St. Ägidius (Hof)

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St. Ägidius (Hof)
St. Ägidius in Hof (2017)
benannt nach:Ägidius (Heiliger)
Adresse:Hof 13
92526 Hof
BLfD-ID:D-3-76-151-32
Q1516638   St._%C3%84gidius_(Hof)  St. Ägidius (Hof)

Die Kirche St. Ägidius ist ein Kirchenbau in Hof, Stadt Oberviechtach. Das Kirchengebäude ist unter der Denkmalnummer D-3-76-151-32 als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste aufgeführt.

Anfänge der Pfarrei Oberviechtach und Verbindung zu Hof

Die Christianisierung der Region um Oberviechtach dürfte von Perschen[1] aus erfolgt sein. Eine weitere These hält es für möglich, dass Oberviechtach von Chammünster aus missioniert worden ist. Da in Hof bereits 1150 eine dem Hl. Ägidius geweihte Kirche erbaut worden war, die zu den ältesten Gotteshäusern im Raum Oberviechtach zählt, könnte der Ursprung der Pfarrei Oberviechtach auch hier liegen. Der Hl. Ägidius als Kirchenpatron legt eine Verbindung zum Bistum Bamberg [2] nahe.

Entstehungsgeschichte von St. Ägidius in Hof

Grundriß, Längsschnitt (1906) [3]

St. Ägidius zählt mit zu den ältesten Kirchenbauten im Raum Oberviechtach. Die genaue Baugeschichte ist ungeklärt[4]. Es handelt sich um eine romanische Wehrkirche aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts, die in Verbindung mit dem Herrschaftssitz der Muracher in Obermurach entstand. Die Altersangabe geht aus der Bauweise der Kirche hervor. Da Quaderschichten bis ca. 55 Zentimeter mit dazwischenliegenden niederen Steinschichten[5] vorkommen, kann man vom 12. Jahrhundert als Zeitraum für den Bau ausgehen. In Hof gab es einen Meierhof der Grafen von Sulzbach, der zur Herrschaft der Muracher gehörte. Ein Meierhof war im Mittelalter ein großer Bauernhof, der einem adeligen oder geistlichen Grundherrn gehörte und von einem „Meier“ (Verwalter, von lateinisch maior für „größer“) geleitet wurde, der die kleineren umliegenden Höfe beaufsichtigte, Abgaben erhob und die Grundherrschaft repräsentierte. Der ursprüngliche südlich gelegene Eingang wurde zugemauert. Heute kann die Kirche über die Tür auf der Westseite unter dem Glockenturm betreten werden.

Beschreibung des Kirchenbaus

Nach der Zerstörung erfolgte 1658 bis 1660 ein Wiederaufbau der Kirche[6]. Bei dem Baukörper handelt es sich um einen rechteckigen, zweiachsigen Quaderbau mit großformatigem Granit. Ein quadratischer Chor mit Kreuzrippengewölbe und romanische Fenster an der Ostseite verleihen der Kirche ihr Aussehen. Das Langhaus hat eine Holzdecke, wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert und eine hölzerne Empore. Südwestlich befand sich ein Holzstadel, erbaut im Jahre 1835, mit schön gezimmerten zweiflügeligen Toren.

Renovierung und Zustand

Eine Renovierung des Gebäudes erfolgte in den Jahren 1974 bis 1976, allerdings mit wenig Erfolg. Das Gebäude, heute im Besitz der Stadt Oberviechtach, ist in einem sehr schlechten Zustand. Die Bilder an den Wänden müssen wegen der Feuchtigkeit teilweise abgenommen werden, um sie vor dem Verfall zu schützen.

Bilder St. Ägidius

Sage vom Bau von St. Ägidius

Wie von manch anderer alten Kirche in der Oberpfalz, geht auch von dieser die Sage, dass beim Bau Riesen mitgewirkt hätten. Hier findet sich der Text aus Schönwerth, Sitten und Sagen aus der Oberpfalz, Band 2 :

Ausserhalb Oberviechtach ist die Egidienkirche, aus Quadern gebaut; sie heißt noch der Hof und ist ein Riesenbau. Auch der nun weggebrochene Pfarrhof war ein ungewöhnlich starker Bau. Die ungeheuren Quader des Kirchleins erregen die Verwunderung der Fremden. Riesenweiber waren es, welche sie zum Baue in ihren Schürzen herbeytrugen. [7][8]

Literatur

  • Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V, Regensburg und Oberpfalz. Deutscher Kunstverlag, München 1991, ISBN 3-422-03011-5
  • Georg Hager, Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Zweiter Band, Regierungsbezirk Oberpfalz und Regensburg, VII Bezirksamt Oberviechtach, München 1906, unveränderter Nachdruck 1983, ISBN 3-486-50437-1
  • Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X
  • Konrad Schießl (Hrsg.), Die Pfarrei Oberviechtach in Geschichte und Gegenwart, Katalog zur Ausstellung der Pfarrei Oberviechtach anlässlich der Festwoche der Stadt Oberviechtach, Oberviechtach 1977
  • Franz Schönwerth, Aus der Oberpfalz. Sitten und Sagen, Band 2, Augsburg 1858, S. 265
  • Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach (Buch, 2. Auflage). Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, ISBN 978-3-9819712-3-1

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Konrad Schießl (Hrsg.), Die Pfarrei Oberviechtach in Geschichte und Gegenwart, Katalog zur Ausstellung der Pfarrei Oberviechtach anlässlich der Festwoche der Stadt Oberviechtach, S. 5
  2. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 61, Oberviechtach, S. 62
  3. Georg Hager, Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Zweiter Band, Regierungsbezirk Oberpfalz und Regensburg, VII Bezirksamt Oberviechtach, S. 22
  4. Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V, Regensburg und Oberpfalz, S. 213
  5. Georg Hager, Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Zweiter Band, Regierungsbezirk Oberpfalz und Regensburg, VII Bezirksamt Oberviechtach, S. 22
  6. Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V, Regensburg und Oberpfalz, S. 214
  7. http://www.zeno.org/nid/20005659825 Link auf die Seite zeno.org mit Text der Sage, abgerufen am 23. Januar 2026
  8. Franz Schönwerth, Aus der Oberpfalz. Sitten und Sagen, Band 2, Augsburg 1858, S. 265