Kögl
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Kögl ist ein Ortsteil des Marktes Schwarzenfeld im Landkreis Schwandorf im Regierungsbezirk Oberpfalz.
Lage
Kögl liegt westlich von Schwarzenfeld am Südhang des Petersberg direkt an der Staatsstraße 2151.

Historische Schreibweisen
1312 Chegel, 1333 Chegel, 1336 Kegel, 1473 Kegell, 1513 Kögl, 1606 Kegl, 1721 Kögl
Namensdeutung
Der Ortsname leitet sich von einer Siedlung an einer kegelförmigen Anhöhe ab. [1]
Geschichte
1312 erscheint Kögl in den Urkunden als Chegel. 1336 hatte das Kloster Ensdorf zwei Güter in Kögl, die Zehent pflichtig waren. Kögl und Frotzersricht wurden stets gemeinsam veranlagt. [2]
1473 hatte Frotzersricht gemeinsam mit Kögl 12 Anwesen. [3] 1513 gab es in Frotzersricht und Kögl 5 Höfe, 2 Halbhöfe und vier Viertelhöfe. 1596 hatten die Orte 5 ganze Höfe, einen Halbhof und ein Söldengütl. 1606 hatte Frotzersricht und Kögl sechs ganze Höfe, zwei Halbhöfe, einen dreiviertel Hof und einen Viertelhof. Sie hatten zusammen 13 Pferde, 1 Fohlen, 10 Ochsen, 29 Kühe, 10 Rinder, 6 Schweine, 2 Stiere, 9 Kälber, 120 Schafe und 10 Frischlinge, davon steuerten sie 38 Gulden 28 ½ Kreuzer. [4]
In der Herdstättenbeschreibung von 1721 werden 11 Höfe und 1 Hirthaus genannt, ebenso 1762. [5][6]
1792 gab es in Frotzersricht und Kögl 10 Anwesen. [7]
1808 wurden die Steuerdistrikte gebildet. Zum Steuerdistrikt Deiselkühn gehörten die Ortschaften Deiselkühn, Irrenlohe und Wohlfest. Sie hatten 29 Häuser, 210 Seelen, 200 M Äcker, 60 M Wiesen, 10 M Holz, 5 Weiher, 26 M öde Gründe und Wege. 8 Pferde, 60 Ochsen, 62 Kühe, 100 Rinder, 100 Schafe, 47 Schweine.[8] 1808 hat Kögl 4 Anwesen je zwei ganze Höfe und zwei Halbhöfe.[9]
Ab 1811 wurde die Obmannschaft Frotzersricht gebildet mit den Ortschaften Deiselkühn, Irrenlohe, Wohlfest, Frotzersricht, Kögl und Weiherhaus. [10]
Nach dem Gemeindeedikt von 1818 gehörten zu Frotzersricht: Frotzersricht mit 10 Familien, Kögl mit 6 Familien, Weiherhaus 1 Familie, Deiselkühn 14 Familien, Irrenlohe 12 Familien und Wohlfest 7 Familien. Ingesamt 50 Familien. [11]
Die Landgemeinde Frotzersricht war 1842 unter landgerichtlicher Jurisdiktion: 56 Familien mit 348 Seelen; unter patrimonialgerichtlicher Verwaltung: 2 Familien mit 19 Seelen. Alle Bewohner waren katholisch. Die Gemeinde Frotzersricht gehörte zur Pfarrei Schwarzenfeld. Aus der Gemeinde besuchten 37 Werktags- und 35 Sonntagsschüler die Schule in Schwarzenfeld. In Irrenlohe gab es 10 Familien mit 66 Einwohnern. [12]
1890 zählt der Ort 112 Bewohner, 1910 waren es 90, im Jahre 1972 gab es 149 Personen in Irrenlohe. Mit Wirkung vom 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Nabburg aufgelöst und seine Gemeinden in die neugebildeten Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf eingegliedert.
Die Gemeinde Frotzersricht wurde am 01.01.1972 aufgelöst. Wohlfest kam zur Gemeinde Fensterbach. Frotzersricht, Buchtal, Deiselkühn, Irrenlohe, Kögl und Weiherhaus zum Markt Schwarzenfeld. [13]
Historische Straßen
Durch Kögl führte eine alte Fernstraße. Sie führte von Hiltersdorf durch Högling, Jeding, Wolfring, Knölling, Dürnsricht über Kögl nach Schwarzenfeld.
Sehenswürdigkeiten
- In Kögl, Dr.-Kurz-Straße 1, gibt es ein denkmalgeschütztes Wohnstallhaus mit Backofen. Es ist ein kleiner verputzter erdgeschossiger Massivbau mit hohem Satteldach und Rundbogennische aus dem 18. Jahrhundert. Denkmalnummer D-3-76-163-12.
- An der Ecke Frotzersrichter- und Dr.-Kurz-Straße steht ein denkmalgeschütztes Wegkreuz mit Eisenkruzifix mit Überdachung und Beifigur der Muttergottes, auf einer Sandsteinstele mit Gipsrelief mit der Jahreszahl 1872. Denkmalnummer D-3-76-163-17
- An der Ecke Frotzersrichter- und Dr.-Kunz-Straße befindet sich ein Meilenstein. Es ist eine Rundstele aus Granit mit pyramidenförmigem Abschluss. Denkmalnummer D-3-76-163-18
- Meilenstein in Kögl, BayernAtlas
Hausnamen und Häusernamen

Bei den Anwesen ist der Hausname und Häusername angegeben, der im Kataster um 1840 niedergeschrieben wurde.
- Kögl In: BayernAtlas, Historische Karte
| Hausnummer | Gebäude |
|---|---|
| 1 | “Beim Barmer“, danach „Beim Wolfen“, „der ganze Wolfenhof“ |
| 2 | “Beim Arber“, der ganze Arberhof“ |
| 3 | “Beim Scharl“, „der halbe Scharlhof“ |
| 4 | “Beim Neubauern“, „der halbe Neubauernhof“ |
| 5 | ab 1978 Schatz, denkmalgeschütztes Wohnstallhaus mit Backofen; Denkmalnummer D-3-76-163-12 |
Weblinks
Kögl In: Bavarikon, Ortsdatenbank
Literatur
- Johann Obermeier, Hermann Bronold: Festschrift Freiwillige Feuerwehr Frotzersricht. Feuerwehrchronik mit Heimatgeschichte. Hrsg.: FFW Frotzersricht, Amberg 1978, S. 97-122
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
Einzelnachweise
- ↑ Kögl In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ Kögl In: Geschichte Bayerns, Historische Ortsnamen
- ↑ StAAm, Standbuch 29, fol. 1-57
- ↑ Rita Maria Scharl, Türkensteuer 1606, Familienkundliche Beiträge, Heft 92, 2024, Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz
- ↑ Rita Maria Scharl, Herdstattbeschreibung 1721, Familienkundliche Beiträge, Heft 85, 2021, Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz
- ↑ Rita Maria Scharl, Hauptbeschreibung des Pflegamtes Nabburg von 1762, Familienkundliche Beiträge, Heft 89, 2023, Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 302
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 397
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 310
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 407
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 413
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 420
- ↑ Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 50: Nabburg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 435
In Kögl:
In Irrenlohe: Fichtenhof | Forstweg | Hutweg | Kapellenweg | Luckerweg | Rosenweg
In Traunricht:
Ortsteile ohne Straßennamen: Ameisgrub | Asbach | Deiselkühn | Frotzersricht | Glöcklhof | Hohenirlach | Holzhaus | Ödhof | Pretzabruck | Raffach | Sonnenried | Schwaig | Zilchenricht
Ehemalige Straßennamen:
Wüstungen: