Wackersdorf

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Koordinaten: 49° 18' 46.19" N, 12° 10' 45.59" E

Wackersdorf
Wackersdorf 2013 im Vordergrund Alberndorf
PLZ/Ort:92442 Wackersdorf
Die Daten aus dieser Infobox stammen aus OpenStreetMap. Die Daten sind unter einer offenen Lizenz frei verwendbar und wurden letztmals abgerufen am .
Wahrscheinlich fehlt die Wikidata-Verknüpfung: Q583351 (Wackersdorf)

Wackerdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern.

Geographie

Wackersdorf liegt östlich von Schwandorf an der Bundesstraße 85 neben der Autobahn A 93.

Historische Schreibweisen

  • 1110 Withartesdorf
  • 1140 Watratestorf
  • 1160 Wichardstorf
  • 1503 Wägkersdorff
  • 1580 Wägkhersstorff
  • 1650 Wäckherstorff
  • 1749 Wackherstorff

Namensdeutung

Das Grundwort für den Ortsnamen ist „dorf“ für Hof, Gehöft, Dorf. Das Bestimmungswort ist der ahd. Personenname Wighart. Es ist eine Siedlung des Wighart.[1]

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Wackersdorf besteht aus neun Gemeindeteilen:

Geschichte

Um 1110 erscheint Wackersdorf in den Urkunden des Kloster Prüfening. Um 1160 wird in den Klosterurkunden Ensdorf ein „Uto de Wichardstorf“ genannt.[2] 1503 werden zu „Wägkerdorff“ 13 Männer gemustert.[3] 1550 gab es 8 Höfe und zwei Sölden.[4]

1580 wird Wackersdorf mit 10 Anwesen erwähnt. 1606 gab es 17 Anwesen.[5] 1650 werden im Kastenamt Burglengenfeld unter Wackersdorf 14 Anwesen genannt und 1749 werden ebenso 14 Anwesen genannt.[6] 1728 gab es in Wackersdorf 20 Anwesen, mit einem Wirt, einem Schuster, einem Hufschmied und ein Hirtenhaus.[7] 1767 brannten fünf Häuser und das Wirtshaus im hinteren Dorf ab. 1776 wurden 13 Anwesen im oberen Dorf ein Raub der Flammen.[8]

Am 26. Januar 1801 schreibt das Berggericht zu Bodenwöhr öffentlich aus, dass zu Wackersdorf ein bedeutender Vorrat an Steinkohlen gefunden und zur Abnahme bereit läge.[9]

1845 gab es 23 Häuser und 115 Einwohner. Es gab einen Lehrer, einen Pfarrer, einen Schmied, zwei Schneidermeister, drei Leinenweber, einen Schuhmacher, einen Krämer, einen Wirt, zehn Bauern, einen Leerhäusler und einen Viehhirten.[10]

Bei der Volkszählung im Jahre 1900 hatte Wackersdorf 1092 Einwohner in 122 Wohngebäuden. Die Schüler besuchten die Schule in Wackersdorf. Wackersdorf hatte eine eigene Kirche, die bereits 1217 erwähnt wurde.[11] In den Jahren 1950-1952 wurden die 1200 Bewohner von Brückelsdorf und Alt-Wackersdorf aufgrund des Braunkohleabbaus umgesiedelt. Am 6. Juli 1952 beging das neue Wackersdorf sein Einweihungsfest mit der Konsekration der neuen Pfarrkirche St. Stephanus.

Gemeindebildung

1818 wurde die Gemeinde Wackersdorf gebildet, mit 24 Familien in Wackersdorf und 16 Familien in Grafenricht. Am 16. März 1830 wurde Brückelsdorf in die Gemeinde Wackersdorf eingegliedert. 1840 gehörte zur Gemeinde Wackersdorf mit 25 Häusern, Grafenricht mit 16 Häusern und Brückelsdorf mit 12 Häusern. 1961 wurde Heselbach nach Wackersdorf eingegliedert und 1972 kam Alberndorf mit Imstetten dazu. 1978 wurde Rauberweiherhaus aus der Gemeinde Sonnenried und Meldau und Mappenberg aus der Gemeinde Altenschwand in die Gemeinde Wackersdorf eingegliedert.[12] Seit 1978 bildet die Gemeinde Wackersdorf mit der Gemeinde Steinberg am See eine Verwaltungsgemeinschaft. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Wackersdorf.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1840 1871 1925 1950 1970 1987 2018
Einwohner 321 172 1092 1904 3278 2810 5265

Bürgermeister der Gemeinde Wackersdorf

  • 1870-1876 Georg Dotzler, Brückelsdorf
  • 1876-1882 Andreas Straßer, Wackersdorf
  • 1882-1889 Andreas Schuster, Wackersdorf
  • 1889-1913 Josef Obermeier, Wackersdorf
  • 1914-1919 Peter Standecker, Wackersdorf
  • 1919-1923 Jossef Buckenleib, Wackersdorf
  • 1923-1924 Johann Dobler, Wackersdorf
  • 1924-1927 Karl Weber, Wackersdorf
  • 1927-1933 Ludwig Fader, Wackersdorf
  • 1933-1933 Josef Gruber, Grafenricht
  • 1933-1945 Otto Raab, Wackersdorf
  • 1945-1945 Ludwig Faderl, Wackersdorf
  • 1946-1946 Ludwig Simbeck, Wackersdorf
  • 1967-1993 Josef Ebner, Wackersdorf
  • 1993-2011 Alfred Jäger, Wackersdorf
  • seit 2011 Thomas Falter, Wackersdorf

Bergbau in Wackersdorf

Im Oberpfälzer Braunkohlerevier wurde im 19. und 20. Jahrhundert vorwiegend im Tagebau Braunkohle gefördert. Der Schneidermeister Andreas Schuster stieß bei Grabungsarbeiten für einen Brunnen um 1800 auf Braunkohle. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Braunkohle im Tagebau abgebaut.

Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf

Die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf sollte für abgebrannte Brennstäbe aus Kernreaktoren in Deutschland aufgebaut werden. 1985 begann der Bau und wurde 1989 nach massiven Protesten aus der Bevölkerung eingestellt.

Sehenswürdigkeiten

  • Heimat- und Industriemuseum Wackersdorf
  • Geotop 99

Natur

  • Naturschutzgebiet Charlottenhofer Weihergebiet

Tourismus

  • Oberpfälzer Seenland mit Murner See und Brückelsee
  • Erlebnispark Wasser-Fisch-Natur
  • Vier-Seen-Radweg/Wanderweg
  • Murner See-Rundweg (Rad/Wandern)
  • Knappensee-Rundweg (Wandern)
  • Museums-Lehrpfad Wackersdorf-Steinberg am See
  • Gokartbahn: ProKart Raceland

Persönlichkeiten

Historische Straßen

Gebäude/Einrichtungen/Firmen

Hausnummer Gebäude

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Wackersdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
  2. Wackersdorf In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  3. Wackersdorf: Das Werden einer modernen Industriegemeinde. S. 84
  4. Wily Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2, S. 118
  5. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 96. Kastenamt Burglengenfeld mit Amt Kallmünz und Amt Hainsacker. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2025
  6. Rita Maria Scharl: Familienkundliche Beiträge, Heft 96. Kastenamt Burglengenfeld mit Amt Kallmünz und Amt Hainsacker. Hrsg.: Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz, 2025
  7. Wackersdorf: Das Werden einer modernen Industriegemeinde. S. 119
  8. Wily Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2, S. 118
  9. Chronik der Oberpfalz, Chronik von Schwandorf Hubmann, 1865
  10. Wily Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2, S. 118
  11. Wackersdorf: Das Werden einer modernen Industriegemeinde. S. 41
  12. Wackersdorf: Das Werden einer modernen Industriegemeinde. S. 135, 137
Straßennamen in Wackersdorf

Bahnhofstraße | Brückelsdorfer Straße | Glockenbrunnenweg | Grafenrichter Straße | Hauptstraße | Marktplatz

In Alberndorf: In Grafenricht: In Heselbach: In Irlach: In Meldau: In Rauberweiherhaus:

Ortsteile ohne Straßennamen: Mappenberg Imstetten

Ehemalige Straßennamen:

Wüstungen: Brückelsdorf | Alt-Wackersdorf