Oder (Steinberg am See)

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Oder (Steinberg am See)
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Oder ist ein Ortsteil der Gemeinde Steinberg am See im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz in Bayern.

Geographie

Oder liegt am Steinberger See. Der Steinberger See entstand Mitte 1980 nach dem Abbau von Braunkohle in diesem Gebiet.

Historische Schreibweisen

  • 1231 Ode
  • 1271 in der Oder
  • 1285 Oder
  • 1326 Oder
  • 1422 in der Oder
  • 1539 zur Oderß
  • 1599 in der vndern Oder
  • 1649 in der vndern Oder
  • 1724 in der unter Oder
  • 1782 Oder
  • 1820 Unter Oder

Namensdeutung

Der Ortsname leitet sich vermutlich von einer Siedlung bei einer Wasserader ab.[1]

Geschichte

Oder wird 1231-1234 im herzoglichen Urbar im Amt Schwandorf genannt. Die Bauern mussten jährlich 50 Pfennig Zins abführen. 1270 zinsten drei Höfe an das Kastenamt Lengenfeld. Der Ort erscheint in den alten Urkunden als „in der Oder“. 1280 erscheint Oder in den Urkunden der Abtei Prüfening.[2]

Nach Urkunden des Klosters Ensdorf hatte Winhart Sinzenhofer von Lengenfeld 1343 Besitzungen in der Oder. Er vermachte dem Kloster Ensdorf den Zins von einem Pfund Regensburger Pfennig aus einem Gut in der Oder, welches der Bauer Rudolf bewirtschaftete. 1502 und 1506 gab es Erbrechtübergaben. Kloster Ensdorf hatte 1546 noch Besitzungen in der Oder.[3][4]

Hans Thanhauser, Pfleger zu Schwarzenberg verkauft im 15. Jahrhundert sein Zehent aus den drei Odern, Ober-, Mitter- und Unteroder, Haselbach, Steinberg, Holzheim, Wackersdorf und Brückelsdorf an Hans Vogler. Am 9. Mai 1462 überlassen Friedrich und Barbara Vogeller zu Schwandorf dem Spital zu Schwandorf den Zehenten in den drei Oder, Heselbach, Steinberg, Holzheim, Wackersdorf und Brückelsdorf, sowie stiftungsweise die Gerechtigkeit an der Niedermühle zu Schwandorf.[5] 1467 bestätigt das Domkapitel zu Regensburg diese Schenkung, indem es die Lehenschaft des Spitales über diese Güter anerkennt.[6][7] 1491 erhielt der Pfarrer zu Wackersdorf Zinsen aus einem Hof in der mittleren Oder.[8]

1503 wurden in den Musterungslisten die Bauern Ulrich Rötzer, Michl Paur, Ul Obermair, Hennsl Smid, Michel Smid, Michl Fendl, Obermeier, Ul Schmid, Niclas Welzl und Anderl Strollyer genannt.[9]

1559 zinsten zur Pfarrei Schwandorf die Orte Kronstetten, Steinberg, Brückelsdorf, Oder, Holzheim, Wackersdorf und Grafenricht.[10]

1691 gab es in Ober- und Unteroder 9 Häuser.[11]

1808 gab es in Oder 60 Einwohner in 13 Häuser. 1913 waren es 14 Häuser und 110 Einwohner und 1925 109 Einwohner. 1859 stiftete Peter Retzer, lediger Bauerssohn zu Oder 1000 Gulden zur Erweiterung der Pfarrkirche in Wackersdorf.[12]

Gemeindebildung

Zur Gemeinde Oder gehörten die Orte Oder mit 124 Einwohner und 16 Wohngebäude, Heselbach 150 Einwohner und 13 Wohngebäude, Holzheim bei Oder 77 Einwohner und 11 Wohngebäude, Hirmerhaus 26 Einwohner und 3 Wohngebäude, Waldheim 49 Einwohner und 6 Wohngebäude, Haid 11 Einwohner und 2 Wohngebäude, Jobsthof 7 Einwohner und 1 Wohngebäude und Spitalhaus 11 Einwohner mit 1 Wohngebäude.

Am 1. Juli 1961 wurde die Gemeinde Oder in die Gemeinde Steinberg eingegliedert. Der Ortsteil Heselbach wurde nach Wackersdorf eingegliedert.[13][14]

Seit 1978 bildet die Gemeinde Wackersdorf mit der Gemeinde Steinberg am See eine Verwaltungsgemeinschaft. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Wackersdorf.

Bürgermeister der Gemeinde Oder

  • 1893-1911 Georg Winter
  • 1911-1925 Georg Haller
  • 1925-1933 Wolfgang Kiendl
  • 1933-1936 Johann Woppmann
  • 1936-1942 Georg Schmid
  • 1945-1946 Josef Mauerer
  • 1947-1954 Georg Winter
  • 1954-1961 Leonhard Woppmann

Braunkoheabbau

Im Oberpfälzer Braunkohlerevier wurde im 19. und 20. Jahrhundert vorwiegend im Tagebau Braunkohle gefördert. Der Schneidermeister Andreas Schuster aus Wackersdorf stieß bei Grabungsarbeiten für einen Brunnen um 1800 auf Braunkohle. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Braunkohle im Tagebau abgebaut. Nach dem Ende des Braunkohleabbaus Mitte 1980 wurden die Gruben im Lauf mehrerer Jahre geflutet. Dadurch entstand der Steinberger See und der Knappensee.

Historische Straßen

Hausnamen und Häusernamen

Bei den Anwesen ist der Hausname und Häusername angegeben, der im Kataster um 1840 niedergeschrieben wurde.

Hausnummer Hausname Häusername
Oberoder
1 “Beim Westiner“ “der halbe Seebauernhof“
2 “Beim Rötzer“ “der halbe Rötzerhof“
3 “Beim Rötzer“ “der halbe Rötzerhof“
4 “Beim Metzen“ “der halbe Metzenhof“
5 “Beim Dirmaier“ “der halbe Dirmaierhof“
6 “Beim Zimmermann“ “das Zimmermannshäusl“
Mitteroder
7 “Beim Wirt“ “das Soffelhäusel“
8 “Beim Goberl“ “der 3/8 Goberlhof“
9 “Beim Wast“ “der halbe Wastlhof“
Unteroder
10 “Beim Galli“ “der halbe Gallihof“
11 “Beim Zwicken“ “der halbe Zwickenhof“
12 “Beim Straller“ “der halbe Strallerhof“
13 Gemeindehirtenhaus

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Unteroder In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen, Regierungsbezirk Oberpfalz
  2. ↑ Monumenta Boica, 1852 In: Google Play
  3. ↑ StAAm, Kloster Ensdorf, Urkunden Band 1, 1115-1797, Dr. Ambronn, 2001
  4. ↑ Hans Zitzelsberger: Die Geschichte des Klosters Ensdorf von der Gründung bis zur Auflösung in der Reformation 1121-1525, 1954
  5. ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 19
  6. ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974
  7. ↑ Willy Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Meiller’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2
  8. ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 19
  9. ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 83
  10. ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 23
  11. ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 30
  12. ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974, S. 39
  13. ↑ Joseph Rappel: Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wackerdorf, Flierl-Druck, Amberg, Wackersdorf 1974
  14. ↑ Willy Schindler und Team: Glückauf an Naab und Vils. Heimatbuch für den Landkreis Burglengenfeld. Hrsg.: Meiler’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Meiller’sche Buchdruckerei und Verlag GmbH Schwandorf i. Bay., Burglengenfeld 1958, urn:nbn:de:bvb:355-ubr20410-2
Straßennamen in Steinberg am See

Straßennamen in Steinberg am See:

Ahornstraße | Akazienweg | Am Bauhof | Am Berghaus | Am Brünnerl | Am Loiblweiher | Am Retzer Schübl | Am Schreckerbach | Am Steinberger See | Bachstraße | Bergstraße | Bergmannstraße | Birkenstraße | Blumenstraße | Buchenstraße | Eichenstraße | Erlenstraße | Fischbacher Straße | Fliederweg | Flurstraße | Föhrenstraße | Gartenstraße | Ginsterweg | Glück-Auf-Straße | Graf-von-Reisach-Straße | Heidestraße | Herbststraße | Hirmerleiten | Höhenstraße | Hochruckäcker | Holunderweg | Holzheimer Weg | Kanalstraße | Kastanienweg | Kirchengasse | Lindenstraße | Moosstraße | Mühlweg | Nittenauer Straße | Pfaffenberg | Pfarrer-Geschwendtner-Straße | Reutinger Weg | Richterstraße | Sandstraße | Schloßgasse | Schloßstraße | Seestraße | Siedlerstraße | Sportplatzstraße | Sommerstraße | Steinbruchstraße | Tannenstraße | Wacholderweg | Waldheimerstraße | Waldstraße | Weiherstraße | Weilhammerstraße | Wiesenstraße

In Oder: In der Oder

Ortsteile ohne Straßennamen: Haid | Hirmerhaus | Spitalhaus | Waldheim

Ehemalige Straßennamen:

Wüstungen: Holzheim bei Oder | Jobsthof | Oberoder | Mitteroder | Unteroder