Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 7

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Schwandorf Friedrich-Ebert-Straße 7
Adresse:Friedrich-Ebert-Straße 7
92421 Schwandorf
Bildmitte rot umrandet, das Bild entstand nach 1872 und vor 1877

Ein 1932 neu erbautes und inzwischen mehrfach umgebautes Haus.

Geschichte

Der älteste bekannte Eigentümer ist der Schuhmacher Hans Schwarz, der 1666 erstmals als Trauzeuge auftritt. Der Name Schwarz kommt in älteren Kirchenbücher nicht vor und der Geburtsname der Ehefrau ist uns unbekannt.

Zwei weitere Generationen der Familie übten hier das Schuhmacherhandwerk aus, bis um 1742 Hans Georg Schwarz das Anwesen seinem Schwager Konrad Dobmeier überließ. Auch dieser führte die Schuhmacherei fort.

Schließlich veräußerte der ledige Schuhmacher Andreas Dobmeier 1849 den Besitz an den aus Parkstein stammenden Metzger Johann Baptist Sechser.

Johann Baptist eröffnete eine Metzgerei und füllte seinen Anteil an der Kommunbrauerei wieder mit Leben. Er wird auch in der Liste der wirklich brauenden Bürger geführt.

Mit Beschluß des Bezirksamts Burglengenfeld vom 26. Juni 1900 waren alle Kommunbräuschenken zu schließen. Begründung war: da einige kein Kommunbraurecht vorlegen können und andere die Schankwirtschaftserlaubnis nach der neuen Reichsgewerbeordnung nicht besaßen. Gegen diesen Beschluß wurde Einspruch eingelegt und die Regierung hat ihn dann aus Billigkeitsgründen nicht weiter verfolgt. Dennoch haben die verbliebenen Kommunbräuer ein Schankrecht beantragt. Mit der Folge, dass sie nun nicht nur Bier ausschenken durften, sondern auch Brotzeiten dazu reichen konnten.

Die Wirtschaft wurde unter dem Namen „zum Sechser“ auch ab 1919 vom Rößlwirtssohn und Schwiegersohn Andreas Steiner geführt. Bereits 1926 war die Metzgerei aufgegeben und der Laden an den Gartenbaubetrieb Eimer verpachtet. 1932 verkaufte Andreas das Haus und legte den Schwerpunkt auf die Landwirtschaft in der Vorstadt.

Neuer Eigentümer wurde der aus Dinkelbühl stammende Heinrich Großmann. Dieser verlegte seien 1925 eröffneten Friseurladen nun getrennt für Damen und Herren dazu Badeartikel, Parfümerie und einen Seifengroßhandel, hierher.

Das Gebäude gehört heute noch der Familie. Die Geschäftsräume im Erdgeschoß füllen ein Schlüsseldienst und ein Handyladen.

Architektur

Nach dem Vermessungsplan von 1827 handelt es sich um ein gemauertes, völlig frei stehendes, erdgeschossiges Gebäude mit einem Satteldach und einen Giebel zur Straße hin.

An der Westgrenze befand sich eine etwa 3 Meter breite Einfahrt zum Hofraum und den rückwärtigen landwirtschaftlichen Gebäuden. Ein Stadel stand quer über die gesamte Breite des Grundstücks. Dahinter befanden sich zur Berggasse hin ein weiterer Hofraum und ein Garten.

Das Anwesen war das einzige in der Stadt Schwandorf, welches an das Kloster in Ensdorf einen Grundzins zu entrichten hatte.

1877 wurde das Gebäude abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Der neue Beschrieb lautete: Wohnhaus mit Stall, Stadel, Schupfe, besondere Schupfe, Hofraum und Brunnen.

Das Gebäude füllte die gesamte Straßenbreite zur Friedrich-Ebert-Straße mit einer Durchfahrt in der Gebäudemitte. Es hatte ein 1. Obergeschoß als Vollgeschoß. Das Satteldach wurde gedreht mit nun der Traufseite zur Straße.

1880 erbaute man auch den rückwärtigen Stadel neu, welcher 1907 ein weiteres Stockwerk aufgesetzt bekam.

Im Jahre 1932 fiel das Wohnhaus erneut der Spitzhacke zum Opfer. Nun verzichtete man auf eine Durchfahrt, das Gebäude erhielt ein zweites voll ausgebautes Obergeschoß und im Satteldach mit Traufseite zur Straße befanden sich drei Gauben. Nachdem auch ein Nebengebäude neu errichtet war lautete der Beschrieb nun: Wohnhaus mit zwei Läden, Kraftwagenhalle, Waschküche, Holzlege, Schweinestall und Hofraum. Jetzt mit Zufahrt ausschließlich von der Berggasse her.

Inzwischen gehört der Schweinestall längst der Geschichte an und aus den drei Dachgauben wurde ein Vollgeschoß mit einer die gesamte Breite des Hauses füllenden Dachterrasse zur Südseite hin.

Persönlichkeiten

  • Johann Sechser (geb. 3. April 1851, gest. 20. Oktober 1935) Metzgermeister, von ihm befinden sich mehrere Unterlagen im Stadtmuseum, so die Aufnahme als Mitglied im Pferdezuchtverein, Verleihung des Ehrenzeichens als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und die Aufnahme als Mitglied in den landwirtschaftlichen Verein in Bayern.

Einzelnachweise