Schwarzenfeld
Koordinaten: 49° 23' 19.18" N, 12° 8' 12.77" E
| Schwarzenfeld | |
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2023 Schwarzenfeld | |
| PLZ/Ort: | 92521 Schwarzenfeld |
| Wahrscheinlich fehlt die Wikidata-Verknüpfung: Q566553 (Schwarzenfeld) | |
Schwarzenfeld ist ein Markt im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Geographie
Schwarzenfeld liegt am Zusammenfluss der Naab und der Schwarzach in der Nähe des Oberpfälzer Seenlands. An der Naabbrücke lag einst die Zollstation. Heute führt die A 93 direkt an Schwarzenfeld vorbei.

Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Siedlung an einem Feld mit auffallend dunklen Boden ab.
- Schwarzenfeld In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
Geschichte
Schwarzenfeld wurde am 17. April 1015 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. an das Bistum Bamberg als „Suarzinvelt“ erwähnt. 1150 sind „Irinfridus de swarzinvelt“ und sein Sohn gleichen Namens beurkundet. [1]
1372 wurde ein neues Schloss direkt an der Naab in Schwarzenfeld errichtet.[2] 1473 wird der Hammer zu Schwarzenfeld genannt.[3] 1513 wird der Hammer mit Abgaben erwähnt.[4][5]
1596 werden 2 ganze Höfe, 4 Halbhöfe, 16 Söldengütel, 1 Hammer, 2 Mühlen mit 8 Inwohnern genannt.[6]
1606 gab es 65 Häuser neben dem Herrschaftlichen Schloss und dem Hammer, 3 Tavernen und 1 Beckenhaus. Sie besaßen 10 Pferde, 14 Ochsen, 24 Kühe, 15 Rinder, 9 Schweine, 2 Stiere, 2 Kälber, 53 Schafe, 2 Frischlinge und steuerten 85 Gulden 17 Kreuzer.[7][8]
1694 wurde die Dreifaltigkeitskirche auf dem Miesberg bei Schwarzenfeld eingeweiht.
1721 hatte Schwarzenfeld 54 Anwesen.[9][10]
1762 hatte der Ort 61 Anwesen die zur Hofmark Schwarzenfeld gehörten. Der Hammer hatte 2 Anwesen. Es gab ein herrschaftliches Schloss mit Verwalterhaus, Bräuhaus, Jägerhaus, Mühlhaus, Pfarrhof, Schulhaus, Schäferhaus, Hammerhaus und Wohnungen für den Waffenschmied, Kramer, Nagelmeister und Hirtenhaus. [11][12]
1890 wurde Schwarzenfeld zum Markt erhoben. 1935 begann der Klosterbau auf dem Miesberg. 1937 wurde der Keramische Betrieb in Buchtal als „Herman-Göring-Werk“ mit einer Wohnsiedlung errichtet.
Steuerdistrikte
Der Steuerdistrikt Schwarzenfeld bestand aus dem Dorf Schwarzenfeld und dem Schloss des Grafen Max von Holnstein sowie der Dreifaltigkeit-Wallfahrtskirche auf dem Miesberg und einer Eremitenklause mit 92 Häuser und 866 Seelen. Sie hatten 402 Morgen Äcker, 200 Morgen Wiesen, 10 Morgen Holz, 6 Weiher, 100 Morgen öde Gründe und Wege. Sie besaßen 20 Pferde, 80 Ochsen, 90 Kühe, 40 Rinder, 100 Schafe und 70 Schweine.[13]
Zum Steuerdistrikt Pretzabruck gehörte Pretzabruck und der Weiler Zilchenricht mit 15 Häuser und 101 Seelen. Sie hatten 200 Morgen Äcker, 80 Morgen Wiesen, 50 Morgen Holz, 3 Weiher, 30 Morgen öde Gründe und Wege. Sie besaßen 4 Pferde, 30 Ochsen, 26 Kühe, 24 Rinder, 25 Schafe und 12 Schweine.[14]
Zum Steuerdistrikt Traunricht gehörten die Dörfer Traunricht, Asbach und die Weiler Schwaig und Weiherhaus mit 16 Häuser und 127 Seelen. Die gräflich von Holnsteinsche Gutswaldungen Dachsberg, Haidweiher, Wechsel und Blankenholz gehörten auch dazu. Sie hatten 120 Morgen Äcker, 40 Morgen Wiesen, 60 Morgen Holz, 12 Weiher, 12 öde Gründe und Wege. Sie besaßen 3 Pferde, 40 Ochsen, 36 Kühe, 60 Rinder 70 Schafe und 25 Schweine.[15]
1811 gehörte zur Obmannschaft Schwarzenfeld: Schwarzenfeld, Pretzabruck, Zilchenricht, Traunricht, Asbach und Schwaig.[16]
Die Steuerdistrikte im Landgericht Nabburg wurden am 23. Juni 1818 gebildet. Zum Steuerdistrikt Pretzabruck gehörten: Pretzabruck mit 14 Anwesen, Zilchenricht mit 6 Anwesen, Traunricht mit 6 Anwesen, Asbach mit 5 Anwesen und Weiherhaus mit 1 Anwesen. [17] Zum Steuerdistrikt Schwarzenfeld gehörte Schwarzenfeld mit 102 Anwesen und Schwaig mit 2 Anwesen.[18]
Gemeindebildung
Zur Gemeinde Schwarzenfeld gehörte 1828 Schwarzenfeld mit 110 Wohngebäuden und 890 Einwohner und Schwaig mit 2 Wohngebäuden und 15 Einwohner. 1842 hatte die Landgemeinde Schwarzenfeld unter Landgerichtlicher Jurisdiktion 56 Familien mit 284 Seelen und unter patrimonialgerichtlicher Jurisdiktion 134 Familien mit 651 Seelen. 933 Einwohner waren katholisch und einer protestantisch. Schwarzenfeld war eine Pfarrdorf mit Filialen in Stulln und Wölsendorf. Die Schule wurde von 211 Werktags- und 232 Sonntagsschülern besucht.[19]
Zur Gemeinde Pretzabruck gehörte 1828: Asbach mit 7 Wohngebäuden und 59 Einwohner, Pretzabruck mit 10 Wohngebäuden und 64 Einwohner, Traunricht mit 6 Wohngebäuden und 37 Einwohner, Zilchenricht mit 5 Wohngebäuden und 37 Einwohner und Weiherhaus mit einem Wohngebäude. Weiherhaus wurde abgebrochen. 1842 waren alle Einwohner der Gemeinde Pretzabruck unter landgerichtlicher Jurisdiktion. Alle Bewohner waren katholisch und gehörten zur Pfarrei und Schule nach Schwarzenfeld.[20]
1964 gab es in Asbach 9 Wohngebäude mit 40 Einwohner, Holzhaus (Schwarzenfeld) 1 Haus mit 4 Einwohner, Pretzabruck 18 Wohngebäude mit 102 Einwohner, Traunricht 40 Wohngebäude mit 202 Einwohner und Zilchenricht mit 6 Wohngebäuden und 39 Einwohner.[21]
Schwarzenfeld gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Nabburg im Kurfürstentum Bayern. Die Grafen von Holnstein besaßen hier ein Landsassengut mit niederer Gerichtsbarkeit. Der Ort besaß jedoch auch das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1890 wurde Schwarzenfeld zum Markt erhoben.
Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Pretzabruck mit Zilchenricht und die Gemeinde Frotzersricht mit den Orten Buchtal, Deiselkühn, Irrenlohe, Kögl, Weiherhaus in den Markt Schwarzenfeld eingegliedert. Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Sonnenried aufgelöst und in die Gemeinde Schwarzenfeld eingegliedert. Rauberweiherhaus kam zur Gemeinde Wackersdorf. 1976 wurde der Gemeindeteilname „Weiherhaus“ aufgehoben.[22]
Seit 1974 gibt es die Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Stulln. 1978 tritt auch Schwarzach bei Nabburg der Verwaltungsgemeinschaft bei.
Gemeindegliederung
Die Marktgemeinde Schwarzenfeld hat 19 Gemeindeteile. Weiherhaus ist abgegangen. Gemeindeteile:
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Wüstungen:
- Weiherhaus, aus der ehemaligen Gemeinde Sonnenried
- Weiherhaus, aus der ehemaligen Gemeinde Frotzersricht
Historische Straßen
In Schwarzenfeld kreuzten sich die wichtigen Handelsstraßen von Regensburg nach Eger und von Nürnberg nach Prag. Die Fernstraße von Nürnberg nach Prag führte über Hiltersdorf durch Högling, Jeding, Wolfring, Knölling, Dürnsricht über Kögl nach Schwarzenfeld.
Brücke in Schwarzenfeld
Die Brücke in Schwarzenfeld gehörte 1513 dem Adelsgeschlecht der Plankenfelser in Schwarzenfeld, welche auch den Zoll einnahmen. Folgender Zoll wurde fällig:
- 4 Pfennig von einem geladen, dergleichen von einem leeren Wagen
- 2 Pfennig von einem Karren
- 7 1/2 Pfennig von einem Juden
- 1 Pfennig von einem Rind
- 1 Pfennig von 5 Schweinen
- 1 Pfennig von 10 Schafen
- 1 Pfennig von einem reisenden Kaufmann.
Die Herrschaft beschäftigte einen Zöllner, welcher den Zoll einsammelte und dem Landschreiber überantwortete. Als Sold erhielt der Zöllner 4 Pfund Pfennig., 8 Achtl Korn und 10 Fuder Holz.[23][24]
Sehenswürdigkeiten

- Mausoleum der Grafen von Holnstein
- Schloss Schwarzenfeld mit Schlosspark
- Ortskreuz
- Katholische Pfarrkirche St. Dionysius und Ägidius
- Dreifaltigkeitskirche mit Passionistenkloster auf dem Miesberg
Schlossbesitzer in Schwarzenfeld
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
| Hausnummer | Gebäude |
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Weblinks
- Schwarzenfeld In: Wikipedia
Literatur
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
Einzelnachweise
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 220
- ↑ Oswald Wilhelm, Chronik Schwarzenfeld, 1015 -1990
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 49. Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2009
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 328
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 328
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 329
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 92. Türkensteuer 1606. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2024
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 85. Herdstattbeschreibung 1721. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2021
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 329
- ↑ Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 89. Haupftbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2023
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 329
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 402
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 401
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 402
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 407
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 414
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 416
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 429
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 427
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 427
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 438
- ↑ StA München, Nabburger Geichtslit. 1
- ↑ Rita Scharl, Nabburger Untertanen im Jahre 1513 und 1634, Familienkundliche Beiträge, Heft 49, 2009, Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz
In Kögl:
In Irrenlohe: Fichtenhof | Forstweg | Hutweg | Kapellenweg | Luckerweg | Rosenweg
In Traunricht:
Ortsteile ohne Straßennamen: Ameisgrub | Asbach | Deiselkühn | Frotzersricht | Glöcklhof | Godlhof | Hohenirlach | Holzhaus | Ödhof | Pretzabruck | Raffach | Sonnenried | Schwaig | Zilchenricht
Ehemalige Straßennamen:
Wüstungen: Weiherhaus | Weiherhaus