Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 2

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Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 2
Adresse:Friedrich-Ebert-Straße 2
92421 Schwandorf

Ein vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammendes Gebäude

Geschichte

In einer Nachricht aus der Stadt Weiden steht zu lesen, daß das Gebäude wohl einst der Familie Roscher gehörte. Die Familie läßt sich in Schwandorf bis zum Beginn der Matrikelaufschreibungen 1567 zurück verfolgen. Michael der Ältere übte das Bäckerhandwerk aus und Michael der Jüngere war Kupferschmied. 1618 veräußerten sie ihren Besitz in Schwandorf und zogen nach Weiden.

Die nächsten bekannten Eigentümer sind 1693 der Bäcker Georg Strobl und seine Ehefrau Maria Magdalena geb. Dreer. Da die jeweilige Wiege der beiden in anderen Häusern stand, haben sie wohl das Anwesen gekauft. Bis 1878 sollten die Nachkommen der Beiden auf dem Haus bleiben. Es änderte sich allerdings 1751 der Familienname auf Weigert und 1821 auf Fischer.

1866 kaufte der aus Fronberg stammende Wirtssohn Josef Riedhammer das Haus. Auch er übte weiter das Bäckerhandwerk aus und war Communbrauer.

Schon 1881 folgte Benno Schaumberger bis 1927 der Bäcker Josef Beck den Besitz übernahm. Dessen Nachkommen gehört das Anwesen noch heute.

1969 ist der letzte Bäcker aus der Familie verstorben. Danach war die Bäckerei noch verpachtet, aber heute erinnert nichts mehr an die Jahrhunderte lange Tradition. Nun füllen die Firma Optik Kaps und Lütje sowie die de-Agentur das Haus.

Architektur

Wenn man den Vermessungsplan von 1827 betrachtet, möchte man glauben, daß das Anwesen einst bis hinunter zur heutigen Breite Straße reichte. Dann müssen zwei Häuser abgetrennt worden sein, die heutigen Anwesen Neubäckergasse 1 und 3. Nur so läßt sich die komplizierte Grenzziehung zwischen den drei Besitztümern erklären. Dies muß dann vor 1727 geschehen sein, denn damals erhielten die Anwesen Steuernummern, die an der Stelle fortlaufend sind, also waren alle bereits existent.

Um 1700 herrschte in Schwandorf große Wohnungsnot. Damals erlaubte die Stadt direkt an die Stadtmauer zu bauen. Aus den Mauertürmen wurden Wohnhäuser und Gebäude baute man direkt an die entbehrlich gewordene Wehrmauer um eine Wand einzusparen. Die Stadtmauergasse und die verwinkelten Gassen im Bergviertel entstanden.

Bereits in der Steuerbeschreibung 1727 ist in dem Anwesen eine Backstube erwähnt. Ein Attribut, das sich in allen folgenden Erhebungen wiederholt. 1935 erhielt das Haus einen Dampfbackofen und wurde nun als Wohnhaus mit Laden und Keller, Dampfbäckerei und Lager mit Bad und Schlafkammer, Waschküche und Schweinestall, Stadl und Hofraum aufgeführt.

Das Anwesen besteht aus einem Hauptgebäude an der Friedrich-Ebert-Straße und einen langgestreckten Anbau entlang der westlichen Grundstücksgrenze. Der Anbau war bereits 1827 vorhanden und landwirtschaftlich genutzt, mit einem flachen Gewölbe im Erdgeschoß, heute Teil des Ladens.

Die Erschließung der Räume im 1. Obergeschoß erfolgt durch eine hölzerne außen angebauten Treppe und einer inzwischen mit Glas geschlossenen Altane. Das Hauptgebäude wird von einem Walmdach ohne jeglicher Gaube bedeckt.

Persönlichkeiten

  • Georg Strobl (geb. 1665, gest. 26. Mai 1727) Bäcker, Stadtrat
  • Ludwig Fischer (geb. 2. Juli 1828, gest. 6. August 1880), Bäcker, Braumeister, Wiederbegründer der Klosterbrauerei
  • Andreas Schaumberger (geb. 13. August 1860, gest. 15. August 1925) Bäcker, 1896 Gründer der bahnamtlichen Rollfuhr, Lohnkutscher, Spedition und Lagerhalter

Einzelnachweise