Lissenthan
Koordinaten: 49° 26' 49.06" N, 12° 7' 45.59" E
| Lissenthan | |
|---|---|
Lissenthan 2023 | |
| PLZ/Ort: | 92507 Lissenthan |
| Höchstgeschwindigkeit: | 50 |
| Belag: | Asphalt |
| Verkehrsbedeutung: | innerstädtische Vorfahrtstraßen mit Durchfahrtscharakter |
Lissenthan ist ein Ortsteil der Stadt Nabburg im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geographie
Lissenthan liegt 4 Kilometer westlich von Nabburg an der Kreisstraße SAD 26. Von Norden führt die Kreisstraße SAD 27 in den Ort.
Historische Schreibweisen
|
|
|
Namensdeutung
Das Grundwort ist das mhd. tan für Wald oder Tannenwald. Das Bestimmungswort ist der mhd. Personenname Lieƺe. Der Ortsname leitet sich von einer Siedlung des Lieƺen an einem Wald ab.[1]
Geschichte
Lissenthan wird in den Urkunden der Stadt Nabburg 1333 erwähnt. 1388 erscheint der Ort in den Urkunden des Klosters Schönthal.[2]
1473 leisteten die Bewohner von Lissenthan und Aicha 5 Schilling 22 Pfennig 1 Heller an Abgaben. Es gab 6 Anwesen, davon waren 2 öde. Lissenthan und Aicha werden meisten gemeinsam genannt. Es wohnten die Familien Mayer, Leyrer, Semler, Huttner, Zenger im Ort. Schrot und Penl besaßen einst das nun öd stehende Anwesen zu Lissenthan.[3]
1513 gab es 5 Höfe und ein Gütlein war öde. Es werden die Familien Schrott, Leyrer, Zenger, Frey, Rumler und Gleyerl genannt.[4][5]
1596 gab es zu Lissenthan und Aicha 5 ganze Höfe, 2 Dreiviertelhöfe und 1 Söldengütl.[6]
1606 gab es 5 ganze Höfe, 1 Dreiviertelhof und 1 Haus. Sie besaßen 4 Pferde, 10 Ochsen, 15 Kühe, 19 Rinder, 8 Schwein, 2 Stiere, 108 Schafe, 5 Frischlinge und steuerten 21 Gulden 30 Kreuzer. Die Familien Zenger, Kolb Schmidt, Schrot und Leut lebten im Ort.[7][8]
1634 werden 7 Anwesen genannt. Die Familien Dotzler, Gleyerl, Schmidt, Schrodt und Zenger bewirtschafteten die Höfe.[9]
1721 gab es 7 Anwesen und ein Hirtenhaus. Ein Anwesen gehörte zum Burggut Nabburg. Die Familien Raab, Pürner, Mayr, Deiner und Pardtmann bewirtschafteten nun die Höfe.[10][11]
1762 gab es 6 Höfe und ein Hirtenhaus. Es erscheinen die Familiennamen Raab, Pürner, Mayr, Deiner und Pardtmann.[12][13]
1792 gab es 6 Anwesen zu Lissenthan. 1808 war der Ortsname Aicha bereits erloschen.
Steuerdistrikte
1808 umfasste der Steuerdistrikt Lissenthan die Ortschaften Lissenthan, Etzelhof, Bergelshof und der Spitalwald der Stadt Nabburg, Herrenberg genannt. Es gab 19 Häuser mit 129 Einwohner. Es gehörten 220 Morgen Äcker, 45 Morgen Wiesen, 55 Morgen Holz, 1 Weiher, 20 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie hatten 2 Pferde, 30 Ochsen, 27 Kühe, 45 Stück Jungvieh, 45 Schafe und 20 Schweine.[14]
1811 gehörte zur Obmannschaft Brudersdorf die Orte Brudersdorf, Diepoltshof, Passelsdorf, Lissenthan, Etzelhof, Bergelshof und Ödhof.[15]
Gemeindebildung
1818 wurde die Ruralgemeinde Brudersdorf gebildet. Brudersdorf hatte 10 Familien, Passelsdorf hatte 9 Familien, Diepoltshof hatte 7 Familien, Ödhof hatte 1 Familie, Lissenthan hatte 10 Familien, Etzelhof hatte 7 Familien und Bergelshof hatte 6 Familien.[16]
1828 gehörten zur Gemeinde Brudersdorf 42 Wohngebäude mit 57 Familien und 302 Einwohner. Bergelshof mit 4 Wohngebäuden mit 4 Familien und 26 Einwohner, Brudersdorf mit 11 Wohngebäuden mit 12 Familien und 67 Einwohner, Diepoltshof mit 7 Wohngebäuden mit 8 Familien und 50 Einwohner, Etzelhof mit 5 Wohngebäuden mit 11 Familien und 51 Einwohner, Lissenthan mit 8 Wohngebäuden mit 12 Familien und 65 Einwohner, Ödhof 1 Haus mit 3 Familien und 3 Einwohner, Passeldorf mit 6 Wohngebäude mit 7 Familien und 40 Einwohner.[17]
1842 waren alle Bewohner katholisch. Lissenthan gehörte zur Pfarrei Nabburg.[18]
1964 hatte die Gemeinde Brudersdorf 68 Häuser mit 379 Einwohnern. Bergelshof hatte 10 Häuser mit 55 Einwohner, Brudersdorf hatte 10 Häuser mit 47 Einwohner, Diepoltshof hatte 6 Häuser mit 37 Einwohner, Etzelhof hatte 6 Häuser mit 32 Einwohner, Fraunberg hatte 6 Häuser mit 28 Einwohner, Lissenthan hatte 16 Häuser mit 100 Einwohner, Obersteinbach hatte 5 Häuser mit 30 Einwohner, Passelsdorf hatte 5 Häuser mit 25 Einwohner und Ragenhof hatte 4 Häuser mit 25 Einwohner.[19]
Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Brudersdorf in die Stadt Nabburg eingegliedert.
Bergbau im Wölsendorfer Flussspatrevier
Im Gebiet um den Ort Lissenthan gab es einst viele Flussspatgruben. Am 27. Mai 1987 wurde die Grube Hermine als letzte Grube im Revier wegen Erschöpfung der Lagerstätte die Förderung eingestellt.[20]
Historische Straßen
Weblinks
Commons: Lissenthan – Sammlung von Bildern
- Lissenthan In: BayernAtlas
- Lissenthan In: Bavarikon
- Lissenthan In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Lissenthan In: Geschichte Bayerns, Repositorium
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
- 188 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
- Versuch einer Geschichte des Vicedomamtes Nabburg In: MDZ, Digitale Bibliothek
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
Einzelnachweise
- ↑ Lissenthan In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Lissenthan In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ StAAm, Standbuch 29
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 311
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 311
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 311
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 311, 355
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 311
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 399-400
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 412
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 417
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 417
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 417
- ↑ Lissenthan Im: Mineralienatlas - Fossilienatlas
Am Fleischberg | An der Kirchmauer | Austraße | Badgasse | Bahnhofstraße | Bahnweg | Bayergasse | Bergelshofer Steig | Bürgermeister-Haller-Straße | Diepoldstraße | Dr.-Simbeck-Straße | Fichtenbühl | Georgenstraße | Hallerstraße | Hüllgasse | Hütgasse | Kirchplatz | Krankenhausstraße | Ledererweg | Ledermühlweg | Mähntor | Mittelschulstraße | Neunburger Straße | Nikolaiweg | Oberer Markt | Obertor | Oberviechtacher Straße | Perschener Straße | Pfandelstraße | Poststeig | Ramgraben | Rankenweg | Regensburger Straße | Rosengäßchen | Rotbühlring | Sackwebergasse | Schießstättenweg | Schmiedgasse | Spitalgasse | Unterer Markt | Urbansteig | Venediger Weg | Zengerweg | Zwingerweg |
Straßennamen im Ortsteil Bergelshof: Bergelshofer Steig
Straßennamen im Ortsteil Diendorf: Am Bauernfeind | Birkachstraße | Jägerstraße | Neunburger Straße | Schulstraße | Schwarzacher Straße | Schwarzes Marterl |
Straßennamen im Ortsteil Perschen: Alfons-Haseneder-Weg | Altgraben | Am Bad | Äußere Venedig | Kapellenflecke | Lerchenfelderstraße | Neusather Straße | Perschener Straße
Ortsteile ohne Straßennamen: Bärnmühle | Etzelhof | Göslmühle | Kumpfmühle | Ledermühle | Lissenthan | Namsenbach | Richtmühle | Tauchersdorf | Wiesmühle | Windpaißing
Ehemalige Straßennamen: