Trisching

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Koordinaten: 49° 26' 3.37" N, 12° 3' 15.12" E

Trisching
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PLZ/Ort:92546 Trisching
Q15851538   Trisching  TrischingODB_S00037850
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Trisching ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmidgaden im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.

Geographie

Trisching liegt 3 Kilometer nordwestlich von Schmidgaden an der Staatsstraße 2040 und an der Anschlussstelle Schmidgaden der Bundesautobahn A 6.

Historische Schreibweisen

  • 1123 Druskingen oder Drovschingen
  • 1129 Druskingen
  • 1139 Droschingen
  • 1326 Druschingen
  • 1413 Drusching
  • 1473 Drusching
  • 1513 Drusching
  • 1596 Drusching
  • 1606 Drüsching
  • 1633 Trisching
  • 1721 Triesching
  • 1762 Trisching

Namensdeutung

Der Ortsname leitet sich vom Personennamen Druozihho oder Truozi ab. Es ist eine Siedlung der Leute des Druozihho.[1]

Geschichte

1123 wird Trisching in den Urkunden des Klosters Ensdorf erwähnt. Bischof Otto kauft ein Gut in Trisching und übergibt es durch Konrad von Wizzingen dem Kloster Ensdorf. Das Kloster Ensdorf besaß 19 Höfe bzw. Güter in Trisching.[2] 1280 werden in Trisching 16 Höfe mit Abgaben erwähnt.[3]

1326 wird Trisching mit 32 Anwesen und einer Mühle mit Abgaben genannt.[4]

1413 gibt „Drusching“ an Walburgis 4 Pfund 4 Schilling Regensburger und auf Michaelis 4 Pfund 5 Schilling Regensburger und 43 Mut Korn.[5]

1473 reichten 27 Bauern und 1 Müller 37 Pfund 7 Schilling 29 Pfennig und 70 Achtel Korn und 2 Metzen Korn.[6][7]

1513 gab es 3 Höfe, 6 Dreiviertelhöfe, 10 Halbhöfe, 7 Viertelhöfe, 1 Achtelhof, ein anderthalb Hof und eine Mühle.[8][9]

1596 gab es 4 ganze Höfe, 18 Halbhöfe, 8 Söldengütel und 1 Mühle.[10]

1606 hatte Trisching 7 ganze Höfe, 2 Dreiviertelhöfe, 13 Halbhöfe, 1 Viertelhof, 6 Güter, 1 Taferne und eine Mühle, die Schwärzermühle. Sie besaßen 24 Pferde, 42 Ochsen, 65 Kühe, 30 Rinder, 6 Schweine, 6 Stiere, 15 Kälber, 346 Schafe, 28 Frischlinge, 1 Fohlen und steuerten 94 Gulden 36 ¾ Kreuzer.[11][12]

1634 gab es 32 Anwesen und eine Mühle. Es gab einen Schmied, einen Wirt, einen Müller und einen Schneider im Dorf.[13]

1721 hatte Trisching 3 ganze Höfe, 7 Dreiviertelhöfe, 14 Halbhöfe, 7 Viertelhöfe, 5 Sechszentelhof, eine Schmiede, zwei Hirtenhäuser, ein Schäfferhaus und die Mühle.[14][15]

1762 gab es 38 Anwesen und drei Häuser für die Schmiede und Hirtenhäuser. Es gab einen Müller, Weber, Schmied und Schuster im Ort.[16][17]

1792 gab es 41 Anwesen.[18]

Steuerdistrikte

1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Zur Obmannschaft Trisching gehörten die Orte Trisching, Schmidgaden, Hartenricht und die Schwärzermühle.[19]

1811 wurden in Bayern Steuerdistrikte gebildet. 1808 umfasste der Steuerdistrikt Trisching das Dorf Trisching, die Einöde Schwärzermühle und den königlichen Wald Fichtenschlag und Ebenholz. Es gab 44 Häuser mit 292 Seelen. Es gehörten 300 Morgen Äcker, 65 Morgen Wiesen, 230 Morgen Holz, 2 Weiher, 12 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie hatten 3 Pferde, 70 Ochsen, 40 Kühe, 72 Stück Jungvieh, 120 Schafe und 30 Schweine.[20]

Gemeindebildung

1818 wurde die Gemeinde Trisching gebildet. Trisching hatte 46 Familien und Schwärzermühle hatte 1 Familie.[21]

Zur Gemeinde Trisching gehörte 1828 Trisching mit 43 Wohngebäuden mit 52 Familien und 269 Einwohnern und Schwärzermühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familien und 7 Einwohnern.[22]

1842 waren alle Bewohner katholisch. Trisching gehörte zur Pfarrei Rottendorf. Seit 1728 gehört Trisching zur Pfarrei Schmidgaden mit der Filialkirche in Trisching. Die Schule in Trisching wurde von 36 Werktags- und 44 Sonntagsschülern besucht.[23]

1915 wurde der Ortsname von „Triesching“ in „Trisching“ geändert.

1964 hatte Trisching 81 Häuser mit 520 Einwohnern und Schwärzermühle 3 Häuser mit 20 Einwohnern.[24]

Am 1. Januar 1971 wurden die Gemeinden Rottendorf, Trisching und Gösselsdorf ohne Götzendorf und Windpaißing in die Gemeinde Schmidgaden eingegliedert. Am 1. Januar 1974 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Schmidgaden gebildet zu der die Gemeinde Fensterbach gehört. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Schmidgaden.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1828 und 1987 wuchs Trisching von 269 auf 662 Einwohner.

Jahr 1828 1871 1925 1950 1964 1970 1987
Einwohner 269 309 304 577 520 577 662


Historische Straßen

Trisching lag auf der historischen Altstraße von Amberg nach Nabburg.

Vereine in Trisching

  • Brieftaubenverein „Heim zum Magdalenental“
  • Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein Trisching
  • Heimat- und Trachtenverein „D’Friedrichsbergler“
  • Katholische Landjugendbewegung Trisching (KLJB)
  • Schützenverein „Enzian“ Trisching
  • Soldaten- und Kriegerkameradschaft
  • Sportverein Trisching/Rottendorf
  • Verkehrswacht Trisching

Gebäude/Einrichtungen/Firmen

Hausnummer Gebäude

Sehenswürdigkeiten

St. Nikolaus-Kirche Trisching
  • Die St. Nikolaus Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Es ist ein gotisches Gebäude mit 40 Sitzplätzen. 1628 stürzte der Kirchturm ein. Der Chor im Ostturm mit dem Kreuzgewölbe wird dem 17. Jahrhundert zugerechnet. Der Hochaltar stammt aus der Zeit um 1730. Die Kanzel mit einem Rokoko Muschelwerk stammt aus der zeiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Kirche wurde zwischen 1998 bis 2003 renoviert.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Trisching In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
  2. Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954, S. 112
  3. Google Play, Monumenta Boica, S. 400-401
  4. Google Play, Monumenta Boica, S. 589
  5. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 71
  6. StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
  7. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 75
  8. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
  9. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 333-334
  10. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 334
  11. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 334
  12. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
  13. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
  14. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
  15. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 334
  16. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
  17. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 334
  18. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 334
  19. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408
  20. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 402
  21. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 415
  22. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
  23. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
  24. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
Straßennamen in Schmidgaden