Sägmühle (Gleiritsch)
Koordinaten: 49° 30' 19.37" N, 12° 19' 13.58" E
| Sägmühle (Gleiritsch) | |
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Sägmühle, nach Ortsschild rechts (2021) | |
| Rosi Mühlendatenbank | |
| Adresse: | 92723 Sägmühle, Gemeinde Gleiritsch |
| Ortsvorwahl: | 09655 |


Die Sägmühle ist ein eigener Ortsteil in der Gemeinde Gleiritsch im Nordosten des Oberpfälzer Landkreises Schwandorf, wird aber zwischenzeitlich zur Ortschaft Lampenricht gezählt.
Lage der Sägmühle
Die Sägmühle liegt an der Seebergstraße in Lampenricht. Die Seebergstraße hat ihren Namen von der geographischen Bezeichnung „Seeberg“. Der höchste Punkt des Seeberges ist mit 525 Metern angegeben. Die Seebergstraße liegt südwestlich von Lampenricht. Sie ist der kürzeste Verbindungsweg von Lampenricht nach Gleiritsch. Die Straße Am Lindenlohbach zweigt von der Seebergstraße ab. Die heutige Seebergstraße wurde im Zuge der Flurbereinigung begradigt und die Steigung gleichmäßig angepasst. Früher gab es den „Unteren Seeberg“ und den „Hohen Seeberg“. Der Weg war Kirchweg und Schulweg nach Gleiritsch.
Gewässer bei der Sägmühle
Das Bächlein Gleiritsch entspringt westlich von Zeinried und speist den umgangssprachlich „Sägmühlweiher“ oder auch „Seemühlweiher“ genannten Weiher bei der Sägmühle. Das angestaute Wasser nutzte man bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs zum Antrieb der Schneidsäge und der Mühle. Zusätzliche Wasserkraft lieferte der von Tännesberg kommende Mühlbach, der an der Neumühle, Schnegelmühle und Boxmühle vorbeifließt und südlich von Lampenricht kurz vor der Sägmühle in die Gleiritsch mündet.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Mühle am See ab. Der Ortsname könnte sich aber auch vom naheliegenden Seeberg ableiten. Direkt neben der Mühle lag der Seemühlweiher und eine Seewiese.[1]
Geschichte
1606 wird Leonhardt Stöckhlmaier mit einer Mühle zu Lampenried genannt. Er zinste 3 Gulden 35 Kreuzer zur Hofmark Gleiritsch die Hanns Christoff von Plassenberg inne hatte. Die Mühle hatte einen Wert von 450 Gulden. Er besaß 2 Ochsen, 3 Kühe, 2 Rinder und 2 Schwein.[2]
1630 wird unter Lampenricht 1 Gut und eine Mühle genannt. Sie besaßen 3 Kühe, 1 Rind, 2 Kälber, 3 Frischlinge und steuerten 5 Gulden 7 Kreuzer 2 Pfennig. [3] Am 8. Juni 1682 starb Gottfried Graf, Müller auf der Seemill. 1684 übernahm Johann Zwack aus Kleinschwand, der die Witwe Margaretha Graf am 14. Februar ehelichte. Seit dieser Zeit bewirtschaftet die Familie Zwack die Mühle und den Hof. 1725 wird der Weiler noch als Seemühl bezeichnet, ab 1733 heißt es dann Segmill oder Sägmühle.[4]
1721 wird der Sägmüller Hans Zwack mit einem ½ Hof und ein Nebenhäusl genannt.[5][6]
1840 wird der Müller Johann Erhard Zwack in Sägmühle Nr. 54, der 1/4 Sägmühlhof mit der realen Stallmühle- und Schneidsägmühlgerechtigkeit, Wohnhaus, Stall, Mühle, Schneidsäge, Radstube, Stadl, Stall, Keller, und Hofraum. Baum- und Grasgarten am Stadl genannt. Er besaß 15 Tagwerk 99 Dezimal. Johann Erhard Zwack hat den Besitz am 27. März 1800 von der Mutter Elisabetha Zwack nebst Besitz und dem Haus Nr. 55 um 3200 Gulden und 4 Thaler Leihkauf übernommen.[7]
Am 21. Oktober 1842 übernahm Joseph Zwack in Sägmühle Nr. 55 den Besitz von Johann Erhard Zwack, das 1/32 Sägmühlgebäude mit Wohnhaus, Stall, Stadl, Backofen und Hofraum, Samgarten hinterm Hause, Baum- und Grasgarten mit dem Hauptgute Haus Nr. 54.[8]
1893 übernahm Martin Kraus aus Oedmiesbach und ehelichte die Müllerstochter Margaretha Zwack von der Sägmühle.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb eingestellt, Mühle und Säge verfielen langsam. Als Wohngebäude wurde das oberhalb der Straße liegende Anwesen mit der Nummer 55 genutzt.
Bei der Flurbereinigung in der Gemeinde Gleiritsch, mit der 1969 begonnen wurde[9], erfolgte ein Neuausbau der Straße von Lampenricht nach Gleiritsch. Die Straßenführung wurde begradigt und in Richtung des ehemaligen Mühlen- und Sägegeländes verschoben. Heute befindet sich ein Pumpwerk der gemeindlichen Kläranlage auf dem Gelände, der Rest ist mit Bäumen bewachsen.
Sägmühle heute
Die Sägmühle wird heute mit einem weitläufigen Grundstück am Haus als privater Pferdehof genutzt.
Gemeindebildung
Sägmühle gehört zur Gemeinde Gleiritsch. Am 1. Januar 1974 schloss sich die Gemeinde Gleiritsch mit Niedermurach, Teunz und Winklarn zusammen und bilden mit Oberviechtach eine Verwaltungsgemeinschaft. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Oberviechtach.
Historische Straßen
Wegekreuz bei der Sägmühle
An der Seebergstraße bei der Sägmühle befindet sich ein Wegekreuz direkt neben der Straße. Es stand früher oberhalb des ehemaligen Backofens. Beim Neubau der Straße im Zuge der Flurbereinigung wurde es an den heutigen Platz versetzt. Ein Grund für die Aufstellung des Kreuzes bei der Sägmühle konnte nicht ermittelt werden. Früher führte hier die Bittprozession von Gleiritsch kommend nach Tännesberg vorbei.
Literatur
- Alois Köppl: Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch. Gemeinde Gleiritsch 1988, 2. Auflage
- Alois Köppl: Altlandkreis Oberviechtach (Buch, 2. Auflage). Verlag Katzenstein-Gleiritsch, 2. Auflage, Gleiritsch 2024, ISBN 978-3-9819712-3-1
- Siegfried Burger, Alois Köppl, Stephan Zimmerer: Gleiritsch, Streifzug durch die Gemeinde im Wechsel der Jahreszeiten. Verlag Katzenstein-Gleiritsch, Gleiritsch 2013, ISBN 978-3-00-041242-4
- Emma Mages: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 61: Oberviechtach. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1996, ISBN 3-7696-9693-X, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007678-0
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, Der neue Kopierer, Regensburg, 2021
Weblinks
Commons: Sägmühle (Gleiritsch) – Sammlung von Bildern
- Bilder Sägmühle bei Lampenricht, Gemeinde Gleiritsch
- Übersicht Gemeinde Gleiritsch nach Themen sortiert
- Altstraßen im Raum Sägmühle, Lampenricht, Gleiritsch
- Luftaufnahmen Sägmühle
- Luftaufnahmen aus der Oberpfalz
- Sägemühle In: BayernAtlas
- Sägemühle In: Bavarikon
- Sägemühle In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Sägemühle In: Geschichte Bayerns, Repositorium
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern diesseits der Rhein. [36], Pfreimt (1818)
- 180 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
Einzelnachweise
- ↑ Sägmühle In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, P&P Printmanagement, Trabelsdorf, 2024
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 349
- ↑ Matricula Online, Gleiritsch008_0063
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, Der neue Kopierer, Regensburg, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 349
- ↑ Alois Köppl: Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch. Gleiritsch 1988
- ↑ Alois Köppl: Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch. Gleiritsch 1988
- ↑ Alois Köppl: Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch. Gleiritsch 1988, S. 21.
Straßennamen in Gleiritsch: Am Steinbruch | Am Vogelherd | Berggasse | Hauptstraße | Im Winkl | Kirchstraße | Kroauweg | Lohweg | Nabburger Straße | Pfarrweg | Plassenbergerstraße | Sandgasse | Schlehenweg | Trathweg | Zeinrieder Straße
Straßennamen im Ortsteil Lampenricht: Am Hutanger | Am Lindenlohbach | Dorfstraße | Im Ziegelfeld | Mühlweg | Pilchauer Straße | Seebergstraße | Triftweg | Untere Gasse
Straßenname im Ortsteil Steinach: Nabburger Straße
Straßenname im Ortsteil Kroau: Kroauweg
Ortsteile ohne Straßennamen: Bernhof | Boxmühle | Heilinghäusl | Kohlmühle | Stöcklhof | Zieglhäuser