Götzendorf
Koordinaten: 49° 29' 21.95" N, 12° 4' 54.77" E
| Götzendorf | |
|---|---|
| PLZ/Ort: | 92546 Götzendorf |
Götzendorf ist ein Ortsteil der Stadt Schnaittenbach im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geographie
Götzendorf liegt nördlich von Schmidgaden und nordwestlich von Nabburg an der Straße SAD 25 am 560 Meter hohen Götzenbühl.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich vom ahd. Personennamen Gezo/Gezelin ab. Es ist eine Siedlung des Gezelin. Der in der Forschung genannte Ort dürfte Götzendorf sein und nicht Gösselsdorf.[1][2]
Geschichte
Götzendorf wird am 7. Januar 1397 erstmals erwähnt als Dorothea, Witwe des Wolfhart des Zenger zu Zangenstein und der Schwarzenburg im Beisein ihrer Vormünder Gotz Murhar zu Guteneck, Hans Zenger zum Zangenstein, Peter Fronhawser zu Schwarzenberg und Gotz Zenger ihren Sitz zu dem Dorf Getzendorf mit den Höfen, Söldengütl und der Mühle (die spätere Scharlmühle) an Chunrad dem Rayner, Bürger zu Nabburg verkauft.[3]
Am 2. Juni 1414 verkauft Allt der Katzelstorffer, Landrichter zu Neunburg die halbe Mühle bei Götzendorf, die Vogelmühle genannt wird und den halben Hof zu Götzendorf auf dem der junge Tyemleitter sitzt an Peter dem Wideman, Bürger zu Nabburg.[4]
1473 zinsen vier Bauern zum Amt Nabburg. 1 Schilling Pfennig Peter Dymleytt, 15 Pfennig Mug Peter, 1 Schilling Pfennig Schonberger und 15 Pfennig Mulner, der Müller von der späteren Scharlmühle.[5]
1513 steuern die Bauern dem Kurfürsten. Das Jägergeld wurde ihnen bis auf Widerruf erlassen.[6][7]
1596 gab es 3 ganze Höfe.[8]
1634 werden drei Bauern mit Abgaben zum Amt Nabburg genannt.[9]
1606 wird Hans Schärl, Müller auf der Vogelmühle, die spätere Scharlmühle, Hans Scharl der Jüngere und Bartl Öttes Witwe mit Abgaben genannt. Die Scharlmühle wurde immer bei Götzendorf erwähnt. Sie besaßen 2 Pferde, 8 Ochsen, 10 Kühe, 5 Rinder, 1 Schwein, 74 Schafe, 5 Frischlinge und steuerten 13 Gulden 29 Kreuzer.[10][11]
1721 gab es 4 ganze Höfe, einen Viertelhof und ein Hirtenhaus.[12][13]
1762 hatte der Weiler 4 Anwesen und ein Hirtenhaus.[14][15]
1792 werden vier Anwesen genannt.[16]
Steuerdistrikte
1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Zur Obmannschaft Wolfsbach gehörten: Wolfsbach, Gösselsdorf, Götzendorf (Schnaittenbach), Windpaißing, Littenhof, Scharlmühle und Rödlmühle.[17]
1811 wurden in Bayern Steuerdistrikte gebildet. Der Steuerdistrikt Gösselsdorf bestand aus dem Dorf Gösselsdorf, den Weilern Windpaißing und Götzendorf, der Einöde Scharlmühle und einem Holz der Meßverwaltung Nabburg. Er hatte 22 Häuser und 180 Seelen. Es gehörten 150 Morgen Äcker, 75 Morgen Wiesen, 75 Morgen Holz, 1 Weiher, 20 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie besaßen 1 Pferde, 36 Ochsen, 36 Kühe, 50 Stück Jungvieh, 90 Schafe und 24 Schweine.[18]
Gemeindebildung
1818 wurde mit dem Zweiten Gemeindeedikt die übertriebene Zentralisierung weitgehend rückgängig gemacht und es wurden relativ selbständige Landgemeinden mit eigenem Vermögen gebildet, über das sie frei verfügen konnten. Die Gemeinde Gösselsdorf bestand aus den Ortschaften Gösselsdorf mit 16 Familien, Windpaißing mit 7 Familien, Götzendorf mit 5 Familien, Scharlmühle mit 2 Familien, Inzendorf mit 15 Familien, Legendorf mit 7 Familien und Kadermühle mit 2 Familien.[19]
1828 gehörte zur Gemeinde Gösselsdorf 39 Wohngebäude mit 270 Einwohnern: Gösselsdorf mit 13 Wohngebäuden mit 17 Familien und 92 Einwohnern, Götzendorf mit 5 Wohngebäude mit 4 Familie und 32 Einwohnern, Inzendorf mit 13 Wohngebäuden mit 17 Familien und 86 Einwohnern, Kadermühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 11 Einwohnern, Legendorf mit 6 Wohngebäude mit 6 Familie und 41 Einwohnern, Scharlmühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 8 Einwohnern und Windpaißing, ohne Angaben.[20]
1842 waren alle Bewohner katholisch. Sitz der Pfarrei war Rottendorf, mit Filialkirche in Gösselsdorf. Die Schule in Rottendorf wurde von 21 Werktags- und 28 Sonntagsschülern besucht.[21]
1964 hatte die Gemeinde Gösseldorf 48 Häuser und 278 Einwohner. Gösselsdorf hatte 12 Häuser mit 83 Einwohnern, Badhaus hatte 2 Häuser mit 16 Einwohnern, Götzendorf hatte 3 Häuser mit 19 Einwohnern, Inzendorf hatte 12 Häuser und 72 Einwohner, Kadermühle hatte 1 Haus mit 6 Einwohnern, Legendorf hatte 4 Häuser mit 25 Einwohnern, Scharlmühle hatte 1 Haus mit 8 Einwohnern und Windpaißing hatte 10 Häuser mit 49 Einwohnern. [22]
Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Rottendorf, Trisching und Gösselsdorf ohne Götzendorf in die Gemeinde Schmidgaden eingegliedert. Götzendorf wurde in die Gemeinde Kemnath am Buchberg und am 1. Mai 1928 in die Stadt Schnaittenbach eingegliedert.
Historische Straßen
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Gesamt
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Historische Karten
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
| Hausnummer | Gebäude |
|---|---|
| Kapelle Götzendorf |
Weblinks
- Götzendorf In: BayernAtlas
- Götzendorf In: Bavarikon
- Götzendorf In: Geschichte Bayerns, Repositorium
- Götzendorf In: Bayerische Landesbibliothek Online, Topograpischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits des Rhein, ca. 1830-1840
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
Einzelnachweise
- ↑ Gösselsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Hans Frank: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern Oberpfalz (Band 1). Stadt- und Landkreis Amberg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Hirschau 1975, ISBN 3-7696-9891-6, S. 35
- ↑ Stadtarchiv Nabburg, Urkunden Nr. 98
- ↑ Stadtarchiv Nabburg, Urkunden Nr. 142
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 303
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 304
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 304
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 304
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 304
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 304
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 399
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
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