Ehemalige Mühlen am Hüttenbach
Am Hüttenbach gab es einst 10 Mühlen. Es wird der Hüttenbach von der Quelle am Buchberg bis zur Mündung in die Naab bei Schwarzenfeld beschrieben. Am Nebenfluss des Hüttenbaches dem Grimmerbach gab es drei Mühlen, ab Trisching lautet der Name des Baches Schwärzerbach. Der Schwärzerbach mündet bei der Vierbruckmühle in den Hüttenbach.
Geographie
Der Hüttenbach ist 19,7 Kilometer lang. Er entspringt am Südwesthang des 667 Meter hohen Buchberges oberhalb von Mertenberg und Hainstetten und mündet in Schwarzenfeld in die Naab. Die Umgebung ist von vielen Fischweihern geprägt, die der Hüttenbach speist. Er trieb einst 7 Mühlen an, die Zißlmühle, Scharlmühle, Rödlmühle, Inzendorfermühle, Kadermühle, Vierbruckmühle und die Säulnhofer Mühle. In alten Karten wird der Hüttenbach ab Grafenricht auch Grafenbach genannt. Am Grimmerbach einen Zufluß des Hüttenbachs lagen 3 Mühlen. Der Grimmerbach entspringt in einem kleinen Hochtal bei Schleißdorf östlich von Freudenberg und mündet bei der Vierbruckmühle als Schwärzerbach in den Hüttenbach.
Entstehung der Mühlen
Aus der Zeit um 100 v. Chr. gibt es die erste Beschreibung einer Wassermühle. Viele Jahrtausende lang hatte man sich zum Getreidemahlen der menschlichen Muskelkraft bedient, bis im letzten Jahrhundert vor Christus.
Das alte Mahlverfahren
Die Einrichtung einer alten Mühle mutet nach heutigen Maßstäben recht einfach an. Handwerkliches Können und technischer Hausverstand befähigten jedoch die Müller, mit den verfügbaren Hilfsmitteln eine gediegene Arbeit zu leisten, die gar nicht so einfach war.
Wasserräder
Die Bauweise eines Wasserrades hängt von der zur Verfügung stehenden Wassermenge und vom Gefälle ab. Man unterscheidet oberschlächtige, mittelschlächtige und unterschlächtige Wasserräder. Beim oberschlächtigen Rad fließt das in einer meinst hölzernen Rinne zugeführte Wasser von oben her auf das Rad. Es wird immer dort verwendet, wo wenig Wasser, aber ein großes Gefälle vorhanden ist. Beim unterschlächtigen Wasserrad trifft das Wasser das Rad an seiner tiefsten Stelle. Das Rad hängt entweder frei im unbegrenzten Wasser oder es wird von Gerinnen eingeschlossen; der Kraftantrieb beruht auf der Stoßkraft des fließenden Wassers. In der Regel hatten solche Mühlräder einen Durchmesser von 5 m und eine Breite von 0,7 bis 1,5 m.[1][2]
Mühlsteine
Das Material, aus welchem die Mahlsteine gehauen wurden, soll bei gewisser Festigkeit und großer Härte ein körniges Gefüge mit natürlichen Schnittkanten und Ecken besitzen, sich leicht bearbeiten lassen, ohne spröde zu sein. Die Steine sollen beim Gebrauch die rechte Mahlfähigkeit möglichst lange behalten, nicht leicht stumpf werden und sich nicht merklich abnutzen, um das Mahlgut nicht durch Steinpulver zu verunreinigen.[3][4]
Flurbereinigung und Hüttenbachregulierung
Die Flurbereinigung im Stullner Gemeindebereich wurde schon sehr früh aufgegriffen. Bachregulierung und Flurbereinigung standen im engen Zusammenhang. Eine planmäßige Flurbereinigung war erst durch die Regulierung des Hüttenbaches möglich. Auf den alten Karten sieht man sehr gut wie einst der Bachlauf war. 1932 – 1934 wurde ein Teil des Hüttenbaches reguliert. Ab 1938 wurde der Hüttenbach von der Mündung in die Naab bei Schwarzenfeld 600 Meter reguliert. Während des 2. Weltkrieges waren auch französische Kriegsgefangene bei der Regulierung eingesetzt. 1953 begann der nächste Abschnitt bis nach Grafenricht. Von 1961 – 1964 wurde der vierte Abschnitt des Hüttenbaches ab der Vierbruckmühle bereinigt. Der Hüttenbach wurde um 2015 in einem kleinen Teilstück bei Säulnhof neben dem Anwesen der Familie Dirrigl renaturiert.
Mühlen am Hüttenbach
Mühlen am Grimmerbach
Weblinks
- Rosi Mühlendatenbank
- Bay. Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.
- Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Erhaltung
- Mühlendatenbank
Literatur
- “Alte Mühlen“ von Helmut Dollhopf und Herbert Liedel, Würzburg, 1996
- “Die Mühle“ von Richard Dertsch in „Deutsche Gaue“, Kaufbeuren, 1924