Schwärzermühle (Schmidgaden)
Koordinaten: 49° 26' 23.64" N, 12° 3' 30.74" E
| Schwärzermühle (Schmidgaden) | |
|---|---|
| Rosi Mühlendatenbank | |
| Adresse: | Schwärzermühlweg 19 92546 Trisching |
Schwärzermühle ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmidgaden im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geografie
Die Schwärzermühle liegt 3 Kilometer nordwestlich von Schmidgaden an der Bundesautobahn 6. Sie liegt am Ufer des Schwärzerbaches, der in seinem Oberlauf etwa bis zur Schwärzermühle den Namen Grimmerbach trägt. Dieser Bach bildet das enge Magdalenental zwischen dem 631 Meter hohen Friedrichsberg im Westen und dem 556 Meter hohen Grafenberg im Osten.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Name der Mühle leitet sich vom Nachnamen Schwärzer ab, der einst die Mühle bewirtschaftete. Der erste Name bezeichnet die neuerbaute Mühle.
Geschichte
1326 wird die Mühle bei Trisching genannt: in Newnmul.[1][2]
1473 wird die Mühle bei Trisching genannt.[3][4]
1513 gab Hans Maintzer Mühlenzins von der Mühle und einem Hof.[5]
1596 wird eine Mühle bei Trisching genannt.[6]
1606 war Leonhard Zierers Witwe auf der Trischinger Mühle. Sie hatte einen Wert von 416 Gulden. Er hatte 2 Pferde, 4 Kühe, 2 Frischlinge und steuerte 2 Gulden 46 ½ Kreuzer.[7][8]
1610 war Endres Graf, Müller zu Trisching.[9]
Ab 1657 war die Familie Schwärzer auf der Mühle, welche zum Namensgeber der Mühle wurde.[10]
Am 1. Juni 1720 übernahm Georg Mayr, Müller aus Lintach vom Schwiegervater Johann Schwärzer.[11] Danach finden wir die Familien Gerstner, Schardt, Schartl, Pürner, Strobl, Deichl und Plößl. Am 20. Mai 1883 kauft Adam Bücherl die Mühle.[12]
Im Häuser- und Rustikalsteuerkataster von 1808 wird die Mühle zu Trisching gehörig aufgeführt. Sie war eine Mühle mit 2 Gängen, Schätzwert 360 Gulden. Ihr Inhaber war 1808 Michael Strobl.[13]
Steuerdistrikte
1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Zur Obmannschaft Trisching gehörten die Orte Trisching, Schmidgaden, Hartenricht und die Schwärzermühle.[14]
1811 wurden in Bayern Steuerdistrikte gebildet. 1808 umfasste der Steuerdistrikt Trisching das Dorf Trisching, die Einöde Schwärzermühle und den königlichen Wald Fichtenschlag und Ebenholz. Es gab 44 Häuser mit 292 Seelen. Es gehörten 300 Morgen Äcker, 65 Morgen Wiesen, 230 Morgen Holz, 2 Weiher, 12 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie hatten 3 Pferde, 70 Ochsen, 40 Kühe, 72 Stück Jungvieh, 120 Schafe und 30 Schweine.[15]
Gemeindebildung
1818 wurde die Gemeinde Trisching gebildet. Trisching hatte 46 Familien und Schwärzermühle hatte 1 Familie.[16]
Zur Gemeinde Trisching gehörte 1828 Trisching mit 43 Wohngebäuden mit 52 Familien und 269 Einwohnern und Schwärzermühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familien und 7 Einwohnern.[17]
1842 waren alle Bewohner katholisch. Trisching gehörte zur Pfarrei Schmidgaden mit der Filialkirche in Trisching. Die Schule in Trisching wurde von 36 Werktags- und 44 Sonntagsschülern besucht.[18]
1964 hatte Trisching 81 Häuser mit 520 Einwohnern und Schwärzermühle 3 Häuser mit 20 Einwohnern.[19]
Am 1. Januar 1971 wurden die Gemeinden Rottendorf, Trisching und Gösselsdorf ohne Götzendorf und Windpaißing in die Gemeinde Schmidgaden eingegliedert. Am 1. Januar 1974 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Schmidgaden gebildet zu der die Gemeinde Fensterbach gehört. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Schmidgaden.
Historische Straßen
Trisching lag auf der historischen Altstraße von Amberg nach Nabburg.
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Gesamt
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Historische Karten
Tourismus
Bei der Schwärzermühle gab es bis 2023 ein altes hölzernes Mühlrad und eine etwa 300 Jahre alte Sommerlinde. Von der Schwärzermühle aus führt der Schwärzermühlweg unter der Autobahn hindurch in Richtung Nordwesten an den Schwärzermühlweihern vorbei zum Magdalenental. Auf halben Weg durchs Magdalenental zur Grimmerthal Mühle befindet sich die Kapelle der Hl. Maria Magdalena direkt neben dem Grimmerbach und am Fuß des Grafenberges, der einst auch der „heilige Berg“ genannt wurde. Die Kapelle ist bereits im Kataster von 1828 eingetragen.
Weblinks
- Schwärzermühle, Luftaufnahme
- Schwärzermühle In: Rosi Mühlendatenbank
- Schwärzermühle In: BayernAtlas
- Schwärzermühle In: Bavarikon
- Schwärzermühle In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
- 188 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
Einzelnachweise
- ↑ BayHStA, Kurbayern Äußeres Archiv, 4744/1, fol. 20
- ↑ Google Play, Monumenta Boica
- ↑ Staatsarchiv Amberg, Standbuch 29
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 75
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 333
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 334
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 334
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ StAAm, Musterungen 259 a
- ↑ StAAm, Briefprotokolle Nabburg Nr. 6, fol. 111-111‘
- ↑ Staatsarchiv Amberg, Briefprotokolle Nabburg Nr. 28, fol. 351‘-354‘
- ↑ Rita Maria Scharl, Mühlen im Hüttenbachtal, 2025
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 328
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 402
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 415
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431
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