Pfreimd

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Pfreimd
Stadt Pfreimd mit Fluss Pfreimd (rechts) und Naab (2018)
Wappen von Pfreimd
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Ortsvorwahl:09606
Q522639  Pfreimd  4115950-0 PfreimdODB_A00001888
Die Reise des Pfalzgrafen Ottheinrich 1536/37: Pfreimd im Reisealbum von Ottheinrich (um 1536)
Pfreimd um 1546, Kartenausschnitt, Staatsarchiv Amberg, Plansammlung 329
Pfreimd (1835): Uraufnahme: Bayerische Vermessungsverwaltung - www.geodaten.bayern.de, Lizenz: CC BY-ND 4.0
Franziskanerkloster Pfreimd aus der Vogelperspektive
18. Jahrhundert, Archiv des Erzbistums München und Freising

Die Stadt Pfreimd liegt im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz.

Lage

Pfreimd liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses Pfreimd in die Naab auf einer Höhe von 370 Metern im Naabtal nördlich von der Stadt Nabburg. Östlich von Pfreimd führt die Bundesautobahn A 93 vorbei. Durch die verkehrsgünstige Lage an der Autobahn A93 und dem Autobahnkreuz "Oberpfälzer Wald", bei dem sich die Autobahnen A93 und A6 kreuzen, ist die Stadt Pfreimd gut zu erreichen. Westlich der Stadt führt die Bahnstrecke Regensburg - Nabburg - Untersteinbach (mit Bahnhof Pfreimd) - Weiden - Hof vorbei.

Gemeindeteile der Stadtgemeinde Pfreimd

Auf eine Angabe von Siedlungstypen[1], wie in Wikipedia üblich, wird verzichtet, da seit 1987 keine Aktualisierung der Daten erfolgt und die Angaben daher veraltet bzw. teilweise überholt sind. Die ehemaligen Ortsteile "Oberweihern" und "Weiherhäusl" zählen heute zu der Ortschaft Weihern.

Die Stadtgemeinde Pfreimd hat 27 Gemeindeteile:

  • Herdegen
  • Hochschlag
  • Hohentreswitz
  • Iffelsdorf
  • Kulmhof
  • Kurmhof
  • Löffelsberg
  • Nessating
  • Oberpfreimd

Nachbargemeinden von Pfreimd

Nachbargemeinden der Stadtgemeinde Pfreimd sind:

Aus der Geschichte von Pfreimd

Historische Schreibformen von Pfreimd

  • 1022/1023: Frimida[2]
  • 1021-1033: locus nomine Phrima (= der Ort mit dem Namen Phrima)
  • 1024-1031: ad Frima
  • um 1135: Megenhardus de Phrime
  • 1156: Megenhardus de Phrimede
  • um 1225: Vͦlr(ico) de Pfrimde
  • 1244: Vlricus de Phreimde
  • 1234-1247: in Phreimd
  • 1280: Vlrich von Pfreimd
  • 1301-1307: ze Pfreim in dem dorffe
  • 1311 oder später: castrum Pfreimd ... ipso fluuio Pfreimd circumdante castrum
    (= Burg Pfreimd … wo der Fluss Pfreimd die Burg umgibt)
  • 1410: Pfrewͤnde den Marckt
  • 1820: Pfreimd, Stadt

Frühe Besiedlung des mittleren Naabtals

Der Raum um Nabburg und Pfreimd war bereits in frühester Zeit durch eine größere Anzahl von Verkehrswegen erschlossen. Von Regensburg kommend führte eine Route durch das Naabtal über Schwarzenfeld (mit Naabübergang) und Nabburg (Naabübergang) über Pfreimd weiter nach Eger bis an die Wismarer Bucht [3]. Funde aus dem Jahre 1963 in der Gegend um Iffelsdorf und weitere Grabungsbelege aus den Jahren 1975 bei Oberköblitz und 1976 bei Pfreimd deuten auf eine frühe Siedlungstätigkeit in der Gegens um die Naab bei Pfreimd hin, so dass die Besiedlung des mittleren Naabraums um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. durch Kelten und eine bereits vor deren Landnahme hier lebende vorgermanische Bevölkerung als gesichert erscheinen [4][5].

Erster historischer Nachweis der Siedlung Pfreimd

Der Name "Pfreimd" stammt aus dem Slawischen und bedeutet "Fluss mit trübem Wasser". Die erste urkundliche Erwähnung des Siedlungsnamens (Phrimede) datiert auf das Jahr 1022/23 [6], die sichere urkundliche Nennung des Ortsadels erfolgte im Jahre 1118 [7].

Burganlage Pfreimd

Weitere historische Belege berichten von einer Burganlage im Mündungsbereich der Pfreimd in die Naab. Der Kern der heutigen Stadt war eine Wasserburg, die den Übergang über die beiden Flüsse schützte. Dies geht aus einer Urkunde von 1311 hervor, in der steht: Pfreimd ... ipso fluuio Pfreimd circumdante castrum (= wobei der Fluss Pfreimd selbst die Burg umspült) [8][9]. Die abgegangene Burganlage befand sich im heutigen Umfeld des Schlosshofes. Der Bereich wird unter der Aktennummer D-3-6539-0114 als Bodendenkmal aufgeführt: "Archäologische Befunde und Funde im Bereich des ehemaligen Wasserschlosses, vormals mittelalterliche Niederungsburg und im Bereich der Katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pfreimd, darunter die Spuren von Vorgängerbauten bzw. älteren Bauphasen sowie der aufgelassene historische Ortsfriedhof. Frühmittelalterliche (slawische) Siedlung, wohl mit Befestigung" [10][11].

Stadtrechte

Nach verschiedenen Herrschaftswechseln kam Pfreimd 1322 in den Besitz der Landgrafen von Leuchtenberg [12]. 1372 ist Pfreimd erstmals als Stadt urkundlich belegt [13]. Da es sich dabei um kein Stadterhebungsprivileg handelt, liegt nahe, dass die Stadterhebung schon früher erfolgt ist [14]. Reinhard Seitz nimmt an, dass die Stadterhebung durch Kaiser Karl IV. im Jahre 1371 erfolgt sein müsste [15][16]. Eine Stadterhebung im Mittelalter erfolgte durch die Verleihung von besonderen Vorrechten, den sogenannten Stadtrechten. Dies geschah durch die Überreichung einer Verbriefungsurkunde. Berechtigt zur Verleihung der Stadtrechte waren ausschließlich der Kaiser bzw. König oder die regionalen Stadtherren wie Landesfürsten, Herzöge, Grafen, Äbte oder Bischöfe, die das Hoheitsrecht über die Ansiedlung besaßen [17].

Nach 1399 wechselt die Bezeichnung. Pfreimd ist nicht mehr als Stadt benannt, sondern wird in den Urkunden als Markt bezeichnet. 1491 erfolgt wieder die Bezeichnung als Stadt [18]. In dem Stadtprivileg aus dem Jahre 1497, ausgestellt von Landgraf Johann IV. heißt es, daß nu furan ... Pfreimbd ein statt sol sein, geheysen und genent sol werden ... also und darfür zu halten und nit anderst zu schreyben und zu nennen. Pfreimd wurde also zum zweiten Mal zur Stadt erhoben. Dies geschah nicht durch Kaiser oder König, sondern durch Landgraf Johann IV. aus eigener Machtbefugnis [19].

Stadtrichteramt Pfreimd

Seit dem Jahre 1372 ist zu Pfreimd ein Gericht erwähnt, das als Stadtgericht für den städtischen Bereich von Pfreimd zuständig war. Im Heidelberger Vertrag von 1546 ist vermerkt, dass die Leuchtenberger in den zu Pfreimd gehörenden Ortschaften Iffelsdorf, Untersteinbach und Döllnitzmühle die Niedergerichtsbarkeit ausübten [20]. Die Niedergerichtsbarkeit (auch Niedere Gerichtsbarkeit oder Niedergericht) war im Mittelalter die untere Stufe der Rechtsprechung. Sie war in der Regel Teil der Grundherrschaft und befasste sich mit alltäglichen Bagatellen, Zivilstreitigkeiten und kleineren Vergehen wie Streitigkeiten über Eigentum, Erbschaften, Ehefragen, Schulden, Beleidigungen, Raufereien, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Flur- und Waldschäden (Frevel) oder Marktstreitigkeiten. Dem Stadtrichteramt Preimd war das Landsassengut Untersteinbach angeschlossen [21].

Leuchtenbergische Residenzstadt

Die Leuchtenberger waren bestrebt, den Standort Pfreimd zu einem Zentrum ihrer Herrschaft an der Naab auszubauen, da der Ort verkehrsgünstiger als Leuchtenberg lag. Ein früher Förderer der jüngeren Stadtgeschichte war Landgraf Ulrich II. von Leuchtenberg. 1372 befreite er die Stadtbewohner von Pfreimd auf die Dauer von sechs Jahren von Abgaben, Steuern und Zinsen, um einen Anreiz zur Ansiedlung zu schaffen[22]. 1399 war die Stadt von einer schützenden Mauer umgeben. Gleichzeitig entstand außerhalb der Mauer die Pfreimder Vorstadt "Freyung".

Verleihung von Rechten für Märkte

König Sigismund verlieg 1431 dem Leuchtenberger Landgrafen Leopold das Marktrecht für einen Wochenmarkt und vier Jahrmärkte in Pfreimd [23]. Diese fielen auf Mariä Himmelfahrt (15. August), Tag der Geburt der lieben Frau, auch Mariä Geburt genannt (8. September), der Sonntag vor Michaelistag (Michaeli, 29. September) und Mariä Verkündigung (25. März). Diese Jahrmärkte wurden aber später teilweise verlegt und schließlich am 3. Fastensonntag, am Sonntag nach Fronleichnam, am Sonntag vor Bartholomäi und am Sonntag vor Michaelis abgehalten. 1674 kamen auch noch weitere Märkte hinzu [24].

Pfarrei Pfreimd

Historischer Stadtkern mit Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (2023)
Klosterkirche (2017)
Friedhofskirche St. Sigmund (2022)
Evangelische Pauluskirche (2021)
Judengasse in Pfreimd (linker Bildrand)

Sowohl Nabburg als auch Pfreimd gehörten ursprünglich zur Mutterpfarrei Perschen. Zu Burg und Siedlung kam dann ein Kollegiatstift hinzu. Diese Gemeinschaft von Weltpriestern gehörte keiner Ordensgemeinschaft an. Das Kollegialstift war jedoch vor 1216 wieder eingegangen. Dazu ist überliefert "... ecclesia a prima sui fundacione collegiata fuit, sicut ex vestigiis edium dirutarum et ex forma ecclesie super stitis, que omnia in modum claustri ordinata consistunt", was so viel heißt, wie „die Kirche war von ihrer Gründung an eine Kollegiatkirche, wie aus den Überresten der zerstörten Gebäude und der Form der erhaltenen Kirche hervorgeht, die alle in der Art eines Klosters angeordnet sind.“

Im Jahre 1216 musste sich der Bischöfliche Stuhl mit einem langwierigen Streit über die Kirche Pfreimd (super ecclesia Pfrime) zwischen Heilwiga, (Gräfin von Rottenegg), zu dieser Zeit Inhaberin der Herrschaft Pfreimd, und dem Pfarrer von Perschen beschäftigen. Der Perschener Pfarrer beanspruchte für sich das Recht, bei der Besetzung der Pfarrstelle mitreden zu dürfen. Heilwiga, Gräfin von Rottenegg, widersprach diesem Ansinnen, da in Pfreimd ursprünglich ein Kollegialstift bestand, auf das die Reste zerstörter Gebäude sowie die Form der noch vorhandenen Kirche hindeuteten. Bei einem solchen Stift war aber die Investitur durch einen Pfarrer nicht üblich. Der Streit zwischen Perschen und Pfreimd wurde dahingehend entschieden, dass die Investitur in Zukunft, wie bei anderen Pfarreien, dem Bischof zustehen sollte. Erster namentlich bekannter Pfarrer von Pfreimd ist ein gewisser Jordan, der als Zeuge in einer Urkunde von 1315 erscheint [25].

Im Jahre 1216 erfolgte schließlich die Abtrennung Pfreimds von der Mutterpfarrei Perschen [26]. Entscheidung. dass die Kirche in Pfreimd nicht der Pfarrei Persen oder Naabburg untergeordnet ist (Originaltext der Urkunde: Decisio. quod Ecclesia in Pfreimd non sit subjecta Parochiae Persen scu Naabburg), lautet der Text in der Gründungsurkunde für die Pfarrei Pfreimd aus dem Jahre 1216. Nach dem ältesten Pfarreienverzeichnis der Diözese Regensburg aus dem Jahre 1326 bestand Pfreimd damals als eigenständige Pfarrei.

Die Reformation ging an Pfreimd nicht spurlos vorbei, da sich Pfreimder Bürgerinnen und Bürger der Lehre Luthers anschlossen. Landgraf Georg Ludwig griff durch und berichtete am 15. Juni 1590 an Herzog Wilhelm von Bayern: Euer Gnaden kann ich mit Freuden zu berichten nicht umgehen, daß gottlob alle meine Untertanen allhie zu Pfreimd sich zu unserer wahren katholischen religion begeben haben und unter denselben nur vier hinausziehen, also daß ich gottlob meine Untertaneen wieder in dem rechten Schafstall habe [27].

Nach dem 30jährigen Krieg (1618-1648) war der Pfreimder Pfarrer in Personalunion zugleich Pfarrer von Weihern, mindestens ab 1685 kam Saltendorf als Seelsorgeeinheit dazu. "1952 wurde die nunmehrige Filiale Saltendorf mit Döllnitz und Friedersdorf von Weihern nach Pfreimd umgepfarrt, desgleichen der zur Pfarrei Kemnath am Buchberg bzw. deren Expositur Neunaigen gehörende größere Teil von Saltendorf" [28].

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Im Jahre 1481 brannte das Kirchengebäude in Pfreimd ab. Den Auftrag für den gotischen Neubau der Kirche erteilte Landgraf Friedrich V. von Leuchtenberg. Die Fertigstellung des Bauwerks dauerte bis 1515. Ein heftiges Gewitter im Jahre 1653 beschädigte den Kirchturm sehr stark, so dass dieser 1655 zum Teil abgetragen werden musste. In der Folgezeit zeigten sich am Gebäude immer größere Bauschäden. Aufgrund der Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) und der damit verbundenen Mittellosigkeit der Pfarrei Pfreimd, verfiel das Kirchengebäude immer mehr [29].

1681 begann der Wessobrunner Maurer- und Gipsermeister Johann Schmuzer (1642-1701) mit dem Neubau der Pfreimder Pfarrkirche. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist eine Saalkirche, die in den Jahren 1681 bis 1688 erbaut wurde. Das der Wessobrunner Schule entstammende Bauwerk zählt zu den wertvollsten Kirchenbauten in der Oberpfalz. Von der Benediktinerabtei Wessobrunn, in Oberbayern gelegen, kamen Baumeister, Stuckateure und Kupferstecher von hohem künstlerischem Rang. Johann Schmuzer (auch Schmutzer) gilt als Mitbegründer dieser Schule. Der von Johann Schmuzer geschaffene Hauptaltar in der Pfreimder Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, bestehend aus einem Stuckaufbau, der als Baldachin vier mit Weinranken geschmückte und gedrehte Säulen überdeckt, ist ein Meisterwerk der Stuckateurkunst. Der Hauptalter zeigt ein Gemälde von Jacobus Potma, das 1689 fertiggestellt wurde, mit einem Motiv von der Himmelfahrt Mariens. Bis heute hat sich die Innenausstattung erhalten. Das baugeschichtliche Juwel einer Schmuzerkirche ist für jeden kunsthistorisch interessierten ein lohnendes Ziel, zumal das Gotteshaus in der Oberpfalz seinesgleichen sucht [30].

Franziskanerkloster Pfreimd

Das Franziskanerkloster Pfreimd wurde 1596 von Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg gegründet. Ab 1593 erfolgte bereits der Bau für die zugehörige Klosterkirche St. Johannes Baptist, die 1594 geweiht werden konnte. Pfreimd war zur damaligen Zeit eine katholische Enklave inmitten stark protestantisch geprägter Nachbargebiete. Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg gründete das Kloster, um den Glauben der Bevölkerung zu festigen und dem Priestermangel nach den Wirren der Reformation entgegenzuwirken[31].

Im Zuge der Säkularisation kam es 1802 zur Auflösung des Klosters. Kirche und Klostergebäude, die in staatlichem Besitz blieben, wurden umfunktioniert und als Lagerhalle, Wirtshaus und Wohnung verwendet. Im Jahre 1831 wurde das Kloster als Pflegeeinrichtung für ältere Mitbürger wiedererrichtet. 1870 entstand in Pfreimd wieder eine Ordensgemeinschaft der Franziskaner.

Als klösterliche Niederlassung des Franziskanerordens existiert das Pfreimder Kloster nicht mehr. Die letzten Franziskaner zogen 1995 ab. Die historischen Gebäude werden heute von der Pfarrei Pfreimd, dem indischen Vinzentinerorden und als Kindertagesstätte genutzt [32][33].

Evangelische Kirchengemeinde Pfreimd

360 Jahre gingen von 1589 an gerechnet ins Land, bis im Jahre 1949 wieder ein evangelischer Gottesdienst in Pfreimd stattfand. Der Nabburger Vikar Klaus Bruch hielt in der Pfreimder Friedhofskirche einen Gottesdienst. Nach dem 2. Weltkrieg war durch den Zustrom von Kriegsflüchtlingen und Heimatvertriebenen die Zahl der Protestanten in Pfreimd angewachsen. Die katholische Kirchenverwaltung Pfreimd stellte der evangelischen Kirchengemeinde die Friedhofskirche St. Sigmund für fast 25 Jahre zur Verfügung.

1966 wurde die Kirchengemeinde in Pfreimd selbständig. Nachdem sich abzeichnete, dass Pfreimd Garnisonsstadt werden würde, war mit dem Zuzug weiterer evangelischer Bundeswehrangehöriger zu rechnen. Die Bundesrepublik Deutschland erkannte die Notwendigkeit der Unterstützung beim Kirchenbau für die Folgeeinrichtung nach dem Kasernenbau. Knapp zwei Drittel der Baukosten sollte der Bund übernehmen. Am 15. August 1971 legte Militätdekan Kirchenrat Grießbach den Grundstein für den Kirchenbau in Pfreimd. Architekt Horst Rudolf aus Hof entwarf die Kirche, die Pfreimder Firma Georg Hösl übernahm die Baumeisterarbeiten und die Firma Ruhland aus Rappenberg setzte den Dachstuhl auf das Gebäude. Die evangelische Kirchengemeinde Pfreimd gehört zu den kleineren Kirchengemeinden im Dekanat Sulzbach-Rosenberg[34].

Jüdische Gemeinde Pfreimd

Erstmals urkundlich nachweisbar sind Juden in Pfreimd im Jahre 1397. Quellen belegen verschiedene Kauf-, Leih- und Tauschgeschäfte der Leuchtenberger Landgrafen Johann IV. (reg. 1487-1531) und Georg III. (reg. 1531-1555) mit der jüdischen Gemeinde in Pfreimd. Die Gemeinde wuchs an und diente den Landgrafen von Leuchtenberg als wichtiger Geldgeber.

Die jüdischen Mitbürger wohnten ausschließlich oder hauptsächlich in der schmalen Judengasse in Pfreimd. Die Judengasse ist einer der ältesten nachweisbaren Straßennamen in der Stadt. Diese lag am südwestlichen Rand der Stadtmauer[35]. Hier soll sich auch eine Synagoge oder ein Betsaal befunden haben. Ein Standort für einen jüdischen Friedhof in Pfreimd ist nicht überliefert. Um 1610 versuchten die Leuchtenberger, die Juden aus Pfreimd zu entfernen, was aber nicht gelang. Nach der Eroberung Pfreimds durch ein protestantisches Heer im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) unter dem Feldherrn von Mansfeld im Jahre 1621 und der Verfolgung der Juden verließen sie die Stadt. Ab dem Jahre 1630 finden sich keine Hinweise auf Juden in Pfreimd.

Ab 1861 ist ein erneuter Zuzug von Juden in die Stadt Pfreimd belegt. Siegmund Salomon Arnstein kaufte 1880 die städtische Mühle und baute die Mahl- und Sägemühle 1890 in ein Spiegelglas- und Schleifwerk um [36]. Im 19. und 20. Jahrhundert waren jüdische Händler dann wichtige Handelspartner am Viehmarkt oder bei der Vermarktung von Spiegelglas [37].

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zwang man die jüdische Familie Arnstein 1934 das Schleifwerk an einen Arier zu verkaufen. Den langjährige Werkmeister Georg Hanauer übernahm den Betrieb. Damit war das jüdische Leben in Pfreimd aufs Neue erloschen.

  • Führungen: Die Stadt Pfreimd bietet in unregelmäßigen Abständen historische Rundgänge an, bei denen Interessierte auf den Spuren des jüdischen Lebens wandeln können [38]. Auskünfte erteilt die Stadt.

Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
  • Franziskanerkloster Pfreimd
  • Evangelische Pauluskirche
  • Friedhofskirche St. Sigmund
  • Eixlberg
  • Kirche St. Barbara am Eixlberg
  • Museum der Stadt Pfreimd
  • Wasserrad

Bilder Stadt Pfreimd

Ämter und Behörden in Pfreimd

Schulstandort Pfreimd

  • Landgraf-Ulrich-Schule Pfreimd
  • Sing- und Musikschule Pfreimd
  • Volkshochschule Pfreimd

Leistungszentrum Oberpfälzer Schützenbund

Das Leistungszentrum[39] des Oberpfälzer Schützenbundes[40] befindet sich in Pfreimd in der Schützenstraße 99.

Der Oberpfälzer Schützenbund e. V. (OSB) ist eine Dachorganisation des Sportschießens in der Oberpfalz. Ihm gehören 29.016 Mitglieder in 14 Schützengauen und 264 Vereinen an (Stand: 2024) [41].

Literatur/Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Es erfolgt keine Verwendung der Siedlungstypen, da die Daten teilweise überholt sind. Die Angaben im Bavarikon werden seit 1987 nicht mehr aktualisiert. (Auskunft Redaktion Bavarikon nach Anfrage vom 4. November 2025).
  2. Pfreimd In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 50, München 1981, Nabburg, S. 8
  4. Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 50, München 1981, Nabburg, S. 14
  5. Ernst Schwarz, Sprache und Siedlung in Nordostbayern, Nürnberg 1960, S. 10 und 40
  6. Pfreimd In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  7. Kurzgeschichte der Stadt Pfreimd auf der Homepage der Stadt
  8. Monumenta Boica, 50, S. 199
  9. Wolf-Armin von Reitzenstein, Lexikon Bayerischer Ortsnamen, Herkunft und Bedeutung, Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, S. 211
  10. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
  11. Karte mit Lage der ehemaligen Burganlage im Denkmal-Atlas Bayern
  12. Dieter Bernd, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 39, Vohenstrauß, S. 156
  13. Reinhard H. Seitz, Zu Entstehung und Entwicklung, Privilegien und Recht der leuchtenbergischen Residenzstadt Pfreimd, in VHVO 1971, S. 31
  14. Dieter Bernd, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 39, Vohenstrauß, S. 180
  15. Reinhard H. Seitz, Zu Entstehung und Entwicklung, Privilegien und Recht der leuchtenbergischen Residenzstadt Pfreimd, in VHVO 1971, S. 31
  16. Reinhard H. Seitz Zu Entstehung und Entwicklung, Privilegien und Recht der leuchtenbergischen Residenzstadt Pfreimd, In: Heimatforschung Regensburg
  17. Stadtrecht im Mittelalter
  18. Dieter Bernd, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 39, Vohenstrauß, S. 181
  19. Reinhard H. Seitz, Zu Entstehung und Entwicklung, Privilegien und Recht der leuchtenbergischen Residenzstadt Pfreimd, in VHVO 1971, S. 37
  20. Dieter Bernd, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 39, Vohenstrauß, S. 156
  21. Dieter Bernd, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 39, Vohenstrauß, S. 179
  22. Dieter Bernd, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 39, Vohenstrauß, S. 181
  23. Dieter Bernd, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 39, Vohenstrauß, S. 181
  24. Reinhard H. Seitz, Zu Entstehung und Entwicklung, Privilegien und Recht der leuchtenbergischen Residenzstadt Pfreimd, in VHVO 1971, S. 35
  25. Pfarrei Pfreimd auf matricula-online
  26. Reinhard H. Seitz, Zu Entstehung und Entwicklung, Privilegien und Recht der leuchtenbergischen Residenzstadt Pfreimd, in VHVO 1971, S. 29
  27. Homepage der Pauluskirche und evangelische Kirchengemeinde Pfreimd
  28. Pfarrei Pfreimd auf matricula-online
  29. Stadtpfarrkirche Pfreimd - Geschichtlicher Rückblick und Baugeschichte auf der Homepage der Stadt Pfreimd, abgerufen am 29. Mai 2026
  30. Alois Köppl, Pfreimd, Stadt-Land-Fluss, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, Gleiritsch 2022, S. 13
  31. Haus der bayerischen Geschichte - Franziskanerkloster Pfreimd - Seelsorge im Dienst der Gegenreformation
  32. Pfarrei Pfreimd Kirchen und Einrichtungen, abgerufen am 30. Mai 2026
  33. Franziskanerkloster Pfreimd auf der Homepage der Stadt Pfreimd, aberufen am 30. Mai 2026
  34. Homepage Pauluskirche und evangelische Kirchengemeinde Pfreimd, abgerufen am 29. Mai 2026
  35. Israel Schwierz, Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation, 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 291
  36. Haus der bayerischen Geschichte Jüdisches Leben in Bayern
  37. Jüdische Spuren in Pfreimd
  38. Jüdische Spuren in Pfreimd AG Gästeführer Stadt Nabburg/Freilandmuseum Oberpfalz
  39. Alois Köppl, 100 Jahre Schützenverein Plassenberg-Gleiritsch, 1920-2020. Verlag Katzenstein-Gleiritsch, Gleiritsch 2022, S. 13-15
  40. Alois Köppl, Pfreimd, Stadt-Land-Fluss, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, Gleiritsch 2022, S. 30
  41. Angaben der Geschäftsstelle des Oberpfälzer Schützenbundes, Pfreimd - Mitglieder-Report Januar 2024


Straßennamen in der Stadtgemeinde Pfreimd

Straßennamen in der Stadt Pfreimd: Alte Schulgasse | Altenseeweg | Alter Weg | Am Bubenweiher | Am Hahnenkreuz | Am Kalvarienberg | Am Mühlbach | Am Neuweiher | Am Pfarrweiher | Am Wall | Amselweg | An der Kühtrat | Auf der Holzlohe | Auf der Ram | Bachstelzenweg | Bahnhofstraße | Bergstraße | Birkenweg | Brauhausgasse | Brunner-Bey-Straße | Bürgermeister-Reichl-Straße | Dachauerstraße | Dahlienweg | Dr.-Enders-Straße | Dr. Kleber-Straße | Dr.-Ram-Straße | Drosselweg | Effnerstraße | Eichenweg | Fischergasse | Fliederweg | Flürlweg | Friedhofweg | Friedrichweg | Freyung | Gartenweg | Georg-Ludwig-Straße | Gimpelweg | Grünsfelder Straße | Hammerhof | Herzog-Albrecht-Weg | Hirtenstraße | Hofgartenstraße | Hofwehr | Hohe Straße | Holunderweg | Horchlerstraße | Judengasse | Kaltenthalerstraße | Kantnergasse | Kiebitzweg | Kirchsteig | Koppelweg | Kuglerstraße | Kürschnergasse | Kurzer Weg | Landgraf-Johann-Straße | Landgraf-Ulrich-Straße | Landgrafenstraße | Lerchenweg | Leuchtenberger Straße | Lindenweg | Linsstraße | Lohweg | Margeritenstraße | Marienplatz | Marktplatz | Max-Philipp-Weg | Mechthildweg | Meisenweg | Meixnerstraße | Mohnweg | Mühlbauerstraße | Müllerstraße | Naabweg | Nabburger Straße | Nassengasse | Neuer Weg | Neunerstraße | Niklasstraße | Ottmar-Reger-Straße | Pater-Mangold-Straße | Perschener Weg | Pfreimder Straße | Prägarten | Promenadenweg | Richtwiese | Ringstraße | Rosengasse | Rotkehlchenweg | Sackgasse | Schlachthausgasse | Schlesierstraße | Schloßbergstraße | Schloßhof | Schmelzweg | Schrebergartenweg | Schulstraße | Schützenstraße | Sigertstraße | Söllitzer Straße | Spatzenweg | Stadtgraben | Stadtweiherwiesen | Steinener Steig | Sudetenstraße | Tännesberger Straße | Tulpenweg | Ulmenweg | Von-Federl-Straße | Von-Rieneck-Straße | Wagnerstraße | Wernberger Straße | Wiesenweg | Winklergasse | Zaunkönigweg | Zimmermannstraße

Straßennamen im Ortsteil Bornmühlschleife: Gleiritscher Straße

Straßennamen im Ortsteil Fuchsendorf: Pamsendorfer Straße

Straßennamen im Ortsteil Untersteinbach: Almweg | Am Eixlberg | Am Steinhübel | Bachgasse | Bahnhofstraße | Fraunbergweg | Jägersteig | Johannisweg | Kellerweg | Kulmstraße | Kutschergasse | Mühlleite | Mühlweg | Schmiedgasse | Zum Wehr

Straßennamen im Ortsteil Weihern: Weihern | Kreuzweg | Mahdwiesen | Roßgarten | Tränkelweg | Von-Hahn-Straße

Ortsteile ohne Straßennamen: Aspachmühle | Bornmühle | Döllnitz | Döllnitzmühle | Egerhof | Eixlberg | Gnötzendorf | Herdegen | Hochschlag | Hohentreswitz | Iffelsdorf | Kulmhof | Kurmhof | Löffelsberg | Nessating | Oberpfreimd | Pamsendorf | Rappenberg | Schloßhof | Stein | Stelzlmühle | Ziegelhütte