Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 10
| Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 10 | |
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| Adresse: | Friedrich-Ebert-Straße 10 92421 Schwandorf |

Ein 1973 von Grund auf neu erbautes Haus mit einem älteren Rückgebäude.
Geschichte
Im Jahre 1682 erscheint der aus Thanheim bei Ensdorf stammende Hufschmied Leonhard Tretter auf dem Haus. Da sein Heiratseintrag bisher nicht gefunden wurde, bleibt offen, ob er das Anwesen gekauft hat oder hier einheiratete.
Nach dem Tod von dessen Enkel Johann Georg Tretter verkaufte die Witwe 1794 das Anwesen an den aus Regenstauf stammenden Hufschmied Hieronimus Rex.
Drei Generationen und 90 Jahre später starben innerhalb eines Jahres der 43jährige Hufschmied Adam Rex und sein einzig überlebendes Kind der 18jährige Josef. Damit hatte das Haus im Besitz der Familie Rex keine Zukunft mehr. Die verwaiste Witwe und Mutter ging 1876 mit dem Schmied Anton Dormann eine zweite Ehe ein, die kinderlos blieb.
Wohl schon seit längerer Zeit stand fest, daß der Tischler Anton Schuierer, der seinen Betrieb in der Regensburger Vorstadt hatte, das Anwesen übernehmen wird. Schließlich hatte dieser 1856 eine entfernte verwandte Johanna Rex, eine Hufschmiedtochter aus Burglengenfeld, geheiratet.
1883 trat der Erbfall ein. Doch Anton behielt das Anwesen nicht für sich, sondern übergab es wenige Wochen später seinem Sohn Wolfgang Schuierer und seiner Braut Eusebia Weingärtner. Mit dem jungen Paar zog nicht nur ein neues Handwerk ins Haus, sondern auch die Mauerer. Das Gebäude wurde vollständig umgebaut und den Bedürfnissen der Zeit angepaßt – statt einer Esse nun ein Möbelmagazin.
Doch dabei blieb es nicht. Das Geschäftsfeld wurde stets erweitert. Schon bald liest man auch „Tapezierer“. 1912 steht im Verzeichnis der Einwohner der Stadt: Möbelhandlung, Sattlerei, Tapezierer, Linoleum Wolfgang Schuierer.
Sodann lagerte man den Möbelhandel in die Bahnhofstraße aus. Dies schuf Platz für neue Betriebe. Der Elektroinstallateur Franz Kraus und der Kolonialwarenhändler Josef Jäger eröffneten hier Geschäfte.
Die nächste Generation hatte andere Pläne. Josef Schuierer erlernte das Handwerk seines Schwiegervaters und eröffnete eine Bäckerei, die später sein Sohn Heinrich übernahm und um ein Cafe erweiterte.
Das Anwesen gehört heute unverändert der Familie Schuierer. Im Erdgeschoß befinden sich ein Cafe/Bistro und eine Eisdiele.
Architektur
Das Grundstück hat eine gemeinschaftliche Einfahrt mit dem Anwesen Nummer 12 von der Friedrich-Ebert-Straße her in den Hofraum. Dort befanden sich Stadl und Stall. Das Grundstück reichte nicht bis zur Breite Straße, dennoch war eine Ausfahrt durch den Stadl in die Breite Straße möglich. Diese Ausfahrt ist noch im Bauplan von 1930 eingezeichnet.
In dem vorliegenden Plan von 1883 ist kein Keller eingetragen und auch vorher in keiner Steuerbeschreibung erwähnt. Die Esse ist an der östlichen Außenmauer eingezeichnet in einem sehr großen Raum, der in anderen vergleichbaren Gebäuden die Hausdurchfahrt ist. Das Gebäude war nur durch diesen Raum betretbar und von hier aus führte auch die Treppe ins Obergeschoß. Erst durch den vorgelegten Bauplan wurde der Eingang in die gemeinschaftliche Einfahrt verlegt und auch die Stiege erhielt einen neuen Platz.
Der so gewonnene Raum wurde durch einen Laden und ein Möbelmagazin gefüllt. Ungewöhnlich ist auch, dass im 1. Obergeschoß eine separate Küche eingebaut wurde.
Der rundbogige Hauseingang im Erdgeschoß wurde aufgegeben, dafür erhielt das Gebäude eine gründerzeitliche Fassade.
Die Umbauten von 1939 und 1964 brachten keine grundlegende Änderung lediglich eine Anpassung an den Zeitgeschmack.
1973 fiel das aus dem 17. Jahrhundert stammende Hauptgebäude der Spitzhacke zum Opfer und es entstand ein von Grund auf neues Haus. Das Erdgeschoß bestand aus der Bäckerei mit Cafe, sowie einer Filiale der Firma Kochlöffel-Grill und eine Tschibo-Frisch-Röst-Filiale. Die beiden Obergeschosse wurden vom Nachbarn für ein Textilgeschäft angemietet.
Persönlichkeiten
- Johann Andreas Tretter (geb. 14. Mai 1699, gest. 4. September 1741) Hufschmied, Consul extra von 1734 bis 1741
- Johann Georg Tretter (geb. 12. Dezember 1723, gest. 3. Januar 1794) Hufschmied, senator intern später extern von 1765 bis 1794
- Johann Wolfgang Rex (geb. 1. September 1804, gest. 31. Mai 1838) am 22. Juni 1827 zum Priester geweiht, von 1828 bis 1832 Cooperator in Schwandorf, Expositus in Bach; ein aufgewecktes, mit dem Schatze vielseitiger Belesenheit begabtes Talent.
- Johann Andreas Rex (geb. 21. November 1806, gest. 30. April 1841) von 1838 bis 1841 Benefiziat auf dem Kreuzberg in Schwandorf
Einzelnachweise
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