Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 14
| Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 14 | |
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| Adresse: | Friedrich-Ebert-Straße 14 92421 Schwandorf |
Ein 1968 von Grund auf neu erbautes Haus
Geschichte
Der älteste bekannte Eigentümer ist der Hufschmied Wolfgang Holzbogen. Ein Schmied Hans Holzbogen erscheint erstmals 1626 als Trauzeuge in den Matrikeln von St. Jakob. Ältere Eintragungen sind nicht vorhanden. Eine gesicherte Verbindung der Familie Holzbogen zu diesem Haus kann erst für 1683 nachgewiesen werden. Die Familie blieb noch weitere drei Generationen bis 1796 hier. Gleichzeitig gehörte der Familie auch das Anwesen Breite Straße 11.
1796 erwarb der aus Nabburg stammende Hufschmied Andreas Koch das Haus samt Gerechtigkeit. 1800 tauschte er die Besitzungen mit Martin Dormann, welcher das Anwesen Bahnhofstraße 24, direkt neben dem Regensburger Stadttor, besaß. Drei Generationen lang übte die Familie Dormann hier ihr Handwerk aus, dann verkaufte 1860 Anton Dormann das Anwesen und zog in die Breite Straße.
Neuer Besitzer wurde der aus Gallingkofen stammende Schmidmeister Johann Schmatz. Dieser blieb nur drei Jahre und verkaufte das Anwesen an den Schmid Michael Stopfer weiter. Auch er veräußerte schon zwei Jahre später an den Schmidgesellen Johann Seebauer aus Fronberg.

1933 kaufte Josef Gruber das Anwesen und brachte ein neues Handwerk, die Schuhmacherei, mit. Mit ihm kam sein Bruder Ludwig mit nach Schwandorf, der ebenfalls ein Schuhgeschäft eröffnete und später das Anwesen Marktplatz 30 erwarb.
Während der Familie Gruber das Anwesen unverändert gehört, sind in die Geschäftsräume längst andere Betriebe eingezogen.
Architektur
Das Grundstück hatte ursprünglich eine Durchfahrt von der Friedrich-Ebert-Straße bis in die Breite Straße. Bereits im 17. Jahrhundert wurde ein Teil abgemessen und an der Breite Straße ein Wohnhaus erbaut. Seitdem war eine Einfahrt nur noch von der Friedrich-Ebert-Straße aus möglich. Diese Einfahrt an der östlichen Grundstücksgrenze ist heute noch erkennbar, da an der Straße nur das Erdgeschoß überbaut wurde. Die oberen Stockwerke weichen im vorderen Teil des Hauses zurück.
1804 wurde das Anwesen beschrieben als: „gemauertes Haus mit Stallung und gemauertem Stadel“.
Bereits für 1881 wurde ein Umbau verzeichnet, ohne jedoch die Baumaßnahme näher zu benennen. Möglicherweise entstand damals ein Laden. Denn 1888 legte man einen Bauplan vor indem der Einbau eines „Auslagefensters“ sprich ein Schaufenster für den Laden beantragt wird. Dieser Plan gibt auch einen Einblick auf das gesamte Gebäude frei.
Von Ost nach West war zunächst die Einfahrt in den Hofraum, dann folgte das Gebäude welches im Erdgeschoß einen Laden hatte der durch den Hausflur zu betreten war, dann folgte der Hausflur und etwa die Hälfte zur Straße hin nahm die Werkstätte mit einem eigenen Eingang und Fenster ein. Im Obergeschoß vier gleich große Fenster, dann zwei Dachgeschosse mit zwei und einem Fenster. Das Gebäude war mit einem Satteldach bedeckt und hatte je einen Giebel zur Straße und zum Hofraum hin.
Als Besonderheit ist über dem Eingang und Fenster zur Werkstätte ein Vordach eingezeichnet. Auf einen Bild von 1875 von der Friedrich-Ebert-Straße ist dieses Vordach deutlich erkennbar. Es ragte ein gutes Stück in die Straße und bedeckte wohl den gesamten heutigen Fußweg. Dabei handelt es sich wohl um einen Beschlagstand.
Nach 1900 erhielt das Gebäude zum Hofraum hin einen zeittypischen zweistöckigen Toilettenanbau mit Altane im Obergeschoß. Der Anbau ist nicht näher dokumentiert, aber auf einem Luftbild von 1957 erkennbar.
1938 wollte der Eigentümer Schaukästen und eine neue Reklame anbringen. Dabei geriet er in die Wirren des Nationalsozialismus. Der Bürgermeister behauptete, daß die Friedrich-Ebert-Straße unter Denkmalschutz stehe. Bis heute konnte kein Beweis über einen rechtsgültigen Beschluss darüber gefunden werden. Bei dieser Baumaßnahme wurde erstmals der Heimatschutz für die Friedrich-Ebert-Straße eingeschaltet, der Ensembleschutz, wie beim Marktplatz, ging also „stillschweigend“ auf die Straße über. Der Bürgermeister und die Heimatschutzbehörde – Vorgänger des heutigen Landesamts für Denkmalpflege – lehnten das Baugesuch ab mit der Begründung: „die Fassade sei dem Ortsbild und der heimisch Baugestaltung anzugleichen“. Zudem drohte man damit, daß die bisher auf Ruf- und Widerruf genehmigten Schaukästen zu entfernen seien.
Im Jahr 1953 kam es zu einer Fassadenänderung. Nun hatte das Gebäude Schaufenster im gesamten Erdgeschoß und im 1. Dachgeschoß zeigt das Bild nun drei statt der bisherigen zwei Fenster.
1968 wurde ein von Grund auf neues Haus errichtet. Während die beiden Obergeschosse bis heute im Wesentlichen unverändert blieben, wurde das Erdgeschoß später erneut umgebaut. Zunächst entstand im Erdgeschoß eine großzügige Schaufensterpassage mit nach Süden angrenzenden Laden. Dann wurde der Laden erweitert, die Passage verschwand und die Fassade zur Straße hin geschlossen. Inzwischen ist der Laden in zwei Einheiten aufgeteilt und die Obergeschosse nur noch vom Hofraum aus zu erreichen. Der Eingang vom Hof und damit von der Breite Straße her wurde durch eine Rechtsänderung möglich.
Persönlichkeiten
- Wolfgang Holzbogen (geb. 1611, gest. 25. Februar 1683) Hufschmied, innerer Rat
- Christoph Holzbogen (geb. 1661, gest. 13. Februar 1727), Hufschmied, innerer Rat, dann äußerer Rat, Senator
- Maria Barbara Holzbogen, Witwe Dreer, geb. Demleitner (geb. 1661, gest. 23. Juli 1695) Sie war eine große Guttäterin der Patres der Kapuziner in Schwandorf
- Johann Ulrich Holzbogen (geb. 18. April 1736, gest. 16. Juni 1796) Hufschmied, Senator
Einzelnachweise
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