Wiefelsdorf
| Wiefelsdorf | |
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Wiefelsdorf ist ein Ortsteil der Stadt Schwandorf im Landkreis Schwandorf.
Lage
Wiefelsdorf liegt südlich der Stadt Schwandorf an der Naab.

Historische Schreibweisen
1160 Wibestorf, 1183 Wiblesdorf, 1225 Wibilsdorf, 1256 Bibelsdorf, 1391 Wybelsdorf, 1398 Wiffelsdorf, 1404 Wibelsdorff, 1580 Wifflstorf, 1707 Wiffelsdorfiana[1]
Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Siedlung des Wibil ab.[2]
Geschichte
Wiefelsdorf wird 1160 erstmals genannt in einer Urkunde als der Pfarrer „Gottscalcus de Wibestorf als Zeuge erscheint.[3] Am 30. April 1183 wird Wiefelsdorf laut päpstlicher Urkunde in besonderen Schutz des Papstes genommen.[4] 1183 kommt die Pfarrei Wiefelsdorf mit dem Landgut und allen Zugehörungen zum Domkapitel Regensburg.
1419 überfielen die Hussiten Wiefelsdorf und die umliegenden Dörfer. Die Bewohner flüchteten nach Schwandorf und suchten innerhalb der Stadtmauern Schutz.
1647 war das ganze Dorf öde durch die Auswirkungen des 30jährigen Krieges, als die durchziehenden schwedischen Soldaten mordeten, schändeten und plünderten und den ganzen Landstrich verwüsteten.[5]
Am 1. April 1970 schloss sich die Gemeinde Wiefelsdorf mit Altenried, Neuried, Strießendorf und Wöllmannsbach der Gemeinde Naabeck an. Am 1. Mai 1978 wurden sie zur Stadt Schwandorf eingemeindet.
Sehenswürdigkeit
Pfarrkirche St. Peter und Paul
Die denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Peter und Paul ist im Kern romanisch. Um 1445 wurde das Langhaus der Saalkirche von 1230-40 grundlegend erneuert und ein Kirchturm an der Südwand des Langhauses errichtet. In der Westwand sind zwei romanische Rundbogenfensterchen. Die Sakristei ist an die Nordseite der Kirche angebaut. In die Kirche führen drei Türen. Die Kirche hat einen prunkvollen Hochaltar mit acht Säulen. Er ist eine Arbeit des Frührokoko um 1748. In der Mitte des Altares befindet sich eine spätgotische Holzfigur der heiligen Maria mit dem Kinde aus dem Jahr 1470. Sie trägt eine Weltkugel und ein Zepter nach dem das Jesuskind seine Hand ausstreckt. Die Köpfe sind mit Metallkronen geschmückt, die durch zwei Schlitze nach vorne geöffnet und mit farbigen Steinen verziert sind. Das Gesicht der Madonna zeigt einen lieblichen, nachdenklichen Gesichtsausdruck.
Der erste Kirchenpatron dürfte der Hl. Johannes gewesen sein. 1378 ist von der Kirche des Hl. Peter die Rede. Danach wird von der Kirche St. Peter und Paul gesprochen.
Das Kirchendach brach 1661 zusammen, nachdem es schon viele Jahre baufällig war und die Ortsbewohner schon lange die Kirche in Schwandorf besuchen mussten, weil niemand mehr in die Kirche in Wiefelsdorf ging aus Angst sie könnte über ihnen zusammenbrechen. 1689 wurde die Kirche St. Peter und Paul die Kirche wieder eingeweiht.
1733 wurden neue Fenster ausgebrochen und die Kirche mit 450 weißen Pflastersteinen aus Painten gepflastert. Durch den 1747-48 erfolgten der Anbau des Querschiffs und des dreiseitig geschlossenen Chors im Osten wurde die Saalkirche zur Kreuzkirche erweitert. 1878 wurde die Kirche erneut erweitert. Es wurden immer wieder Reparaturen notwendig. 1908 wurde eine neue Orgel angeschafft. 1911 erhielt die Kirche eine neue Turmuhr.
Pfarrhof in Wiefelsdorf

Es ist ein zweigeschossiger Bau mit Walmdachbau mit östlichem Anbau. Im Kern stammt es aus dem 16. Jahrhundert, mit Umbauten im 18. und 20. Jahrhundert. Südlich davon war das Stallgebäude ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Frackdach und Holzlaube im Kern 17. Jahrhundert. Der Stadel ist ein erdgeschossiges verputztes Bruchsteinmauerwerk mit Satteldach, wohl aus dem 18. Jahrhundert. Rückwärtig findet sich eine Hofmauer mit stickbogigem Eingangsportal.[6]
Gebäude/Einrichtungen/Firmen
| Hausnummer | Gebäude |
|---|---|
| 1 | Brauereigasthof Plank |
| 1a | Feuerwehr Wiefelsdorf |
| 7 | Pfarrhof in Wiefelsdorf |
| 8 | Pfarrkirche St. Peter und Paul |
| 13 | Geburtshaus von Hans Benl, Verfasser der Chronik: Die Pfarrei Wiefelsdorf in der Gegenwart und Vergangenheit, 1911; wurde abgebrochen, lag unterhalb des Pfarrhofes |
Persönlichkeiten aus Wiefelsdorf
- Johannes Hans Benl, geb. 29. Mai 1842 in Wiefelsdorf Nr. 13, Sohn des Lehrers zu Wiefelsdorf Johann Baptist Benl und Maria Anna Schuierer; Lehrer in Regensburg, Verfasser der Chronik: Die Pfarrei Wiefelsdorf in der Gegenwart und Vergangenheit, 1911
- Joseph Michael Benl, Lehrerssohn aus Wiefelsdorf Nr. 13, geb. am 17. Dezember 1843, Sohn des Lehrers zu Wiefelsdorf Johann Baptist Benl und Maria Anna Schuierer; ab 1879 Missionspriester in Stockholm.
Weblinks
Wiefelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
Wiefelsdorf In: Bavarikon
Literatur
Hans Benl, Die Pfarrei Wiefelsdorf in der Gegenwart und Vergangenheit, 1911
Einzelnachweise
- ↑ Wiefelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Wiefelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Conradi Pataviensis Episcpi donatio decimarum ad parochialem ecclesiam in Hochelingen, sitam in fundo Praefecti Ratisbonensis. Ried I., S. 232
- ↑ Thomas Ried, Codex Chronologico-Diplomaticus Episcopatus Ratisbonensis I., S. 260
- ↑ Wiefelsdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Liste der Baudenkmäler in Schwandorf
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