Furthmühle
Koordinaten: 49° 24' 19.26" N, 12° 13' 3.83" E
| Furthmühle | |
|---|---|
Furthmühle bei Schwarzach 2013 | |
| Rosi Mühlendatenbank | |
| Adresse: | 92548 Furthmühle |
Furthmühle ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwarzach bei Nabburg im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern.
Geographie
Furthmühle liegt 800 Meter südwestlich von Schwarzach am Fluss Schwarzach.
Historische Schreibweisen
- 1606 Furth
- 1630 Furth
- 1721 Furthmühle
- 1762 Furthmühle
Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Mühle an der Furth durch die Schwarzach ab.[1]
Geschichte
Früh- und Vorgeschichte
Die Gegend um Schwarzach ist uraltes Siedlungsgebiet. Bereits aus der mittleren Altsteinzeit liegen Beweise für die Anwesenheit des Menschen in diesem Gebiet vor. Bei Dietstätt wurde eine frühmittelalterliche, slawische Siedlung und ein intakter Brunnen entdeckt. Im Dokuzentrum „Slawische Besiedlung“ in Weiding finden sich viele Artefakte aus dieser Zeit.
Geschichte
1593 fiel die allodiale Herrschaft Altfalter an die Philipp von Murachische Erbengemeinschaft, wenige Jahre später aber durch Heirat an Albrecht Gerhard von Löschwitz. Furthmühle gehörte zur allodialen Herrschaft Altfalter. [2]
1606 wird die Mühle als „zue Furth“ erwähnt. Es wird Joachim Maurers Witwe in Furth genannt. Die Mühle samt einem Hof hatte einen Wert von 115 Gulden. Sie steuerte 48 Kreuzer zur allodialen Herrschaft Altfalter, die Albrecht Gerhard von Löschwitz inne hatte.[3]
1630 wird zu Furth 1 Hof und 1 Mühle genannt. Sie besaßen 6 Ochsen, 6 Kühe, 1 Rind, 2 Kälber, 3 Schweine, 7 Frischlinge und steuerten 18 Gulden 4 Kreuzer.[4]
1717 gab es eine Mühle und einen Hof die Johann Grätl bewirtschaftete, sein Vater Johann Grätl war bereits Müller in Furthmühle.[5]
1721 bewirtschafte Hans Gradl die Mühle und Michael Gradl den Hof.[6][7]
1762 gab es 2 Anwesen und ein Hirtenhaus.[8][9]
1792 gab es einen ganzen Hof und eine Mühle.[10]
1953 wurde der Mahlbetrieb eingestellt. Auf der Mühle finden sich die Familien Pesl, Gradl, Pöckl und Weiß. Der Hof wurde seit mindesten 1731 durch die Familie Gradl bewirtschaftet.
Steuerdistrikte
1808 umfasste der Steuerdistrikt Altfalter das Dorf Altfalter, mit dem Schloss des Theobald Freiherrn von Anethan, dem Weiler Richt, den Einöden Furthmühle und Auhof sowie den Waldungen Eichelberg und Schwarzacher Kirchholz. Es gab 51 Häuser mit 271 Einwohner. Es gehörten 200 Morgen Äcker, 80 Morgen Wiesen, 250 Morgen Holz, 1 Weiher, 45 Morgen öde Gründe und Wege dazu. Sie hatten 4 Pferde, 36 Ochsen, 60 Kühe, 36 Stück Jungvieh, 20 Schafe und 45 Schweine.[11]
1811 gehörte zur Obmannschaft Wölsendorf die Orte Wölsendorf, Altfalter, Weiding, Warnbach, Dietstätt, Sindelsberg, Richt, Auhof und Sattelhof. Furthmühle dürfte auch bei der Obmannschaft Wölsendorf eingegliedert worden sein, da es vorher bei Altfalter war.[12]
Gemeindebildung
1818 wurde die patrimonialgerichtische Ruralgemeinde Altfalter gebildet. Altfalter hatte 42 Familien, Furthmühle hatte 3 Familien und Auhof hatte 1 Familie.[13]
1828 gehörten zur Gemeinde Altfalter 45 Wohngebäude mit 70 Familien und 289 Einwohner. Altfalter hatte 41 Wohngebäude mit 66 Familien und 266 Einwohnern, Auhof hatte 1 Wohngebäude mit 1 Familie und 5 Einwohnern und Furthmühle hatte 3 Wohngebäude mit 3 Familien und 18 Einwohner.[14]
1842 waren alle Bewohner katholisch. Furthmühle gehörte zur Filialkirche Altfalter der Pfarrei Schwarzach. Die Schule in Altfalter wurde von 54 Werktags- und 60 Sonntagsschülern besucht.[15]
1964 hatte die Gemeinde Altfalter 70 Häuser mit 349 Einwohnern. Altfalter hatte 64 Wohngebäude und 318 Einwohner, Auhof hatte 1 Wohnhaus und 5 Einwohner und Furthmühle hatte 5 Häuser mit 26 Einwohner.[16]
Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde Altfalter und Weiding zusammengelegt und am 1. Januar 1975 in die Gemeinde Schwarzach eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Schwarzach in die Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld eingegliedert.
Historische Straßen
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6539 Nabburg
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6539 Nabburg/Gesamt
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6539 Nabburg/Historische Karten
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
| Hausnummer | Gebäude |
|---|
Weblinks
- Furthmühle In: BayernAtlas
- Furthmühle In: Bavarikon
- Furthmühle In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- Furthmühle In: Geschichte Bayerns, Repositorium
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
- 192 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
- Versuch einer Geschichte des Vicedomamtes Nabburg In: MDZ, Digitale Bibliothek
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
Einzelnachweise
- ↑ Furthmühle In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 142
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 345
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 145
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 245
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 245
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 345
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 397
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 407
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 415
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 417
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 417
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 417
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