Steinberg am See
| Steinberg am See | |
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Steinberg am See (2012) | |
Wappen von Steinberg am See | |
| Homepage: | www.gemeinde-steinberg.com |
| Höhe über dem Meeresspiegel: | 372 m |
| Ortsvorwahl: | 09431 |
Steinberg am See ist eine Gemeinde im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern. Den Namenszusatz am See führt die Gemeinde seit dem 31. März 2006.[1]
Geographie
Steinberg am See liegt im Oberpfälzer Seenland 10 Kilometer östlich von Schwandorf und 5 Kilometer südöstlich von Wackersdorf.
Historische Schreibweisen
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Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Siedlung am Berg mit steiniger Bodenbeschaffenheit ab.[2]
Nachbargemeinden
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Gemeindegliederung
Die Gemeinde Steinberg am See besteht aus sechs Gemeindeteilen:
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Geschichte
Am 5. März 1185 wird Steinberg erstmals in einer Urkunde des Papstes Lucius III. im Kloster Waldsassen als „Stinberch“ genannt. Die Pfarrei Steinberg wird 1286 im Dekanat Schwandorf genannt. 1315 überließ Eiban von Peilstein seinem Bruder Friedrich, Pfarrer von Schwarzhofen, die Lehen zu Kronstetten und Steinberg als Eigentum.[3] 1358 erscheint Steinberg in den Urkunden des Klosters Waldsassen als „zv Stainperg“. 1381 wird der Ort in den Urkunden des Klosters Schönthal als „zu Staynberch“ genannt und erscheint 1526 in den Visitationsprotokollen als „Stainperg“.[4]
1417 übernahm das Gut Steinberg und den Pernhartshof (Pennhof) Hans Satzenhofer.[5] Am 9. Mai 1462 überlassen Friedrich und Barbara Vogeller zu Schwandorf dem Spital zu Schwandorf den Zehenten in den drei Oder, Heselbach, Steinberg, Holzheim, Wackersdorf und Brückelsdorf, sowie stiftungsweise die Gerechtigkeit an der Niedermühle zu Schwandorf.[6]
1559 zinsten zur Pfarrei Schwandorf die Orte Kronstetten, Steinberg, Brückelsdorf, Oder, Holzheim Wackersdorf und Grafenricht.[7]
1607 verkauft Friedrich von Scholley die Besitzungen zu Steinberg um 7500 Gulden an Veit Philipp Holzschuher.[8]
1691 gab es 12 Häuser in Steinberg, 3 davon waren durch die Folgen des 30jährigen Krieges noch öd.[9]
1788 befindet sich in Steinberg laut Amtsbeschreibung ein Schloss mit einer Filialkirche der Pfarrei Wackersdorf und ein Benefizium, welches Freiherr Wilhelm von Reisach stiftete. Er hatte 26 Untertanen und 27 herrschaftliche Weiher.[10]
Am 26. Januar 1801 schreibt das Berggericht zu Bodenwöhr öffentlich aus, dass zu Wackersdorf ein bedeutender Vorrat an Steinkohle gefunden und zur Abnahme bereit läge.[11]
1825 wurde eine eigene Schule errichtet. 1840 gab es 39 Häuser, mit einem Wirt, Schuster, Bäcker, Schneider, Müller, Bader, Maurer, Kirmzäuner und Kramer.[12]
Gemeindebildung
1818 wurde Steinberg eine eigene Gemeinde. Das Kirchdorf mit Schloss hatte 765 Einwohner in 94 Wohngebäuden. Die Filiale Steinberg gehörte zur Pfarrei Wackersdorf. Die Kinder gingen in Steinberg zur Schule. Am 1. Juli 1961 wurde die Gemeinde Oder in die Gemeinde Steinberg eingegliedert. Der Ortsteil Heselbach wurde nach Wackersdorf eingegliedert. Seit 1. Mai 1978 besteht eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Wackersdorf. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Wackersdorf.
Hofmark Steinberg
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Granitabbau
Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde Granit bei Steinberg abgebaut. Die Granitblöcke wurden zu Pflastersteinen zerkleinert und u.a. im Steinberger Friedhof verarbeitet.
Braunkoheabbau
Im Oberpfälzer Braunkohlerevier wurde im 19. und 20. Jahrhundert vorwiegend im Tagebau Braunkohle gefördert. Der Schneidermeister Andreas Schuster aus Wackersdorf stieß bei Grabungsarbeiten für einen Brunnen um 1800 auf Braunkohle. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Braunkohle im Tagebau abgebaut. Nach dem Ende des Braunkohleabbaus Mitte 1980 wurden die Gruben im Lauf mehrerer Jahre geflutet. Dadurch entstand der Steinberger See und der Knappensee.
Politik
Bürgermeister der Gemeinde Steinberg am See
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Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1840 | 1871 | 1925 | 1946 | 1970 | 1987 | 2022 |
| Einwohner | 190 | 248 | 452 | 770 | 1100 | 1202 | 1948 |
Wappen
Der Gemeinderat Steinberg beschloss am 29. September 1967 die Annahme eines Wappens. Es wurde vom Heraldiker Max Reinhart in Passau ausgeführt. Das Staatsministerium des Innern erteilte unterm 8. Januar 1968 seine Zustimmung zur Annahme eines Wappens und Führung einer Fahne. Die Fahne zeigt drei Streifen in der Farbenfolge Weiß-Blau-Gelb; sie kann auch mit dem Gemeindewappen geführt werden. Das Wappen in seiner jetzigen Form wurde vom Grafiker Stefan Josef Bittl gestaltet.
Neben dem traditionellen Wappen hat die Gemeinde seit Anfang 2016 ein Logo und Schriftzug im eigenen Corporate Design.
Blasonierung
In Blau über erhöhtem goldenen Dreiberg, darin schräg gekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzes Eisen, schwebend ein silberner Adler mit grünem Zweig im Schnabel.
Begründung
Das Gemeindewappen stellt die Geschichte durch die Wiedergabe des Reisachschen Wappenführer (Adler mit Zweig im Schnabel) sinnbildlich dar, weist durch den Dreiberg auf den Ortsnamen hin und gedenkt der Rolle des Bergbaues durch das Bergmannszeichen Schlägel und Eisen. Hätte es die Bergbauindustrie nicht gegeben, wären wahrscheinlich Pflugschar und Fischnetz die besseren Symbole der Steinberger Entwicklung zwischen 1200 und 1900 gewesen.
Sehenswürdigkeiten
- Steinberger See
- Geotop 99
- Kirche St. Wendelin
- Braunkohle- und Heimatmuseum[14][15]
Natur
- Naturschutzgebiet Charlottenhofer Weihergebiet
Verkehr
- Straße
Über die Abfahrt Schwandorf Süd der Bundesautobahn A93 besteht über die Kreisstraße SAD2 und die Staatsstraße 2145 Anbindung an das Autobahnnetz. Sowohl der Steinberger See als auch der Ort sind so gut zu erreichen. Nördlich der Gemeinde führt die Bundesstraße 85 von Schwandorf nach Cham.
Tourismus
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Verschiedene Exponate vor dem Heimat- und Braunkohlemuseum
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Förderbandgerüst der Bayerischen Braunkohlen Industrie AG vor dem Museum
Persönlichkeiten
- Frater Emmeran Kiener (* 07.09.1860 in Steinberg-+ 27.01.1921 in Gremsdorf]
- Pater Josef Weiß (*29.09.1885 in Steinberg-+ 28.09.1939 in China)
Ehrenbürger
- Dr. Dr. Wolfhart Scharf, Ingenieur, (* 1907-+ 13.11.1980)
- Michael Gschwendtner, Pfarrer (* 03.12.1919-+ 30.06.1985)
Historische Straßen
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6638 Schwandorf/Historische Karten
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6639 Wackersdorf/Historische Karten
- Altstraßen im Bereich der TK 25 6739 Bruck i.d. OPf./Gesamt
Hausnamen und Häusernamen
Bei den Anwesen ist der Hausname und Häusername angegeben, der im Kataster um 1840 niedergeschrieben wurde.
| Hausnummer | Hausnamen | Häusernamen | |
|---|---|---|---|
| 1 | “Beim Schlossschneider“ | “das ehemalige Hofmarksschloss“ | |
| 2 | “das herrschaftliche Benefiziatenhaus“ | ||
| 3 | “Beim Grafen“ | “das Räubergut“ | |
| 4 | “Beim Simon“ | “das Presterhäusl“ | |
| 5 | “Beim Bäcken“ | “das Bäckergütl“ | |
| 6 | “Beim Müller“ | “das Mühlgütl“ | Steinberger Mühle |
| 7 | “Beim Wirt“ | “das Wirtsgütl“ | |
| 8 | “Beim Mulzer“ | “das Bachgoberlgütl“ | |
| 9 | “Beim Hochmuth“ | “das Hochmuthenhaus“ | |
| 10 | “Beim Gaßner“ | “das Gaßnergütl“ | |
| 11 | “Beim Pichler“ | “das ehemalige Schneiderhäusl“ | |
| 12 | “Beim Kirmzäuner“ | “das Kirmzäunergütl“ | |
| 13 | “Beim Jakl“ | “das Jaklgütl“ | |
| 14 | “Beim Trummet“ | “das Trummetgütl“ | |
| 15 | “Beim Wenzel“ | “das Stützensöldengütl“ | |
| 16 | “Beim Pfannholz“ | “das Pfannholzgütl“ | |
| 17 | “Beim Glosen“ | “das Glosengütl“ | |
| 18 | “Beim Heindl“ | “das Gidi-Heindl-Gütl“ | |
| 19 | “Beim Karl“ | “das Maurergütl“ | |
| 20 | “Beim Deßl“ | “das Deßlgütl“ | |
| 21 | “Beim Schuster“ | “das Schustergütl“ | |
| 22 | “Beim Schmied“ | “das Schmiedgütl“ | |
| 23 | “Beim Oechsner“ | “das Zimmermannshaus“ | |
| 24 | “Beim Eichinger“ | “das Bäckengützl“ | |
| 25 | “Beim Ippisch“ | “das Roglhaus“ | |
| 26 | “Beim Kreil“ | “das Weiherschneiderhaus“ | |
| 27 | “Beim Roidl“ | “das Kundelhaus“ | |
| 28 | “Beim Bader“ | “das Gütl“ | |
| 29 | “Beim Kramer“ | “das Kramerhaus“ | |
| 30 | “Beim Heibl“ | “das Prestergütl“ | |
| 31 | “Beim Schrott“ | “das Petersöldnergütl“ | |
| 32 | “Beim Blanken“ | “das Hausergütl“ | |
| 33 | “Beim Bauer“ | “das Stützensöldengut“ | |
| 34 | “Beim Anderl“ | “die hintere Schlosswohnung“ | |
| 35 | “Beim Anderlschuster“ | ||
| 36 | “Beim Taglöhner“ | ||
| 37 | “Beim Gleißl“ | ||
| 38 | Hirtenhaus | ||
| 39 | Kirche St. Martin |
Weblinks
Commons: Steinberg am See – Sammlung von Bildern
- Steinberg am See In: BayernAtlas
- Steinberg am See In: Bavarikon, Ortsdatenbank
- Steinberg am See In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
- Topographischer Atlas vom Königreiche Baiern, Blatt: 42, Burglengenfeld, ca. 1830-1840
- 196 Karten In: Bayerische Landesbibliothek Online
- Monumenta Boica, 1852 In: Google Play
- Website der Gemeinden Wackersdorf und Steinberg am See
Literatur
- Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 96. Kastenamt Burglengenfeld mit Amt Kallmünz und Amt Hainsacker. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, P&P Printmanagement, Trabelsdorf, 2025
- Chronik und Topographie von Schwandorf Pesserl, Joseph, 1866
- Chronik der Oberpfalz, Chronik von Schwandorf Hubmann, 1865
- Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974
- Willy Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Meiller’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2
- Jakob Scharf: Steinberg (Buch). Geschichte und Geschichten – eine Chronik. Hrsg.: Jakob Scharf, Gietl, Regenstauf, Steinberg 1997
Einzelnachweise
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2006
- ↑ Steinberg am See In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Willy Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Meiller’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2, S. 115
- ↑ Steinberg am See In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 502-503
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 19
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 23
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 502-503
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 30
- ↑ Carl August Boehaimb, Die Besitzer von 51 ehemaligen Pfalzneuburgischen Hofmarken im kgl. Regierungsbezirk von Oberpfalz und Regensburg
- ↑ Chronik der Oberpfalz, Chronik von Schwandorf Hubmann, 1865
- ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 504
- ↑ Willy Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Meiller’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2, S. 115
- ↑ Heimat- und Braunkohlemuseum Steinberg am See auf oberpfaelzer-seenland.de
- ↑ Heimat- und Braunkohlemuseum Steinberg am See auf der Webpräsenz der Verwaltungsgemeinschaft Wackersdorf
Straßennamen in Steinberg am See:
Ahornstraße | Akazienweg | Am Bauhof | Am Berghaus | Am Brünnerl | Am Loiblweiher | Am Retzer Schübl | Am Schreckerbach | Am Steinberger See | Bachstraße | Bergstraße | Bergmannstraße | Birkenstraße | Blumenstraße | Buchenstraße | Eichenstraße | Erlenstraße | Fischbacher Straße | Fliederweg | Flurstraße | Föhrenstraße | Gartenstraße | Ginsterweg | Glück-Auf-Straße | Graf-von-Reisach-Straße | Heidestraße | Herbststraße | Hirmerleiten | Höhenstraße | Hochruckäcker | Holunderweg | Holzheimer Weg | Kanalstraße | Kastanienweg | Kirchengasse | Lindenstraße | Moosstraße | Mühlweg | Nittenauer Straße | Pfaffenberg | Pfarrer-Geschwendtner-Straße | Reutinger Weg | Richterstraße | Sandstraße | Schloßgasse | Schloßstraße | Seestraße | Siedlerstraße | Sportplatzstraße | Sommerstraße | Steinbruchstraße | Tannenstraße | Wacholderweg | Waldheimerstraße | Waldstraße | Weiherstraße | Weilhammerstraße | Wiesenstraße
In Oder: In der Oder
Ortsteile ohne Straßennamen: Haid | Hirmerhaus | Spitalhaus | Waldheim
Ehemalige Straßennamen:
Wüstungen: Holzheim bei Oder | Jobsthof | Oberoder | Mitteroder | Unteroder