Diendorf (Nabburg)

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Koordinaten: 49° 26' 31.78" N, 12° 11' 25.15" E

Diendorf
Diendorf, im Vordergrund Nabburg 2018
PLZ/Ort:92507 Diendorf
Q15805910   Diendorf_(Nabburg)  Diendorf (Nabburg)ODB_S00037502
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-03-28T16:03:35+01:00.

Diendorf ist ein Ortsteil der Stadt Nabburg im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern.

Geographie

Diendorf liegt östlich von Nabburg neben der Bundesautobahn A 93 an der Staatsstraße 2040 und an der Straße SAD 37

Historische Schreibweisen

  • 1147 in villa Tundorf
  • 1155 predium Tundorf in villa
  • 1290 zu Tvndorf
  • 1326 Tuendorf
  • 1413 Tundorff
  • 1473 Tundorff
  • 1513 Tonndorf
  • 1596 Tunndorf
  • 1606 Thiendorf
  • 1630 Diendorf
  • 1721 Diendorf
  • 1762 Diendorf
  • 1792 Diendorf

Namensdeutung

Das Grundwort -dorf bedeutet im ahd. Hof, Gehöft, Dorf. Der Ortsname leitet sich vom ahd. Personennamen Tuono ab. Es ist die Siedlung des Tuono.[1]

Geschichte

Diendorf erscheint 1147 in den Urkunden des Klosters Ensdorf als „in villa Tundorf“ als Hermann von Schmidgaden vor seinem Aufbruch zum Kreuzzug dem Kloster ein Gut schenkt. 1155/1160 schenkt Konrad von Wolfing ein Gut zu Diendorf an das Kloster Ensdorf. Von 1368 – 1508 gab es 5 Erbrechtübergaben. Das Kloster Ensdorf besitzt 5 Höfe in Diendorf.[2] 1326 besaß Ortlieb Zenger Höfe zu Diendorf.[3]

1413 mussten die Bauern an Walburgis und an Michaelis 80 Pfennig Regensburger zum Amt Nabburg Steuern bezahlen.[4]

Am 13. März 1430 wird Diendorf beim Verkauf von 2 Tagwerk Wiesen in den Urkunden genannt.[5]

Am 10. März 1437 wird Diendorf in einer Urkunde genannt als Michael Zwick und seine Frau für ihr Seelenheil und das aller Gläubigen einen Hof zu Diendorf stiften auf dem der Stainer sitzt.[6]

1473 steuerten 13 Höfe in Diendorf 4 Pfund 3 Schilling 20 Pfennig.[7][8]

1513 reichten 13 Anwesen den Zins zum Kloster Ensdorf.[9]

1596 gab es 5 ganze Höfe, 5 Halbhöfe und 4 Viertelhöfe.[10]

1606 gab es 6 ganze Höfe, 1 Dreiviertelhof, 3 Halbhöfe und 3 Güter. Sie besaßen 12 Pferde, 20 Ochsen, 31 Kühe, 19 Rinder, 6 Schweine, 3 Kälber, 189 Schafe, 6 Frischlinge und steuerten 44 Gulden 12 Kreuzer.[11][12]

1634 gab es 11 Anwesen in Diendorf.[13]

1721 gab es 13 Anwesen und ein Hirtenhaus.[14][15]

1762 gab es 13 Anwesen und ein Hirtenhaus.[16][17]

1792 gab es in Diendorf 13 Bauernhöfe und ein Hirtenhaus.[18]

Steuerdistrikte

1808 umfasste der Steuerdistrikt Diendorf die Ortschaften Diendorf und Wölsenberg sowie die Waldungen Wölsenberg, Haberkirch, Vogelherd und Rehberg. Es gab 24 Häuser mit 183 Seelen. Es gehörten 396 Morgen Äcker, 132 Morgen Wiesen, 1000 Morgen Holz, 3 Weiher, 20 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie besaßen 3 Pferde, 46 Ochsen, 32 Kühe, 50 Stück Jungvieh, 70 Schafe und 28 Schweine.[19]

1811 entstand die Obmannschaft Diendorf mit den Orten: Diendorf, Girnitz, Wölsenberg, Eckendorf, Höflarn, Kumpfmühle und Bärnmühle.[20]

Gemeindebildung

1818 wurde die Ruralgemeinde Diendorf gebildet mit 93 Familien. Diendorf hatte 23 Familien, Wölsenberg hatte 8 Familien, Girnitz hatte 10 Familien, Höflarn hatte 9 Familien, Eckendorf hatte 12 Familien, Kumpfmühle hatte 1 Familie, Bärnmühle hatte 1 Familie, Namsenbach hatte 10 Familien und Perschen hatte 19 Familien.[21]

1828 gehörten zur Gemeinde Diendorf 68 Wohngebäude mit 91 Familien und 491 Einwohner. Bärnmühle hatte 1 Wohngebäude mit 1 Familien und 3 Einwohner, Diendorf hatte 15 Wohngebäude mit 20 Familien und 117 Einwohner, Eckendorf hatte 8 Wohngebäude mit 11 Familien und 59 Einwohner, Girnitz hatte 8 Wohngebäude mit 8 Familien und 56 Einwohner, Höflarn hatte 6 Wohngebäude mit 12 Familien und 60 Einwohner, Kumpfmühle hatte 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 4 Einwohner, Namsenbach hatte 6 Wohngebäude mit 8 Familien und 57 Einwohner, Perschen hatte 15 Wohngebäude mit 22 Familien und 96 Einwohner und Wölsenberg hatte 8 Wohngebäude mit 8 Familien und 39 Einwohner.[22]

1842 waren alle Bewohner katholisch. Diendorf gehörte zur Filialkirche in Perschen der Pfarrei Nabburg. Die Schule in Perschen wurde von 82 Werktags- und 70 Sonntagsschülern besucht. 1842 waren unter landgerichtlicher Jurisdiktion 93 Familie mit 536 Seelen und unter patrimonialgerichtlicher Jurisdiktion 1 Familie mit 9 Seelen.[23]

Die Gemeinde Neusath (Neusath, Haindorf, Haselhof, Richtmühle) wurde 1949 aufgelöst und in die Gemeinde Diendorf eingegliedert.

1964 hatte die Gemeinde Diendorf 183 Häuser mit 1009 Einwohnern. Bärnmühle hatte 2 Häuser mit 7 Einwohner, Diendorf hatte 67 Häuser mit 420 Einwohner, Eckendorf hatte 9 Häuser mit 49 Einwohner, Girnitz hatte 9 Häuser mit 49 Einwohner, Haindorf hatte 11 Häuser mit 65 Einwohner, Haselhof hatte 5 Häuser mit 21 Einwohner, Höflarn hatte 6 Häuser mit 27 Einwohner, Kumpfmühle hatte 2 Häuser mit 4 Einwohnern, Namsenbach hatten 5 Häuser mit 30 Einwohner, Neusath hatte 31 Häuser mit 145 Einwohner, Perschen hatte 22 Häuser mit 120 Einwohner, Richtmühle hatte 6 Häuser mit 39 Einwohner, Wiesmühle hatte 6 Häuser mit 39 Einwohner und Wölsenberg hatte 6 Häuser mit 25 Einwohner.[24]

Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Diendorf in die Stadt Nabburg eingegliedert.

Historische Straßen

Gebäude/Einrichtungen/Firmen

Hausnummer Gebäude
Schwarzes Marterl

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Diendorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
  2. Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954, S. 78
  3. StAAm, Monumenta boica, S. 591
  4. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 71
  5. Stadtarchiv Nabburg, Urkunden Nr. 182
  6. Stadtarchiv Nabburg, Urkunden Nr. 192
  7. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 77
  8. StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
  9. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
  10. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 296
  11. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 296
  12. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
  13. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
  14. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
  15. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 296
  16. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
  17. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 296
  18. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 296
  19. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 397
  20. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408-409
  21. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 412
  22. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 418-419
  23. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 425
  24. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 418-419
Straßennamen in Nabburg

Oberer Markt | Obertor | Schmiedgasse

In Bergelshof: Bergelshofer Steig

Ortsteile ohne Straßennamen: Bärnmühle | Etzelhof | Göslmühle | Kumpfmühle | Ledermühle | Richtmühle | Tauchersdorf | Wiesmühle | Windpaißing

Ehemalige Straßennamen: