Tauchersdorf
Koordinaten: 49° 28' 36.30" N, 12° 14' 41.78" E
| Tauchersdorf | |
|---|---|
Tauchersdorf (2023) | |
| PLZ/Ort: | 92507 Tauchersdorf |
| Wahrscheinlich fehlt die Wikidata-Verknüpfung: Q15850173 (Tauchersdorf) | |
Tauchersdorf ist ein Ortsteil der Stadt Nabburg im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Lage
Tauchersdorf liegt nordöstlich von Nabburg.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich vom slawischen Personennamen Tühh-n ab. Es handelt sich um einen slawisch-deutschen Mischnamen mit dem Grundwort -dorf.[1]
Geschichte
Tauchersdorf wird am 13. Juli 1374 erstmals erwähnt in einer Urkunde bei der Übergabe einer Öde zu Götzendorf die Ulreich der Goldnar zu Dauchelstorff von Chunrad dem Reynpreht erkauft hatte. Lehensherr war Lienhart der Graul zu Wetterfeld.[2]
1413 zinsten die Bauern zu Tauchersdorf 8 Achtel Habern.[3]
1473 zinsten 8 Anwesen zum Amt Nabburg.[4]
1482 verkauft Hans Swanntter, Pfründer des Spitals zu Nabburg seinen Zehent auf 3 Höfen zu Tauchersdorf auf dem Jakob Hillprant, Michael Hillprant und Andreas Paur saßen an Ulrich Lengvelder, sowie er es von Hans Schönlein erkaufte.[5] 1516 verkauft Ulrich Lengvelder den Zehent an seinen Sohn Hans Lengvelder.[6]
1513 gab es 7 Höfe in Tauchersdorf.[7][8]
1517, 1523, 1572, 1583, 1652 und 1663 wurden jeweils 7 Bauern gemustert.[9]
1596 hatte der Ort 2 ganze Höfe und 5 Halbhöfe.[10]
1606 gab es 2 ganze Höfe, 2 Halbhöfe und 3 Güter. Sie besaßen 18 Ochsen, 19 Kühe, 12 Rinder, 5 Schweine, 1 Kalb, 120 Schafe, 4 Frischlinge und steuerten 18 Gulden 52 Kreuzer. Das Anwesen des Michael Bauman hatte einen Wert von 320 Gulden und steuerte zur Herrschaft Hohentreswitz.[11][12]
1630 gehörte ein Gut zum Landsassengut Hohentreswitz. Er hatte 4 Ochsen, 3 Kühe, 5 Rinder, 1 Schwein, 1 Frischling und eine Ziege.[13] 1634 gab es 8 Anwesen zu Tauchersdorf.[14]<
1721 gab es 2 ganze Höfe, 5 Halbhöfe und ein Hirtenhaus und der Halbhof des Georg Mayer, welcher zur Hofmark Hohentreswitz gehörte.[15][16]
1762 hatte der Ort 7 Anwesen und ein Hirtenhaus und das Anwesen des Georg Mayer, welches zur Hofmark Hohentrewitz gehörte.[17][18]
1792 gab es 2 ganze Höfe, 5 Halbhöfe, ein Hirtenhaus und ein Anwesen, welches zum Landsassengut Hohentreswitz gehörte.[19]
Steuerdistrikte
1808 entstand die Obmannschaft Tauchersdorf mit den Orten: Tauchersdorf, Namsenbach Neusath, Wiesensüß, Perschen, Haselhof, Richtmühle, Kurmhof, Wiesmühle und die ämtischen Untertanen der Stadt Nabburg.[20]
1811 wurden die Steuerdistrikte gebildet. Zum Steuerdistrikt Tauchersdorf gehörten die Orte Tauchersdorf, der Weiler Wiesensüß, die Einöde Kurmhof, das sogenannte Bonnholz am Stelzenbach des Regensburger Domkapitels, der Perschener Kirchenwald, Dölnitz genannt, sowie der Nabburger Stadtkammerwald Wolfsboden. Es gab 15 Häuser mit 96 Seelen. Es gehörten 100 Morgen Äcker, 40 Morgen Wiesen, 100 Morgen Holz, 3 Weiher, 24 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie hatten 1 Pferd, 48 Ochsen, 28 Kühe, 26 Stück Jungvieh, 80 Schafe und 20 Schweine.[21]
Gemeindebildung
1818 wurde die Gemeinde Pamsendorf gebildet. Die Gemeinde Pamsendorf bestand aus den Orten Pamsendorf mit 20 Familien, Trefnitz mit 10 Familien, Fuchsendorf mit 10 Familien, Bornmühle mit 2 Familien, Tauchersdorf mit 10 Familien, Wiesensüß mit 7 Familien, Kurmhof mit 2 Familien, Oberpfreimd 16 Familien, Rappenberg 12 Familien und Löffelsberg 7 Familien.[22]
1828 gab es in der Gemeinde Pamsendorf 58 Wohngebäude mit 68 Familien und 394 Einwohnern. Kurmhof hatte 2 Wohngebäude mit 2 Familien und 6 Einwohnern, Löffelsberg hatte 3 Wohngebäude mit 4 Familien und 24 Einwohnern, Oberpfreimd hatte 9 Wohngebäude mit 11 Familien und 64 Einwohnern, Pamsendorf hatte 13 Wohngebäude mit 14 Familien und 98 Einwohnern, Rappenberg hatte 10 Wohngebäude mit 11 Familien und 56 Einwohnern, Tauchersdorf hatte 9 Wohngebäude mit 11 Familien und 54 Einwohnern, Trefnitz hatte 7 Wohngebäude mit 10 Familien und 54 Einwohnern und Wießensüß hatte 5 Wohngebäude mit 5 Familien und 38 Einwohner. Tauchersdorf gehört zur Filialkirche Perschen der Pfarrei Nabburg. Alle Bewohner waren katholisch. Die Filialkirchen in Pamsendorf und Oberpfreimd gehörten ebenso zur Pfarrei Nabburg. Die Gemeinde besaß keine Schule. Ihrem Wohnort entsprechend besuchten die Kinder die Schulen in Hohentreswitz, Weidenthal, Perschen und Pfreimd.[23]
1964 hatte die Gemeinde Pamsendorf 54 Häuser und 297 Einwohner. Häuslberg hatte 2 Häuser mit 9 Einwohnern, Kurmhof war unbewohnt, Löffelsberg hatte 4 Häuser mit 19 Einwohnern, Oberpfreimd hatte 7 Häuser mit 43 Einwohnern, Pamsendorf hatte 14 Häuser mit 76 Einwohnern, Rappenberg hatte 9 Häuser mit 44 Einwohnern, Tauchersdorf hatte 9 Häuser mit 57 Einwohnern, Trefnitz hatte 6 Häuser mit 31 Einwohnern und Wiesensüß hatte 3 Häuser mit 18 Einwohnern.[24]
Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde Pamsendorf und Hohentreswitz zusammengelegt. Am 1. Juli 1971 wurde der Landkreis Nabburg aufgelöst und die Gemeinde Hohentreswitz kam mit der Ortschaft Tauchersdorf zum neugebildeten Landkreis Schwandorf. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Hohentreswitz augelöst und Tauchersdorf kam zur Stadt Nabburg.[25]
Historische Altstraßen
Hausnamen und Häusernamen
Bei den Anwesen ist der Hausname und Häusername angegeben, der im Kataster um 1840 niedergeschrieben wurde.
| Hausnummer | Hausname | Häusername |
|---|---|---|
| 1 | “Beim Bauerngürgel“, „der halbe Bauerngürglhof“ | |
| 2 | “Beim Kasper“, „der halbe Kasperhof“ | |
| 3 | “Beim Plött“, „der ganze Plöttenhof“ | |
| 4 | “Beim Prem“, „der halbe Premhof“ | |
| 5 | “Beim Thoma“, „der halbe Thomahof“ | |
| 6 | “Beim Uedl“, „der ganze Uedlhof“- | |
| 7 | “Beim Schatzbauern“, „der halbe Schatzenhof“ | |
| 8 | “Beim Peterbauern“, „der halbe Peterbauernhof“ | |
| 9 | “Hirtenhaus“ |
Weblinks
- Tauchersdorf In: Bavarikon
- Tauchersdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Tauchersdorf In: BayernAtlas
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
Einzelnachweise
- ↑ Tauchersdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Stadtarchiv Nabburg, Urkunden Nr. 50
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 72
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg, Urkunden des Pfarrarchisvs Nr. 216 (185)
- ↑ Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg, Urkunden des Pfarrarchisvs Nr. 216 (252)
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 332
- ↑ StAAm, Pflegamt Nabburg, Musterungen
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 332
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 332
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 354
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 332, 354
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 332, 354
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 332, 354
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 409
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 402
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 414
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 426
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 426
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 437
Oberer Markt | Obertor | Schmiedgasse
In Bergelshof:
Ortsteile ohne Straßennamen: Bärnmühle | Göslmühle | Kumpfmühle | Ledermühle | Richtmühle | Tauchersdorf | Wiesmühle
Ehemalige Straßennamen: