Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 3
| Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 3 | |
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| Adresse: | Friedrich-Ebert-Straße 3 92421 Schwandorf |

Das Baujahr des Gebäudes ist unbekannt. Es wurde im 20. Jahrhundert mehrmals stark verändert, so daß von der ursprünglichen Bausubstanz nicht mehr viel übrig ist.
Geschichte
Der älteste bekannte Eigentümer ist Leonhard Hofmann, ein welscher Händler.
1678 kam der „welsche“ Baumeister Peter Spineta nach Schwandorf um in der Pfarrkirche St. Jakob ein neues Gewölbe einzuziehen. Der Meister kam natürlich nicht alleine, sondern wurde von Gesellen begleitet. Nach den historischen Aufzeichnungen waren es deren sieben Mann. Diese welschen Handwerker haben in den Pfarrmatrikeln ihre Spuren hinterlassen. Einer davon war Leonhard Hofmann, der hier heiratete, eine Familie gründete und für dieses Haus Steuern bezahlte. Keines seiner Kinder hat sich in Schwandorf verheiratet.
Die nächste Nachricht über einen Eigentümer erhalten wir erst 1780. Albert Freiherr von Sagrahof und seine Gemahlin eine geborene Freiin von Weißenstein. Die Beiden veräußerten 1781 das Anwesen an Friedrich Walz aus Amberg. Da dessen Gattin eine Müllerstochter von Fronberg war, zog es sie wohl in die Heimat zurück.
Die Beziehungen zu Amberg blieben aufrecht erhalten. Denn 1798 kaufte Georg Huber, ein Uhrmacher aus Amberg das Haus. Da dieser schon zwei Jahre später verstarb übernahm dessen Schwiegervater Lorenz von Dulti, ein in Amberg ansässiger Hauptmann den Besitz.
Von Dulti wickelte aber nur den Nachlaß ab. Denn schon 1801 ist Johann Paul Glatzl, ein Seifensieder der Besitzer. Es folgten mehrere Eigentümer, die alle nur wenige Jahre das Anwesen besaßen.
1855 erwarb Anton Bauriedl das Haus. Er brachte das Glaserhandwerk mit. Durch weibliche Erbfolge änderte sich der Familiennamen von Bauriedl 1890 zu Schreiner, Harvolk, 1966 Liebl und dann Thammer.
Der Geschäftszeig wurde stets den geänderten Kundenwünschen angepaßt. So gab es neben Glaswaren, Zinnwaren, Devotionalien, Haus- und Küchengeräte, Spielwaren, Korbwaren, Geschirr und Schaufensteranlagen zu kaufen.
In jüngster Zeit hat das Gebäude einen neuen Eigentümer gefunden und harrt einer zeitgemäßen Verwendung entgegen.
Architektur
Im Vermessungsplan von 1827 hat das Gebäude keinen Zugang von Norden her. In der Steuerbeschreibung wird es als gemauertes Haus bezeichnet. Es stand mit allen vier Außenmauern auf der Grundstücksgrenze. Zudem fehlen jegliche Zusätze wie Stadl oder Stall. Demnach mußten die jeweiligen Eigentümer entweder vom Handwerk alleine oder von anderen Einkünften leben.
Die prominente Lage in der Stadt und der Mangel an Landwirtschaft und Gewerbe machte es jedoch für den Adel interessant. Denn dem Adel war es untersagt innerhalb der Stadtmauern einen bürgerlichen Beruf auszuüben. Dies erklärt wohl die adligen Besitzer im 18. Jahrhundert. Dies erklärt aber auch den raschen Eigentümerwechsel zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Das Handwerk alleine konnte die Familie nicht ernähren.
Erst in den 1820er Jahren kam ein Gärtl bei der Mulz, Wald und Wiesen dazu. 1890 erfahren wir durch einen Bauantrag, daß ein Hinterhaus vorhanden ist, welches nun um ein zweites Stockwerk erhöht werden solle.
Mitte des 20. Jahrhunderts gelang es dem Eigentümer vom Nachbarn, Marktplatz 1, den Stadel zu kaufen. Nun war eine Zufahrt von der Berggasse aus möglich und ebnete den Weg für einen großzügigen Umbau des Hauptgebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße. 1955 erhielt das Haus ein großstädtisches Gepräge. Schaufenster im 1. Obergeschoß und ein zusätzliches Stockwerk. Eine Schaufensterpassage im Erdgeschoß und ein Fahrstuhl verband drei gewerblich genutzte Etagen.
Im Frühjahr 2006 machte die Schaufensterpassage Platz für einen neuen Eingangsbereich und die Geschäftsräume wurden grundlegend saniert.
Persönlichkeiten
- Johann Arbeiter (geb. 22. Dezember 1780, gest. 29. April 1820) Wundarzt und Geburtshelfer
- Jakob Schreiner (geb. 2. August 1862, gest. 13. September 1932) Glasermeister, 1909 Gründungsmitglied der Zentrumspartei Ortsgruppe Schwandorf und deren Kassier
- Dr. Josef Schütz, praktischer Tierarzt, hatte 1921 hier seinen Sitz. Er verfügte über einen Telefonanschluß