Windpaißing
Koordinaten: 49° 28' 39.68" N, 12° 6' 15.55" E
| Windpaißing | |
|---|---|
| PLZ/Ort: | 92507 Windpaißing |
| Belag: | ohne Straßenbelag |
| Verkehrsbedeutung: | bus_stop |
Windpaißing ist ein Ortsteil der Stadt Nabburg im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geographie
Windpaißing liegt 6 Kilometer nordwestlich von Nabburg am Südwesthang des 626 Meter hohen Kulm.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von Windboz oder Wintpoz ab. Es handelt sich um eine slawische Siedlung.
Geschichte
1155 gibt Pfalzgräfin Eilika als Seelgerät für Pfalzgraf Otto ein Gut zu Windpaißing an das Kloster Ensdorf. 1166 bestätigt Pfalzgräfin Eilika die Schenkung. 1160 kommt das gesamte Dorf durch Tausch an das Kloster Ensdorf. 1471 und 1486 gab es Erbrechtsübergaben. Ensdorf besaß 4 Höfe in Windpaißing.[1]
1413 zinsten die Bewohner von Windpaißing an Walburgis ½ Pfund Regensburger und an Michaelis 6 Schilling.[2]
1473 zinsten die Bauern Fel Pucher, Gleyn, Winter und Beham 5 Pfund 4 Schilling 10 Pfennig und 20 Achtel Hafer.[3][4]
1513 gab es 4 Höfe mit Geldzins an Walburgis und Michaelis. Scharwerkgeld musste zu Lichtmeß gegeben werden. Jägergeld war jährlich fällig, außerdem leisteten sie Naturalzinse an Hafer. Es werden die Bauern Konz Ram, Michael Prechtl, Ulrich Lintl und Eberhard Enderl genannt.[5][6]
1596 gab es 4 ganze Höfe.[7]
1606 gab es 4 Höfe auf dem die Bauern Hannß Greiniger der Ältere, Hannß Greininger der Jüngere, Hannß Leopolt und Georg Leopolt saßen. Georg Walther war der Hirte im Ort. Sie besaßen 2 Fohlen 12 Ochsen, 11 Kühe, 8 Rinder, 3 Schweine, 64 Schafe, 4 Frischlinge und steuerten 13 Gulden 13 ½ Kreuzer.[8][9]
1634 zahlte Hans Greininger 1 Gulden 4 Kreuzer, Hans Greiningers Erben 56 Kreuzer, Balthasar Holzgartner 56 Kreuzer und Hans Liepolts Witwe 56 Kreuzer Zinsen zum Amt Nabburg.[10]
1721 gab es 4 ganze Höfe und ein Hirtenhaus. Es werden die Bauern Hans Lippert, Hans Muzpauer, Georg Schrodt und Hans Dembleuttner genannt.[11][12]
1762 gab es 4 ganze Höfe auf denen die Bauern Johann Lippert, Mathias Göz, Johann Sebald und Thomas Wagner saßen.[13][14]
1792 werden 4 Anwesen genannt.[15]
Steuerdistrikte
1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Zur Obmannschaft Wolfsbach gehörten: Wolfsbach, Gösselsdorf, Götzendorf, Windpaißing, Littenhof, Scharlmühle und Rödlmühle.[16]
1811 wurden in Bayern Steuerdistrikte gebildet. Der Steuerdistrikt Gösselsdorf bestand aus dem Dorf Gösselsdorf, den Weilern Windpaißing und Götzendorf, der Einöde Scharlmühle und einem Holz der Meßverwaltung Nabburg. Er hatte 22 Häuser und 180 Seelen. Es gehörten 150 Morgen Äcker, 75 Morgen Wiesen, 75 Morgen Holz, 1 Weiher, 20 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie besaßen 1 Pferde, 36 Ochsen, 36 Kühe, 50 Stück Jungvieh, 90 Schafe und 24 Schweine.[17]
Gemeindebildung
1818 wurde mit dem Zweiten Gemeindeedikt die übertriebene Zentralisierung weitgehend rückgängig gemacht und es wurden relativ selbständige Landgemeinden mit eigenem Vermögen gebildet, über das sie frei verfügen konnten. Die Gemeinde Gösselsdorf bestand aus den Ortschaften Gösselsdorf mit 16 Familien, Windpaißing mit 7 Familien, Götzendorf mit 5 Familien, Scharlmühle mit 2 Familien, Inzendorf mit 15 Familien, Legendorf mit 7 Familien und Kadermühle mit 2 Familien.[18]
1828 gehörte zur Gemeinde Gösselsdorf 39 Wohngebäude mit 270 Einwohnern: Gösselsdorf mit 13 Wohngebäuden mit 17 Familien und 92 Einwohnern, Götzendorf mit 5 Wohngebäude mit 4 Familie und 32 Einwohnern, Inzendorf mit 13 Wohngebäuden mit 17 Familien und 86 Einwohnern, Kadermühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 11 Einwohnern, Legendorf mit 6 Wohngebäude mit 6 Familie und 41 Einwohnern, Scharlmühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 8 Einwohnern und Windpaißing, ohne Angaben.[19]
1964 hatte die Gemeinde Gösseldorf 48 Häuser und 278 Einwohner. Gösselsdorf hatte 12 Häuser mit 83 Einwohnern, Badhaus hatte 2 Häuser mit 16 Einwohnern, Götzendorf hatte 3 Häuser mit 19 Einwohnern, Inzendorf hatte 12 Häuser und 72 Einwohner, Kadermühle hatte 1 Haus mit 6 Einwohnern, Legendorf hatte 4 Häuser mit 25 Einwohnern, Scharlmühle hatte 1 Haus mit 8 Einwohnern und Windpaißing hatte 10 Häuser mit 49 Einwohnern. [20]
Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Rottendorf, Trisching und Gösselsdorf ohne Götzendorf und Windpaißing in die Gemeinde Schmidgaden eingegliedert. Der Weiler Windpaißing wurde in die Stadt Nabburg am 1. Juli 1972 eingegliedert. Windpaißing gehört zur Pfarrei Nabburg.
Historische Straßen
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Gesamt
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Historische Karten
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
| Hausnummer | Gebäude |
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Weblinks
- Windpaißing In: BayernAtlas
- Windpaißing In: Genwiki, Häuserbücher von Helmut Reis
- Windpaißing In: Bavarikon
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
- 188 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
Einzelnachweise
- ↑ Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954, S. 117
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 71
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 75
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 339
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 339
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 339
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 339
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 339
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 399
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
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Ehemalige Straßennamen: