Gösselsdorf (Schmidgaden)
Koordinaten: 49° 28' 10.49" N, 12° 4' 50.23" E
| Gösselsdorf (Schmidgaden) | |
|---|---|
Gösselsdorf 2023 | |
| PLZ/Ort: | 92546 Gösselsdorf |
Gösselsdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmidgaden im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geographie
Gösselsdorf liegt nördlich von Schmidgaden und westlich von Nabburg.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich vom ahd. Personennamen Gezo/Gezelin ab. Es ist eine Siedlung des Gezelin.[1]
Geschichte
Gösselsdorf gehört zu den dorf-Orten, die bei der Besiedelung im 9. bis um 11. Jahrhundert entstanden. Es gehörte im 11. Jahrhundert zu den Königsgütern. Die Martinskirche war eine königliche Eigenkirche. Diese Kirche wurde bereits 1286 und 1326 erwähnt. Auch in den Paulsdorfer Lehensbüchern von 1423 und in der Matrikel von 1433 ist Gösselsdorf verzeichnet.
1473 zahlten 5 Schilling 17 Pfennig 1 Heller zum Amt Nabburg: Ortel Contz, Michel Smid, Ulel Tymleiylt, Mertl Puch, Graff, Partl Smid, Krug und Fridel.[2]
1513 gab es 5 Höfe und 3 Viertelhöfe.[3][4]
1596 werden 5 ganze Höfe, 4 Güter und 1 Mühle, die [[Rödlmühle (Schmidgaden]|Rödlmühle]] genannt.[5]
1606 hatte Gösselsdorf 6 Höfe und 3 Güter. Sie besaßen 1 Pferd, 20 Ochsen, 23 Kühe, 20 Rinder, 8 Schweine, 119 Schafe, 11 Frischlinge und steuerten 27 Gulden 35 Kreuzer. [6][7]
1634 gab es 10 Anwesen zu Gösselsdorf.[8]
1721 gab es 5 ganze Höfe, 4 Viertlhöfe, 1 1/16 Anwesen, ein altes Pfarrhaus und ein Hirtenhaus.[9][10]
1762 werden 10 Anwesen, ein alter Pfarrhof und ein Hirtenhaus genannt.[11][12]
Steuerdistrikte
1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Zur Obmannschaft Wolfsbach gehörten: Wolfsbach, Gösselsdorf, Götzendorf, Windpaißing, Littenhof, Scharlmühle und Rödlmühle.[13]
1811 wurden in Bayern Steuerdistrikte gebildet. Der Steuerdistrikt Gösselsdorf bestand aus dem Dorf Gösselsdorf, den Weilern Windpaißing und Götzendorf, der Einöde Scharlmühle und einem Holz der Meßverwaltung Nabburg. Er hatte 22 Häuser und 180 Seelen. Es gehörten 150 Morgen Äcker, 75 Morgen Wiesen, 75 Morgen Holz, 1 Weiher, 20 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie besaßen 1 Pferde, 36 Ochsen, 36 Kühe, 50 Stück Jungvieh, 90 Schafe und 24 Schweine.[14]
Gemeindebildung
1818 wurde mit dem Zweiten Gemeindeedikt die übertriebene Zentralisierung weitgehend rückgängig gemacht und es wurden relativ selbständige Landgemeinden mit eigenem Vermögen gebildet, über das sie frei verfügen konnten. Die Gemeinde Gösselsdorf bestand aus den Ortschaften Gösselsdorf mit 16 Familien, Windpaißing mit 7 Familien, Götzendorf mit 5 Familien, Scharlmühle mit 2 Familien, Inzendorf mit 15 Familien, Legendorf mit 7 Familien und Kadermühle mit 2 Familien.[15]
1828 gehörte zur Gemeinde Gösselsdorf 39 Wohngebäude mit 270 Einwohnern: Gösselsdorf mit 13 Wohngebäuden mit 17 Familien und 92 Einwohnern, Götzendorf mit 5 Wohngebäude mit 4 Familie und 32 Einwohnern, Inzendorf mit13 Wohngebäuden mit 17 Familien und 86 Einwohnern, Kadermühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 11 Einwohnern, Legendorf mit 6 Wohngebäude mit 6 Familie und 41 Einwohnern, Scharlmühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 8 Einwohnern und Windpaißing, ohne Angaben.[16]
1842 waren alle Bewohner katholisch. Sitz der Pfarrei war Rottendorf, mit Filialkirche in Gösselsdorf. 1433 und 1666 wurde Gösselsdorf als eigene Pfarrei genannt. Die Schule in Rottendorf wurde von 21 Werktags- und 28 Sonntagsschülern besucht.[17]
1964 hatte die Gemeinde Gösseldorf 48 Häuser und 278 Einwohner. Gösselsdorf hatte 12 Häuser mit 83 Einwohnern, Badhaus hatte 2 Häuser mit 16 Einwohnern, Götzendorf hatte 3 Häuser mit 19 Einwohnern, Inzendorf hatte 12 Häuser und 72 Einwohner, Kadermühle hatte 1 Haus mit 6 Einwohnern, Legendorf hatte 4 Häuser mit 25 Einwohnern, Scharlmühle hatte 1 Haus mit 8 Einwohnern und Windpaißing hatte 10 Häuser mit 49 Einwohnern. [18]
Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Rottendorf, Trisching und Gösselsdorf ohne Götzendorf in die Gemeinde Schmidgaden eingegliedert. Am 1. Januar 1974 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Schmidgaden gebildet, zu der auch die Gemeinde Fensterbach gehört. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Schmidgaden.
Historische Straßen
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Gesamt
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Historische Karten
Sehenswürdigkeiten

- Die St. Martinskirche von Gösselsdorf steht unter Denkmalschutz mit der Denkmalnummer D-3-76-159-2. Sie hat eine gotische Chorturmanlage, die im 15. Jahrhundert auf älteren Fundamenten erbaut wurde. Im 18. Jahrhundert wurde sie barock umgestaltet. Der Bereich der Kirche gilt als Bodendenkmal mit der Nummer D-3-6538-0064. Hier gibt es Hinweise auf Vorgängerbauten und ältere Bauphasen aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Die Kirche wurde von den Moshaimern von Inkofen erbaut. Ein in die Fassade der Kirche eingemauerter Stein mit dem Schlosswappen ist ein Zeugnis des ehemaligen Schlossen von Gösselsdorf. Das ehemalige eisenbeschlagenes Schlosstor wird jetzt als Kirchentor verwendet. Das Schloss stand auf der Ostseite der Kirche. Es wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
| Hausnummer | Gebäude |
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Weblinks
- Gösselsdorf In: BayernAtlas
- Gösselsdorf In: Bavarikon
- Gösselsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- Gösselsdorf In: Geschichte Bayerns, Repositorium
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
Einzelnachweise
- ↑ Gösselsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 303
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 303
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 303
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 303
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 303
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 399
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
Hauptstraße | Pfarrer-Willkofer-Str. | Schwarzenfelder Weg
In Rottendorf: In Trisching: In Inzendorf:
Ortsteile ohne Straßennamen: Berghof | Gösselsdorf | Grimmerthal | Hartenricht | Hohersdorf | Kadermühle | Legendorf | Littenhof | Rödlmühle | Scharlmühle | Schwärzermühle | Wolfsbach | Zißlmühle
Ehemalige Straßennamen:
Wüstungen: