Hohersdorf
Koordinaten: 49° 27' 43.20" N, 12° 3' 43.78" E
| Hohersdorf | |
|---|---|
Hohersdorf 2023 | |
| PLZ/Ort: | 92546 Hohersdorf |
Hohersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmidgaden im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geographie
Hohersdorf liegt nördlich von Rottendorf.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich vom ahd. Personennamen Hähart ab. Es ist eine Siedlung des Hähart.[1]
Geschichte
1143 erscheint Hohersdorf als „Haharteshof“, als das Kloster Ensdorf von Gerung von Aschach ein Gut zu Hohersdorf kauft. Von 1410 – 1500 gab es 10 Erbrechtsübergaben. Das Kloster besaß 5 Höfe zu Hohersdorf.[2]
1413 reichten die Bauern zu Hohersdorf an Walburgis und Michaelis jeweils ½ Pfund Pfennig zum Amt Nabburg.[3]
1414 bestätigt Abt Konrad vom Kloster Ensdorf das Erbrecht des Ulrich des Heusler zu Hohersdorf auf dem klostereigenen Hof, wie es ihm vom verstorbenen Abt verliehen wurde. Der Erbbrief war zuvor in der Kirche zu Rottendorf verbrannt.[4]
1473 werden 4 Anwesen zu Hohersdorf genannt. Ul Pesel, Erl Schuler, Hanns Schuler und Erl Slalzer reichten 6 Pfund und 1 Achtel Hafer zum Amt Nabburg.[5][6]
1474 wird dem Erhard der Schuler das Erbrecht auf dem klostereigenen Hof zu Hohersdorf verliehen.[7]
1596 werden 6 ganze Höfe genannt.[10]
1606 gab es 5 Anwesen. Sie besaßen 1 Pferd, 12 Ochsen, 13 Kühe, 7 Rinder, 3 Schweine, 4 Kälber, 79 Schafe, 2 Frischlinge und steuerten 20 Gulden und einen halben Kreuzer.[11][12]
1634 hatte Hohersdorf 5 Anwesen.[13]
1721 gab es 5 ganze Höfe und ein Hirtenhaus, ein Hof war öde.[14][15]
1762 hatte Hohersdorf 5 Anwesen und ein Hirtenhaus.[16][17]
1792 gab es 5 Anwesen.[18]
Steuerdistrikte
1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Zur Obmannschaft Rottendorf gehörten: Rottendorf, Hohersdorf, Legendorf, Inzendorf, Kadermühle und Grimmerthal.[19]
1811 wurden in Bayern Steuerdistrikte gebildet. Der Steuerdistrikt Rottendorf bestand aus den Dörfern Rottendorf und Hohersdorf, der Einöde Grimmerthal und den königlichen Waldungen Pfarrschlag und Sizabu. Er hatte 36 Häuser und 230 Seelen. Es gehörten 150 Morgen Äcker, 50 Morgen Wiesen, 60 Morgen Holz, 1 Weiher, 12 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie besaßen 4 Pferde, 40 Ochsen, 26 Kühe, 36 Stück Jungvieh, 66 Schafe und 20 Schweine.[20]
Gemeindebildung
1818 wurde mit dem Zweiten Gemeindeedikt die übertriebene Zentralisierung weitgehend rückgängig gemacht und es wurden relativ selbständige Landgemeinden mit eigenem Vermögen gebildet, über das sie frei verfügen konnten. Die Gemeinde Rottendorf bestand aus den Ortschaften Rottendorf mit 38 Familien, Hohersdorf mit 8 Familien, Grimmerthal mit 1 Familie, Wolfsbach mit 16 Familien, Rödlmühle mit 2 Familien, Zißlmühle mit 2 Familien und Littenhof mit 10 Familien.[21]
1828 gehörte zur Gemeinde Rottendorf: Rottendorf mit 27 Wohngebäuden mit 26 Familien und 196 Einwohnern, Grimmerthal mit 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 4 Einwohnern, Hohersdorf mit 7 Wohngebäuden mit 7 Familien und 40 Einwohnern, Littenhof mit 14 Wohngebäuden mit 18 Familien und 90 Einwohnern, Rödlmühle mit 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 7 Einwohnern, Wolfsbach mit 17 Wohngebäuden mit 21 Familien und 132 Einwohnern und Zißlmühle mit 1 Wohngebäude mit 2 Familien und 8 Einwohnern.[22]
1842 waren alle Bewohner katholisch. Sitz der Pfarrei war Rottendorf, mit Filialkirchen in Etsdorf und Gösselsdorf. Die Schule in Rottendorf wurde von 60 Werktags- und 83 Sonntagsschülern besucht.[23]
1964 hatte die Gemeinde Rottendorf 76 Häuser mit 428 Einwohnern. Rottendorf hatte 40 Häuser mit 213 Einwohnern, Grimmerthal 1 Haus und 3 Einwohner, Hohersdorf 7 Häuser mit 51 Einwohnern, Littenhof 12 Häuser mit 63 Einwohnern, Rödlmühle 1 Haus mit 9 Einwohnern, Wolfsbach 14 Häuser mit 83 Einwohnern und Zißlmühle 1 Haus mit 6 Einwohnern.[24]
Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Rottendorf, Trisching und Gösselsdorf ohne Götzendorf in die Gemeinde Schmidgaden eingegliedert. Am 1. Januar 1974 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Schmidgaden gebildet, zu der auch die Gemeinde Fensterbach gehört. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Schmidgaden.
Historische Straßen
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Gesamt
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6538 Schmidgaden/Historische Karten
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
| Hausnummer | Gebäude |
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Weblinks
- Hohersdorf In: BayernAtlas
- Hohersdorf In: Bavarikon
- Hohersdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- Hohersdorf In: Geschichte Bayerns, Repositorium
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
- 188 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954]
Einzelnachweise
- ↑ Hohersdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954, S. 90
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 72
- ↑ StAAm, Kloster Ensdorf, Urkunden, Band 1, 1115-1797, Urkunde 269
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 75
- ↑ StAAm, Kloster Ensdorf, Urkunden, Band 1, 1115-1797, Urkunde 441
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 306
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 306
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 306
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 306
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 306
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 306
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 401
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 414
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 427-428
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 427
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 428
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