Irrenlohe (Schwarzenfeld)
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Irrenlohe ist ein Ortsteil des Marktes Schwarzenfeld im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Lage
Irrenlohe liegt südwestlich von Schwarzenfeld.

Historische Schreibweisen
1289 Ernloch, 1290 Ernlo, 1427 Irenlo, Irenla, 1473 Irnloe, 1513 Irnlohe, 1517 Irnloe, 1606 Irnlohe, 1652 Irnlohe, 1712 Ihrnlohe, 1721 Ihrnlohe, 1762 Ihrnlohe, 1792 Ihrnlohe, 1808 Irnlohe[1]
Namensdeutung
Der Ortname Irrenlohe lässt sich von einem feuchten, sumpfigen Gebiet oder Niederung in der Nähe des Fensterbaches ableiten, welches mit Erlen (Irln) und Gebüsch bewachsen war. Früher standen am Fensterbach und auf den Weiherdämmen noch oft diese typischen Erlen.[2] [3]
Geschichte
Irrenlohe taucht mit der Urkunde vom 23.06.1289 ins Licht der Welt, als Graf Pernger von Leonberg dem Kloster Pettendorf Irrenlohe übereignet. [4]
Im Salbuch von 1473 werden 9 Anwesensbesitzer mit Abgaben genannt.[5]
1513 gaben 6 Hofbesitzer jeweils einen Schilling an Abgaben, da 3 Höfe im bayerischen Krieg zerstört wurden und noch nicht wieder aufgebaut waren.[6]
1596 gab es 6 ganze Höfe und einen Halbhof. [7]
1606 gab es 6 Höfe, 2 Güter, 1 Haus, 15 Pferde, 2 Fohlen, 2 Ochsen, 24 Kühe, 9 Rinder, 1 Schwein, 3 Kälber, 79 Schafe, 11 Frischlinge in Irrenlohe. Sie mussten 33 Gulden 32 Kreuzer an Steuern bezahlen. [8][9]
1652 gab es 6 Höfe.[10]
1712 waren 6 dreiviertel Höfe und 3 kleine Güter im Ort.[11]
In der Herdstattbeschreibung von 1721 werden 6 Höfe, 3 Güter und ein Hirthaus genannt, ebenso in den Jahren 1762 und 1792.[12]
1808 wurden die Steuerdistrikte gebildet. Zum Steuerdistrikt Deiselkühn gehörten die Ortschaften Deiselkühn, Irrenlohe und Wohlfest. Sie hatten 29 Häuser, 210 Seelen, 200 M Äcker, 60 M Wiesen, 10 M Holz, 5 Weiher, 26 M öde Gründe und Wege. 8 Pferde, 60 Ochsen, 62 Kühe, 100 Rinder, 100 Schafe, 47 Schweine.[13]
Ab 1811 wurde die Obmannschaft Frotzersricht gebildet mit den Ortschaften Deiselkühn, Irrenlohe, Wohlfest, Frotzersricht, Kögl und Weiherhaus. [14]
Nach dem Gemeindeedikt von 1818 gehörten zu Frotzersricht: Frotzersricht mit 10 Familien, Kögl mit 6 Familien, Weiherhaus 1 Familie, Deiselkühn 14 Familien, Irrenlohe 12 Familien und Wohlfest 7 Familien. Ingesamt 50 Familien. [15]
Die Landgemeinde Frotzersricht war 1842 unter landgerichtlicher Jurisdiktion: 56 Familien mit 348 Seelen; unter patrimonialgerichtlicher Verwaltung: 2 Familien mit 19 Seelen. Ausschließlich katholisch. Die Gemeinde Frotzersricht gehörte zur Pfarrei Schwarzenfeld. Aus der Gemeinde besuchten 37 Werktags- und 35 Sonntagsschüler die Schule in Schwarzenfeld. In Irrenlohe gab es 10 Familien mit 66 Einwohnern. [16]
1890 zählt der Ort 112 Bewohner, 1910 waren es 90, im Jahre 1972 gab es 149 Personen in Irrenlohe. Mit Wirkung vom 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Nabburg aufgelöst und seine Gemeinden in die neugebildeten Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf eingegliedert. Die Gemeinde Frotzersricht wurde am 01.01.1972 aufgelöst. Wohlfest kam zur Gemeinde Fensterbach. Frotzersricht, Buchtal, Deiselkühn, Irrenlohe, Kögl und Weiherhaus zum Markt Schwarzenfeld. [17]
Unmittelbar am Ort führt die Bahnlinie Regensburg-Hof vorbei. Durch den Eisenbahnbau wurden die östlich gelegenen Höfe von ihren Gärten und Weideplätzen abgeschnitten. Bis etwa 1963 gab es zwei Bahnübergänge, deren Schranken vom Bahnwärterhaus aus bedient wurden. Der näher an Schwarzenfeld gelegene Bahnübergang wurde geschlossen, und das Bahnwärterhaus abgerissen. Die noch bestehende Überfahrt stellte man auf Ampelbetrieb um, welche heute mit einer Schranke gesichert wird.
Sehenswürdigkeiten
Die Kapelle in Irrenlohe wurde nach zweijähriger Bauzeit im Mai 1975 durch Regionaldekan Prälat Müller, Pfarrer Kasparbauer und Kaplan Dötsch eingeweiht. 1991 erhielt die Kapelle ein elektronisch gesteuertes Glockenläutwerk.
Persönlichkeiten
- Franz Schreker wurde am 23. März 1878 in Monaco geboren und starb am 21. März 1934 in Berlin. Er war ein österreichischer Komponist und Librettist. Von 1919-1922 komponierte er die Oper Irrenlohe (Oper in 3 Akten), welche am 27. März 1924 in Köln uraufgeführt wurde. Bei der Bahnfahrt von München nach Berlin durch den Bahnhof Irrenlohe wurde er dazu inspiriert.
- Irrenlohe eine Oper in drei Akten
- Franz Schreker, Biografie
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
Bei den Anwesen ist der Hausname und Häusername angegeben, der im Kataster um 1840 niedergeschrieben wurde.
| Hausnummer | Gebäude |
|---|---|
| 1 | “Beim Grafn“, „der ¾ Grafnhof“ |
| 2 | “Beim Hofbauer“, „der 1/8 Hofbauernhof“ |
| 3 | “Beim Liendl“, „der ¾ Liendlhof“ |
| 4 | “Beim Schneider“, „das 1/8 Schneiderhäusl“ |
| 5 | “Beim Häubl“, „da 1/8 Häublhöfl“ |
| 6 | “Beim Moisn“, „das 1/8 Häublhöfl“ |
| 7 | “Beim Schreier“, heute „Beim Badl“, „der ¾ Schreierhof“ |
| 8 | “Beim Plößl“, „der ¾ Plößlhof“ |
| 9 | “Beim Bern“, „der ¾ Bernhof“ |
Weblinks
Irrenlohe In: Bavarikon, Ortsdatenbank
Literatur
- Johann Obermeier, Hermann Bronold: Festschrift Freiwillige Feuerwehr Frotzersricht. Feuerwehrchronik mit Heimatgeschichte. Hrsg.: FFW Frotzersricht, Amberg 1978, S. 97-122
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
Einzelnachweise
- ↑ Johann Obermeier, Hermann Bronold: Festschrift Freiwillige Feuerwehr Frotzersricht. Feuerwehrchronik mit Heimatgeschichte. Hrsg.: FFW Frotzersricht, Amberg 1978, S. 97-122
- ↑ Johann Obermeier, Hermann Bronold: Festschrift Freiwillige Feuerwehr Frotzersricht. Feuerwehrchronik mit Heimatgeschichte. Hrsg.: FFW Frotzersricht, Amberg 1978, S. 97-122
- ↑ Irrenlohe In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 120
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ StA München, Nabburger Gerichtslit. 1
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 307
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 307
- ↑ StAAm, Amt Nabburg 2763, Türkensteuerbeschreibung 1606
- ↑ StAAm, Huldigung 114
- ↑ StAAm, Amt Nabburg 2758
- ↑ StAAm, Amt Nabburg 2762; Amt Nabburg 2770
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 397
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 407
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 420
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 435
In Kögl:
In Irrenlohe: Fichtenhof | Forstweg | Hutweg | Kapellenweg | Luckerweg | Rosenweg
In Traunricht:
Ortsteile ohne Straßennamen: Ameisgrub | Asbach | Deiselkühn | Frotzersricht | Glöcklhof | Hohenirlach | Holzhaus | Ödhof | Pretzabruck | Raffach | Sonnenried | Schwaig | Zilchenricht
Ehemalige Straßennamen:
Wüstungen: