Konatsried (Oberviechtach)
Koordinaten: 49° 27' 5.76" N, 12° 27' 6.12" E
| Konatsried (Oberviechtach) | |
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Konatsried (2024) | |
| PLZ/Ort: | 92526 Konatsried, Stadt Oberviechtach |
Konatsried ist ein Gemeindeteil der Stadt Oberviechtach im Landkreis Schwandorf.
Lage von Konatsried
Konatsried liegt knappe zwei Kilometer südöstlich von Oberviechtach auf 611 Meter Höhe in rund 400 Meter Entfernung von der Bundesstraße B 22 von Weiden nach Cham. Der Ort ist über eine von Nunzenried kommende Gemeindeverbindungsstraße zu erreichen. Eine weitere Zufahrt ist von der Bundesstraße B 22 aus möglich[1].
Aus der Geschichte von Konatsried
Die erste Nennung der Rodungssiedlung Konatsried erfolgte im Jahre 1285, als die Siedlung Chvnratzrivt im Herzogsurbar als Besitz von Herzog Ludwig II. von Oberbayern genannt wird[2].
Historische Schreibformen von Konatsried
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Bedeutung des Ortsnamens Konatsried
Ausgehend vom mittelhochdeutschen Grundwort riut (durch Roden urbar gemachtes Land) und dem Personennamen als Bestimmungswort Chunrāt bedeutet der Name Konatsried Rodungssiedlung des Chunrāt[4].
Historische Beschreibung von Konatsried
Die Beschreibung von Konatsried erfolgt aufgrund des Steuer- und Anlagenbuches des Pflegamts Murach von 1774[5].
- 1285: „Chvnratzrivt“ 2 Höfe
- 1326: 3 Höfe
- 1494: „Conradßriet“ 6 Mannschaften
- 1581: „Conradsriedt“ untersteht unmittelbar dem Amt
- 1630: „Conradtsriedt“
In Konatsried gab es nach dieser Beschreibung drei Höfe, vier Güter und ein Hüthaus, also insgesamt acht Anwesen. Diese acht Anwesen gliederten sich auf in drei ganze Höfe und fünf halbe Höfe.
Erläuterungen zum besseren Verständnis:
Hofgröße:
- Ganzer Hof (Mayrhof/Meierhof): Das größte Anwesen, ca. 40-90 Tagwerk Land, mit mehreren Pferden und Ochsen
- Halber Hof (Huber/Halbbauer): Etwa die Hälfte eines ganzen Hofes, ca. 30 Tagwerk, mit weniger Pferden und Ochsen
- Viertel-Hof (Lehen/Gütler): Ein Viertel der Größe eines vollen Hofes, ca. 15-20 Tagwerk, mit einem Pferd und einem Ochsen
- Achtel-Hof (Sölde/Söldner): Ein Achtel des vollen Hofes, ca. 5-10 Tagwerk Land, oft ohne Pferd, mit einer oder zwei Kühen
- Kleinere Einheiten: Darunter folgten noch Sechzehntel-Höfe (Leersölde, 1-3 Tagwerk) und Zweiunddreißigstel-Höfe (Häusler, Leerhäusler) ohne oder mit sehr wenig Grundbesitz
Steuerdistrikte
1808 erfolgte eine Neuordnung des Steuerwesens durch Einteilung in Steuerdistrikte. Einer dieser Distrikte war der Steuerdistrikt Nunzenried mit den Ortschaften Nunzenried, Eppenried, Konatsried, Lind, Schönthan, Tressenried, Käfermühle, Untereppenried, Bruderbügerl, Herzoghof, Hornmühle, „Oedsteinbach“, Werneröd und Ziegelhütte[6].
Gemeindebildung
Nach den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 wurden Ruralgemeinden (ab 1835 in Landgemeinden umbenannt) eingerichtet, um die Verwaltung auf dem Land zu organisieren. „Rural“ leitet sich vom Lateinischen für „auf dem Lande lebend“ ab. Sie wurden von einem Gemeindevorsteher und einem Gemeindeausschuss (Vorläufer des Gemeinderats) verwaltet.
1818 entstand die Landgerichtliche Ruralgemeinde Konatsried mit den Ortschaften Konatsried, Eppenried an der Ascha und Untereppenried[7]. Die Familienzahl der Gemeinde Konatsried betrug zu diesem Zeitpunkt 19 Familien, wobei mindestens 20 Familien für eine Gemeindebildung nötig waren. Aus diesem Grund erfolgte im März 1830 die Zusammenlegung der Gemeinde Konatsried mit der Gemeinde Nunzenried. Die Gemeinde Nunzenried wurde 1946 aufgelöst und in die Stadt Oberviechtach eingemeindet[8].
Literatur
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, ISBN 978-3-9819712-3-1
Weblinks
- Konatsried In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Luftaufnahmen Oberviechtach und Gemeindeteile
- Karte der Hohlwege, Steige und Denkmäler im Bereich der TK 25 Blatt 6540: Oberviechtach und Konatsried
Einzelnachweise
- ↑ Alois Köppl, Altlandkreis Oberviechtach, Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, S. 60/61
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 31
- ↑ Konatsried In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Konatsried In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 160
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 202
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 205
- ↑ Emma Mages, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Reihe I, Heft 61, Oberviechtach, S. 214
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