Lampenricht

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Koordinaten: 49° 30' 26.39" N, 12° 19' 23.59" E

Lampenricht
Lampenricht (2024)
Höhe über dem Meeresspiegel:469 m
PLZ/Ort:92723 Lampenricht, Gemeinde Gleiritsch
Q1801669   Lampenricht  LampenrichtODB_S00037439
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am 2026-07-27T01:38:08+02:00.

Lampenricht ist ein Ort in der Gemeinde Gleiritsch. Er liegt im Nordosten des Oberpfälzer Landkreises Schwandorf.

Lage von Lampenricht

Lampenricht liegt im nordöstlichen Teil des Landkreises Schwandorf an der B 22, die von Cham in Richtung Weiden verläuft. Lampenricht liegt am Mühlbach, der südwestlich von Lampenricht nahe der Sägmühle in den Bach Gleiritsch mündet.

Historische Schreibweisen

  • 1606 Lampenriedt
  • 1630 Lampenrieth
  • 1721 Lamppenriedt
  • 1782 Lampenried
  • 1808 Lampenricht
  • 1830 Lampenried

Namensdeutung

Der Ortsname leitet sich vom mhd. riut für Rodung, gerodetes Land ab. Das Bestimmungswort ist der mhd. Personenname Lampe oder bair.-mhd. Personenname Lampёrt. Es ist eine Siedlung des Lampert.[1]

In den ehemaligen Landkreisen Nabburg und Oberviechtach fallen drei große Gruppen von Ortsnamen auf, die über die Siedlungstätigkeit in dem Raum Aufschluss geben. Das sind die -dorf-Orte als älteste Siedlungsform in dem Gebiet[2], dann die richt- bzw. -ried-Orte und später die -hof-Orte. Bei den -dorf-Orten handelte es sich um Basissiedlungen, denen die -richt- und -ried-Orte im 11. und 12. Jahrhundert folgten. Diese waren Rodungssiedlungen[3] (Grafenricht, Hartenricht, Dürnsricht, Frotzersricht, Traunricht, Zilchenricht, Trichenricht und Lampenricht). Urkundlich belegte Quellen liegen bisher nicht vor, allein aufgrund des Ortsnamens ist von einer Gründung nach der Jahrtausendwende auszugehen.

Geschichte

1606 wird Leonhardt Stöckhlmaier mit einer Mühle zu Lampenried genannt. Er zinste 3 Gulden 35 Kreuzer zur Hofmark Gleiritsch die Hanns Christoff von Plassenberg inne hatte. Die Mühle hatte einen Wert von 450 Gulden. Er besaß 2 Ochsen, 3 Kühe, 2 Rinder und 2 Schwein. Im Amt Nabburg werden keine weiteren Anwesen genannt.[4]

1630 wird unter Lampenricht 1 Gut und eine Mühle genannt. Sie besaßen 3 Kühe, 1 Rind, 2 Kälber, 3 Frischlinge und steuerten 5 Gulden 7 Kreuzer 2 Pfennig.[5]

1721 wird unter Lampenricht der Sägmüller Hans Zwack mit einem ½ Hof und ein Nebenhäusl genannt. Weitere Anwesen werden im Amt Nabburg nicht genannt. 1762 wird die Seemühle bei Lampenricht genannt.[6][7]

1808 zinsten 26 Anwesen und die Boxmühle zur Hofmark Guteneck.[8]

Die Schüler aus Lampenricht besuchten die Schule in Gleiritsch. Das Schulhaus wurde 1841 zweigeschoßig errichtet und war in guten Zustand. Der Lehrer wohnte im 1. Stock. 108 Werktagsschüler und 32 Feiertagsschüler besuchten die Schule.[9]

Gemeindebildung

Lampenricht gehört zur Gemeinde Gleiritsch. 1818 wurde die Gemeinde Gleiritsch mit 111 Familien gebildet. Gleiritsch hatte 59 Familien, Hebenhof 1 Familie, Stöcklhof 1 Familie, Kroau oder Krohermühle 1 Familie, Sägmühle 1 Familie, Lampenricht 41 Familien, Steinach 5 Familien und Kohlmühle 2 Familien.[10]

Zur Gemeinde Gleiritsch gehörte 1828 Gleiritsch mit 50 Wohngebäuden mit 54 Familien und 239 Einwohnern, Hebenhof mit 1 Wohngebäuden mit 1 Familien und 11 Einwohnern, Kohlmühle mit 1 Wohngebäude, 1 Familie, 4 Einwohner, Krohermühle mit 2 Wohngebäuden, 2 Familien, 12 Einwohner, Lampenricht mit 28 Wohngebäuden, 32 Familien, 137 Einwohner, Sägmühle mit 1 Wohngebäude, 1 Familie, 23 Einwohner, Steinach mit 5 Wohngebäude, 8 Familien, 35 Einwohner und Stöcklhof mit 1 Wohngebäude, 2 Familien, 10 Einwohner.[11]

Am 1. Januar 1974 schloss sich die Gemeinde Gleiritsch mit Niedermurach, Teunz und Winklarn zusammen und bilden mit Oberviechtach eine Verwaltungsgemeinschaft. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Oberviechtach.

Historische Straßen

Steinbrüche

Im Gebiet um Gleiritsch und Lampenricht gab es mehrere kleine Steinbrüche, in denen Granitsäulen, Mauer- und Pflastersteine in Handarbeit gebrochen wurden. Der Transport der Steine erfolgte mit Pferdefuhrwerken zu den Verladebahnhöfen in Pfreimd oder Nabburg. Die Kreisstraße von Lampenricht nach Bernhof wurde mit Schotter, der im Lieblbruch in Gleiritsch gebrochen wurde, gebaut. Die ehemaligen Brüche sind aufgrund des geringen Fördervorkommens zwischenzeitlich unrentabel.

Firmen in Lampenricht

  • Autohaus Kiener, Pilchauer Str. 6
  • Kältetechnik Köppl, Im Ziegelfeld 3
  • Sägewerk Bayerl, Boxmühle 1

Lampenricht

Sehenswürdigkeiten

Dorfheim Lampenricht

Am Dorfplatz in der Ortsmitte befindet sich das Dorfheim Lampenricht, ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft.

Vereine

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lampenricht In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  2. Schwarz, Ernst, Sprache und Siedlung in Nordostbayern, Nürnberg 1960, S. 80 ff.
  3. Schwarz, Ernst, Sprache und Siedlung in Nordostbayern, Nürnberg 1960, S. 129.
  4. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, P&P Printmanagement, Trabelsdorf, 2024
  5. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 349
  6. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, Der neue Kopierer, Regensburg, 2021
  7. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 349
  8. Dieter Bernd: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 39: Vohenstrauss. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1977, ISBN 3-7696-9900-9, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00007673-3
  9. Statistik der deutschen Schulen im Regierungsbezirke der Oberpfalz und von Regensburg
  10. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 415
  11. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 421
Straßennamen in der Gemeinde Gleiritsch

Straßennamen in Gleiritsch: Am Steinbruch | Am Vogelherd | Berggasse | Hauptstraße | Im Winkl | Kirchstraße | Kroauweg | Lohweg | Nabburger Straße | Pfarrweg | Plassenbergerstraße | Sandgasse | Schlehenweg | Trathweg | Zeinrieder Straße

Straßennamen im Ortsteil Lampenricht: Am Hutanger | Am Lindenlohbach | Dorfstraße | Im Ziegelfeld | Mühlweg | Pilchauer Straße | Seebergstraße | Triftweg | Untere Gasse

Straßenname im Ortsteil Steinach: Nabburger Straße

Straßenname im Ortsteil Kroau: Kroauweg

Ortsteile ohne Straßennamen: Bernhof | Boxmühle | Heilinghäusl | Kohlmühle | Stöcklhof | Zieglhäuser