Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 12
| Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 12 | |
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| Adresse: | Friedrich-Ebert-Straße 12 92421 Schwandorf |

Das Erdgeschoß stammt aus dem Jahr 1908, die oberen Stockwerke wurden 1973 neu errichtet.
Geschichte
Der älteste bekannte Eigentümer von dem Haus ist der Küfner Michael Meier, der 1671 die Sattlerstochter Margarethe Grau vom Marktplatz geheiratet hat. Michaels Vater ist 1629 von Ensdorf aus nach Schwandorf gekommen. Seine Mutter entstammt einer alteingesessenen Küfnerfamilie, die sich bisher jedoch nicht mit dem Gebäude in Verbindung bringen läßt.
Fünf weitere Generationen lang kann die Familie Meier, auch Mayer, auf dem Haus mit dem Küfnerhandwerk nachgewiesen werden. Dabei mußten die beiden letzten Generationen ein besonders schweres Schicksal tragen. Bartholomä Mayer war insgesamt viermal verheiratet und hatte aus diesen Ehen insgesamt 13 Kinder. Nur das letzte Kind ist aus den Windeln entwachsen. Und diese Tochter Anna Maria, später verheiratete Ebner, gebar sieben Kinder, von denen keines das Erwachsenenalter erreichte.
1866 ergriff der Wirt von Fronberg, Georg Richthammer, die Gelegenheit zum Kauf. Allerdings ist er bereits zwei Jahre später verstorben. Seine Witwe verkauft das Anwesen an den Uhrmacher Georg Ramensee. Der Sohn Karl Ramensee konnte das Geschäft nicht so erfolgreich führen, 1907 kam es zur Versteigerung.
Neuer Eigentümer wurde der Kaufmann Gustav Karl. Als Angehöriger der jüdischen Glaubensgemeinschaft flüchtete die Familie während des Nationalsozialismus nach Argentinien. Georg Wolfrum konnte 1939 das Anwesen um einen geringen Preis erwerben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1950 zu einer Verhandlung vor der Wiedergutmachungsbehörde. Dort einigte man sich, daß Georg Wolfrum das Haus behalten darf, aber weitere Zahlungen an die Familie Karl zu leisten habe.
Im Jahre 2003 verkauften die Nachkommen von Georg Wolfrum das Gebäude an die jetzige Eigentümerfamilie.
Architektur
Wenn man den Vermessungsplan von 1827 genauer betrachtet, kommt man zur Annahme, dass das Anwesen Breite Straße 6 einst zu diesem Grundstück gehörte. Da allerdings das Haus Breite Straße 6 bereits in der Steuerbeschreibung von 1727 enthalten ist, muß diese Abspaltung schon im 17. Jahrhundert vollzogen worden sein. Nachweise für diese Theorie konnten bisher nicht aufgefunden werden.
Unabhängig davon hatte der Besitz sowohl von der Friedrich-Ebert-Straße her als auch von der Breite Straße eine Zufahrt. Dies änderte sich, als Josef Ebnert 1852 die südliche Zufahrt, den Stadl und Stall sowie Teile vom Hofraum an den Besitzer des Anwesens Breite Straße 6 verkaufte.
Im Jahre 1804 wurde das Anwesen als ein gemauertes Haus mit Stadl und Stall und Kufnergerechtigkeit beschrieben. Auf einem Bild von vor 1908 sieht man ein Erdgeschoß, ein Obergeschoß mit vier Fenster und zwei Dachgeschoße. Das Gebäude wurde von einem Satteldach bedeckt mit je einen Giebel zur Straße und zum Hofraum.
Gustav Karl errichtete 1908 ein von Grund auf neu erbautes Haus. Es hatte ein Erdgeschoß, zwei Obergeschosse und zwei Dachgeschosse. Mit seiner Höher überragte es alle anderen Gebäude in der Straße. Im 2. Obergeschoß befand sich ein Erker, den kein herkömmliches Dach bedeckte, sondern im 3. Obergeschoß ein überdachter Balkon. Etwas Vergleichbares gab es in Schwandorf nicht.
Die Fassade hatte große, stuckumrahmte Fenster in Stil der Gründerzeit.
Im Inneren befanden sich in jedem Stockwerk eine Toilette, Bad und Küche. Ein Lichtschacht brachte Tageslicht und Belüftung auch in die von der Straße bzw. Hofraum entfernteren Räume. Besonders fortschrittlich war die Raumhöhe im Erdgeschoß mit 3,80 Meter lichter Höhe. Mit dem wachsenden Geschäft mußten 1925 die Schaufernster im Erdgeschoß vermehrt werden.
Um 1953 erfolgte ein weiterer Umbau. Der Stuck an der Fassade wurde abgeschlagen und die Fenster verloren ihren Segmentbogen. Der Balkon im 3. Obergeschoß verschwand. Dafür erweitere man das Geschäft in das 1. Obergeschoß, welches große Schaufenster zur Straße erhielt. Der Ladeneingang rückte zur Seite und schaffte Platz für eine Schaufensterpassage.
Nur 20 Jahre später, 1973, der nächste große Eingriff in die Bausubstanz. Die oberen Stockwerke fielen der Spitzhacke zum Opfer. Nur der Keller und das Erdgeschoß blieben stehen. Zwar verlor das Gebäude rechnerisch ein Stockwerk, aber die Gebäudehöhe blieb unverändert. Die gewonnene Höhe kam den jeweiligen Stockwerken zugute. Das Geschäft bezog nun auch das 2. Obergeschoß.
Die Fassade erhielt das noch vorhandene Aussehen mit einer Verkleidung aus Steinplatten im Stil der 1970er Jahre.
Persönlichkeiten
- Volker Jakobitz (geb. 11. September 1943; gest. 13. Juli 2016); Er wurde 1993 erstmals mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt, 2000 folgte das Verdienstkreuz 1. Klasse. Der Bayerische Verdienstorden wurde ihm am 9. Juli 2009 verliehen. Darüber hinaus war er Träger des Goldenen Ehrenringes der IHK Regensburg. Von 1998 bis zur Auflösung am 31. Dezember 1999 war er Mitglied des Bayerischen Senats.
Einzelnachweise
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