Dorf Teunz)
  • 1326: Teintz
  • 1363: zë Theincz
  • 1379: in Teyntz
  • 1385: Teinitz
  • 1396-1399: vber daz halb dorf zu Teyncz
  • 1396-1399: zu Deyncz
  • 1460: Teÿnz
  • 1508: Teyntz ... Teintz
  • 1581: Hammer Mitter Teinz ... Obern Teinz ... Nidern Teinz
    Anmerkung: Obern Teinz (= Hebermühle)
  • 1588: Mittern Deintz
  • 1606: zu vndern Teintz Anmerkung: vndern Teintz (= ehemalige Spatzenmühle)
  • 1630: zu Teüntz
  • 1723/1724: Teunz

Der Name Teunz

Aufgrund fehlender schriftlicher Quellen sind Einflüsse auf die Besiedlung nur aufgrund der Ortsnamenkunde nachzuweisen[3]. Im Altlandkreis Oberviechtach sind die Orte Gleiritsch[4] [5] und Teunz slawischen Ursprungs und zählen damit zu den ältesten Siedlungen in diesem Gebiet.[6] Der Name Teunz kommt von tync, was so viel bedeutet wie kleine Burg, oder von tyn, der Bezeichnung für Mauer, Zaun oder Umwallung.[7] Ob ein Zusammenhang zwischen einer Besiedlung durch die Slawen und den kaum mehr sichtbaren Überresten eines nordöstlich von Teunz gelegenen Burgstalls „in einer Schlinge der Murach auf dem Felsstock Wutzelstein [8] besteht, ist nicht erwiesen.

Das Hammerwesen

In der Oberpfalz, dem „Ruhrgebiet des Mittelalters“, gab es in der Blütezeit viele Hammerwerke. Die Wasserkraft der Flüsse und Bäche diente als Antrieb. 1387 ist „der Bestand von zwei Hämmern in Teunz nachgewiesen[9]. Sie dienten der Eisenverarbeitung. Im Oberlauf der Murach, die durch Teunz fließt und in die der Goldbach mündet, gab es Stellen mit Goldabbau. Weitere Hammerwerke in der näheren Umgebung von Teunz gab es in Lukahammer (heute Stadtgemeinde Oberviechtach) und in Kaltenthal (Gemeinde Trausnitz).

In der großen Oberpfälzer Hammereinigung[10] ist „Ott Vogel mit dem hamer zu Teintz“[11] genannt. Ebenso wird „Stephan dez Rehtzers seligen witib mit dem hamer zu Trint (= Teunz)“ als Mitglied in der Hammereinigung aufgezählt.

Die Hammervereinigung war eine Vereinigung von 82 Hammerwerken. Sie regelte die Abgabe von Erz, die Herstellung, den Vertrieb und den Preis der Produkte. 1394 verkaufte „Konrad Paulsdorfer das untere Haus zum Tännesberg mit Zugehörungen, darunter auch des Vogels Hammer“ an Pfalzgraf Ruprecht II[12].

Oberteunz, Mittelteunz und Unterteunz

Die Wasserkraft war für Teunz schon immer von großer Bedeutung. Dies zeigt sich noch an den Ortsnamen mit der Endung -mühle. Der Hundsgraben, der Tannenbach und der Höcherlbach, aus Richtung Wildstein kommend, vereinigen sich zur Trausnitz (manche Karten nennen auch den Namen Faustnitz), die unterhalb der Ortschaft Teunz in die Murach mündet. Der Goldbach und der Weißbach speisen die Murach, die bei Zangenstein in den Fluss Schwarzach fließt. Da die Lage am Wasser und damit die Wasserkraft für Mühlen, Schleifen und Hammeranlagen von wesentlicher Bedeutung war, teilten sich mehrere Lehensherren das Gebiet entlang der Wasserläufe. So erscheinen in den Akten[13] die Ortsteile „Oberteunz“ (=heutige Hebermühle), „Mittelteunz“ und „Unterteunz“ bzw. "Niederteunz" (=Spatzenmühle, an der Murach beim ehemaligen Sägewerk Kraus). Im Jahre 1387 ist „der Bestand von zwei Hämmern in Teunz nachgewiesen“[14].

Aufzeichnungen aus dem Jahre 1581, mit Beschreibung von Umfang und Zuständigkeit des Amtes Murach, lauten:[15]

  • Hammer Mittern Teinz Ist mit der mannschafft ins ambt Thennersberg gehörig, die hoche obrigkheit meines gdigsten herrs.
  • Obern Teinz Ist die mannschafft Christoffen Pirckhs hammermeister zu Mittern Teinz zugehörig, alle obrigkheit meines gdigsten herrn.
  • Nidern Teinz Alda hat Otto vonn Ebleben zum Thannstein vf seinen güettern bestendige hofmarckh, die andern vnderthannen meinem genedigisten herrn, vnd zwene Wolfen vonn Pertolzhof zu Altendorff zugehörig, mehr etliche der lanndtgraffschafft Leuchtenberg vnnderworffen, die hoche obrigkheit meines genedigisten herrn.

Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele

  • Pfarrkirche St. Lambert (Teunz)
  • Burgstall Wildstein
  • St. Jakob (östlich von Fuchsberg)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Es erfolgt keine Verwendung der Siedlungstypen, da die Daten teilweise überholt sind. Die Angaben im Bavarikon werden seit 1987 nicht mehr aktualisiert. (Auskunft Redaktion Bavarikon nach Anfrage vom 4. November 2025).
  2. Teunz In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 8
  4. Alois Köppl, Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch, 1988, S. 32
  5. Alois Köppl, Gleiritsch – ein alter Ortsname in der Oberpfalz, In: Die Oberpfalz, 71. Jahrgang, Seite 108–109
  6. Alois Köppl, Teunz, 2013, S. 5
  7. Ernst Schwarz, Sprache und Siedlung in Nordortbayern, Nürnberg 1960, S. 217 f.
  8. Armin Stroh, Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler in der Oberpfalz (Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte, Reihe B, Bd. 3), Kallmünz 1975, Karte 8
  9. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 137
  10. Johann Georg Lori, Sammlung des baierischen Bergrechts, München 1764, S. 365 ff.
  11. Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum. 600 Jahre große Hammereinigung, Theuern 1987, S. 141
  12. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 176
  13. Staatsarchiv Amberg, Landsassen 49
  14. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 137
  15. Staatsarchiv Amberg, Pflegamt Murach 19