Konatsried (Oberviechtach)

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Koordinaten: 49° 27' 5.76" N, 12° 27' 6.12" E

Konatsried (Oberviechtach)
Konatsried (2024)
PLZ/Ort:92526 Konatsried, Stadt Oberviechtach
Q14545264   Konatsried  KonatsriedODB_S00037782
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am .

Konatsried ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf.

Lage von Konatsried

Konatsried liegt knappe zwei Kilometer südöstlich von Oberviechtach auf 611 Meter Höhe in rund 400 Meter Entfernung von der Bundesstraße B 22 von Weiden nach Cham. Der Ort ist über eine von Nunzenried kommende Gemeindeverbindungsstraße zu erreichen. Eine weitere Zufahrt ist von der Bundesstraße B 22 aus möglich[1].

Aus der Geschichte von Konatsried

Die erste Nennung der Rodungssiedlung Konatsried erfolgte im Jahre 1285, als die Siedlung Chvnratzrivt im Herzogsurbar als Besitz von Herzog Ludwig II. von Oberbayern genannt wird[2].

Historische Schreibformen von Konatsried

  • 1285: Chvnratzrivt [3]
  • 1316: datz Chuͦnratzreuͦt (= da zu Chuͦnratzreuͦt)
  • 1326: Chunratzsriut
  • 1345: Chunradzreut
  • 1354-1358: Chunratsreut
  • 1428/1429: Chunradczrewt
  • 1494: Conradßriet
  • 1532: Conrattsriet ... zu Conratzrieth
  • 1581: Conradsriedt
  • 1630: Conradtsriedt
  • 1782-1787: Konetsried
  • 1819: Konatsried, Weiler

Bedeutung des Ortsnamens Konatsried

Ausgehend vom mittelhochdeutschen Grundwort riut (durch Roden urbar gemachtes Land) und dem Personennamen als Bestimmungswort Chunrāt bedeutet der Name Konatsried Rodungssiedlung des Chunrāt[4].

Historische Beschreibung von Konatsried

Die Beschreibung von Konatsried erfolgt aufgrund des Steuer- und Anlagenbuches des Pflegamts Murach von 1774[5].

  • 1285: „Chvnratzrivt“ 2 Höfe
  • 1326: 3 Höfe
  • 1494: „Conradßriet“ 6 Mannschaften
  • 1581: „Conradsriedt“ untersteht unmittelbar dem Amt
  • 1630: „Conradtsriedt“

In Konatsried gab es nach dieser Beschreibung drei Höfe, vier Güter und ein Hüthaus, also insgesamt acht Anwesen. Diese acht Anwesen gliederten sich auf in drei ganze Höfe und fünf halbe Höfe.

Erläuterungen zum besseren Verständnis:

Hofgröße:

  • Ganzer Hof (Mayrhof/Meierhof): Das größte Anwesen, ca. 40-90 Tagwerk Land, mit mehreren Pferden und Ochsen
  • Halber Hof (Huber/Halbbauer): Etwa die Hälfte eines ganzen Hofes, ca. 30 Tagwerk, mit weniger Pferden und Ochsen
  • Viertel-Hof (Lehen/Gütler): Ein Viertel der Größe eines vollen Hofes, ca. 15-20 Tagwerk, mit einem Pferd und einem Ochsen
  • Achtel-Hof (Sölde/Söldner): Ein Achtel des vollen Hofes, ca. 5-10 Tagwerk Land, oft ohne Pferd, mit einer oder zwei Kühen
  • Kleinere Einheiten: Darunter folgten noch Sechzehntel-Höfe (Leersölde, 1-3 Tagwerk) und Zweiunddreißigstel-Höfe (Häusler, Leerhäusler) ohne oder mit sehr wenig Grundbesitz

Steuerdistrikte

1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Nunzenried mit den Ortschaften Nunzenried, Eppenried, Konatsried, Lind, Schönthan, Tressenried, Käfermühle, Untereppenried, Bruderbügerl, Herzoghof, Hornmühle, „Oedsteinbach“, Werneröd und Ziegelhütte[6].

Gemeindebildung

Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. „Rural“ leitet sich vom Lateinischen für „auf dem Lande lebend“ ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.

1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Konatsried mit den Ortschaften Konatsried, Eppenried an der Ascha und Untereppenried[7]. Die Familienzahl der Gemeinde Konatsried betrug zu diesem Zeitpunkt 19 Familien, wobei mindestens 20 Familien für eine Gemeindebildung nötig waren. Aus diesem Grund erfolgte im März 1830 die Zusammenlegung der Gemeinde Konatsried mit der Gemeinde Nunzenried. Die Gemeinde Nunzenried wurde 1946 aufgelöst und in die Stadt Oberviechtach eingemeindet[8].

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 60/61
  2. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 31
  3. Konatsried In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  4. Konatsried In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  5. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 160
  6. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 202
  7. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 205
  8. Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 214
Straßennamen in Oberviechtach

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Ehemalige Straßennamen:

Wüstungen: Eisberg